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Berlin (ots) - Mit dem Gesetz zur Apothekenreform hat die Bundesregierung der
Zunft zwar etliche Wünsche erfüllt und ihr neue Aufgaben zugewiesen, aber das
Grundproblem ist noch lange nicht gelöst - die zuverlässige Versorgung auch im
ländlichen Bereich. Offenbar soll die Ausweitung des Angebots nun automatisch
mehr wirtschaftliche Stärke bewirken und Neuansiedlungen oder
Geschäftsübernahmen in dünner besiedelten Gegenden lukrativer machen.
Vermutlich wird aber genau das nicht eintreten. Wachsen werden nur die Kosten,
die von den gesetzlichen Krankenkassen nach neuem Leistungskatalog übernommen
werden müssen. Wachsen wird der Ärger der Ärzte darüber, hier Verantwortung
abgeben zu müssen in weniger geschulte Hände und auch Einnahmequellen zu
verlieren. Fraglich bleibt sowieso, ob alle Apotheken die Neuerungen anbieten
wollen und können.
Wer die Versorgung flächendeckend vor Ort sichern will, der muss einfach größer
denken. Apotheken laufen gut, wenn sie im Umfeld von Arztpraxen oder in
Einkaufszentren tätig sind. Es braucht einfach mehr Mut (und mehr Ressourcen)
unter anderem in Kommunen, die ambulante Gesundheitsversorgung zu zentralisieren
- vor allem dann, wenn die Strukturen sowieso schon ausgedünnt sind, Haus- und
Fachärzte die Regionen bereits verlassen haben. Nicht alle Kleinstädte und
Gemeinden haben die Mittel, um nachhaltig einzugreifen. Durch die weiterhin
strikte Trennung der Sektoren werden sie aber auch nicht gerade ermutigt, solche
Gesundheitszentren zu fördern.
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