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Olching (ots) - Stiftung Warentest FINANZEN hat in Ausgabe 6/2026 einen neuen
Test zur Berufsunfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Von 56 geprüften
BU-Tarifen erhalten 42 die Bewertung "sehr gut" , 10 schneiden mit "gut" ab, 4
mit "befriedigend".
Maximilian Waizmann vom Vergleichsportal my-finanzheld.de ordnet die Ergebnisse
ein - und erklärt, warum der Test eine hilfreiche Orientierung bietet, aber
keine individuelle Beratung ersetzt.
Der Test bestätigt zunächst eine positive Entwicklung: Viele BU-Tarife erreichen
heute ein sehr hohes Bedingungsniveau. Während 2024 noch etwas mehr als die
Hälfte der Tarife mit "Sehr Gut" bewertet wurden, waren es jetzt bereits drei
Viertel aller Angebote.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das prinzipiell eine gute Nachricht,
denn die BU zählt zu den wichtigsten privaten Absicherungen . Sie schützt das
Einkommen, wenn der eigene Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht
mehr ausgeübt werden kann.
Gleichzeitig zeigt die hohe Zahl "sehr guter" Bewertungen auch die Grenzen eines
allgemeinen Ratings. Wenn drei Viertel der geprüften Tarife mit "sehr gut"
bewertet werden, ist die Testnote allein kaum noch ein belastbares
Entscheidungskriterium.
"Ein sehr gutes Testergebnis bedeutet nicht automatisch, dass genau dieser Tarif
auch zur eigenen Lebenssituation passt" , sagt Maximilian Waizmann , Gründer von
my-finanzheld.de .
" Bei der BU zählt nicht nur das Bedingungswerk, sondern auch, ob der Vertrag
sauber zustande kommt und ob der Versicherer im Leistungsfall hält, was er
versprochen hat. "
Testnote ist nur ein Teil der Entscheidung
Entscheidend ist nicht allein, welcher Tarif im Test gut abschneidet. Maßgeblich
ist, welcher Versicherer zur beruflichen Situation, zur Gesundheitshistorie, zur
gewünschten BU-Rente und zur langfristigen Lebensplanung passt.
Gerade bei der BU zeigen sich Unterschiede nicht nur in den
Versicherungsbedingungen , sondern auch bei Gesundheitsfragen, Annahmepraxis,
Risikoprüfung und Leistungsregulierung .
Kritisch ist anzumerken: Der Test bildet einen wichtigen Marktausschnitt ab,
aber nicht zwangsläufig den gesamten BU-Markt. Außerdem sind für
Verbraucherinnen und Verbraucher nicht alle bewerteten Kriterien vollständig
transparent nachvollziehbar.
Wenn sehr viele Tarife zentrale Mindestanforderungen wie z.B. der Verzicht auf
die abstrakte Verweisung (was heutzutage alle Versicherer positiv regeln)
erfüllen, wird umso wichtiger, auf die Punkte zu schauen, bei denen es
tatsächlich Unterschiede gibt.
Dazu zählen unter anderem Teilzeitregelungen, Nachversicherungsmöglichkeiten,
Lösungen für Selbstständige, besondere Einstiegsmodelle für junge Menschen sowie
der Umgang mit Vorerkrankungen - das kam im aktuellen Test zu kurz.
Gesundheitsfragen sorgfältig prüfen
Ein besonders wichtiger Punkt ist die Antragstellung. Die besten Bedingungen
helfen wenig, wenn Gesundheitsangaben unvollständig oder ungenau gemacht werden.
Auch diesen Punkt hat die Stiftung Warentest bewertet - leider bleibt hier
vieles intransparent und unklar. Beispielsweise bieten viele Versicherungen
Sonder-Anträge für bestimmte Berufsgruppen oder speziell für jüngere Menschen -
unklar ist, ob Stiftung Warentest das mit in die Bewertung einbezogen hat.
" In der Praxis entscheidet oft die saubere Antragstellung darüber, ob der
Schutz später belastbar ist ", so Waizmann. " Deshalb sollten Gesundheitsfragen,
Arztbesuche, Diagnosen und mögliche Vorerkrankungen sorgfältig aufgearbeitet
werden. "
Sinnvoll sind vor Abschluss häufig eine Prüfung der Gesundheitshistorie, das
Einholen von Arzt- und Krankenkassenunterlagen sowie anonyme Risikovoranfragen
bei mehreren Versicherern.
Testergebnisse als Einstieg nutzen
Das Portal my-finanzheld empfiehlt, Testergebnisse als erste Orientierung zu
nutzen - jedoch nicht isoliert. Eine fundierte BU-Auswahl umfasst neben dem
Tarifvergleich auch eine Bedarfsermittlung, Berufsgruppenanalyse, Prüfung der
Gesundheitsfragen, Risikovoranfragen sowie eine langfristige Gestaltung mit
Dynamik- und Nachversicherungsoptionen.
Besonders junge Menschen, Selbstständige, Beamte, medizinische Berufe,
Handwerker oder Personen mit Vorerkrankungen benötigen häufig eine
differenziertere Prüfung als ein allgemeiner Tariftest leisten kann.
42 x Sehr Gut - hier ist jeder Klassenbester - cui bono?
Darüber hinaus darf man natürlich auch nicht übersehen, dass hinter der Stiftung
Warentest am Ende des Tages auch ein gewisser Business-Case steht . Über die
RAL-Logo-Lizenz können die getesteten Unternehmen eine Lizenz für das Testurteil
erwerben - wenn sie denn damit für ihr Produkt werben möchten.
Die Standard-Lizenz kostet für ein Jahr 14.990 Euro - wer im Fernsehen oder im
Kino werben möchte, zahlt sogar 29.990 Euro . Mal ehrlich - welches Unternehmen
würde solche Beträge für ein Testurteil "Gut - Note 2,1" bezahlen , wenn die
Konkurrenz mit 1,0 oder besser bewertet wurde?
Ein zu kritisches Test-Design wäre insofern nicht besonders hilfreich für das
Geschäftsmodell Stiftung Warentest.
Positive Entwicklung - geringer Mehrwert für Verbraucher
Der neue BU-Test zeigt: Das Qualitätsniveau vieler
Berufsunfähigkeitsversicherungen ist hoch. Das ist erfreulich.
Gleichzeitig gilt: Die Testnote allein ist für Verbraucherinnen und Verbraucher
kein echtes Entscheidungskriterium, da der Test zu unkritisch und intransparent
ist.
Entscheidend ist ein Vertrag, der zur persönlichen Situation passt, sauber
beantragt wurde und im Leistungsfall hält, was versprochen wurde.
Referenzen:
https://www.test.de/Berufsunfaehigkeitsversicherung-im-Test-4881349-0/
https://www.my-finanzheld.de/berufsunfaehigkeitsversicherung-stiftung-warentest.
html
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicheru
ngen/berufsunfaehigkeit-wie-sie-sich-gegen-verlust-des-einkommens-absichern-1393
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Pressekontakt:
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OTS: Versicherungsmakler Experten GmbH
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