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Berlin (ots) -
- VAUNET: Piraterie muss wirksamer bekämpft werden - mit schnelleren Verfahren,
klareren Pflichten und effektiven technischen Maßnahmen
Die illegale Nutzung von Live-TV in Deutschland hat weiter zugenommen: 2025
verursachte sie in Deutschland einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von rund 2,4
Milliarden Euro. Im Vergleich zur letzten Erhebung 2022 entspricht das einem
Anstieg um 33 Prozent - trotz technischer Schutzmaßnahmen, Gerichtsverfahren und
Aufklärungskampagnen.
Dem Staat entgehen damit jährlich rund 542 Millionen Euro Steuern und
Sozialabgaben - ein Anstieg von knapp 40 Prozent gegenüber 2022. Der direkte
wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Medienunternehmen summiert sich auf
rund 1,5 Milliarden Euro, weitere Teilbeträge entfallen auf vor- und
nachgelagerte Wertschöpfungsstufen.
Im Jahr 2025 nutzten rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland illegal lineare
TV-Streams. Am stärksten verbreitet ist die illegale Nutzung bei den 16- bis
33-Jährigen. Für knapp drei Viertel der Befragten ist das die bequemste
Möglichkeit, lineares Fernsehen zu konsumieren. Gleichzeitig zeigt die Studie,
dass die Bereitschaft zur Nutzung legaler Angebote steigt, wenn illegale
Alternativen nicht verfügbar sind. Zu diesen Ergebnissen kommt ein
wissenschaftliches Gutachten von Goldmedia, das der VAUNET - Verband Privater
Medien jetzt veröffentlicht.
Frank Giersberg , Geschäftsführer des VAUNET: "Die Zahlen zeigen: TV-Piraterie
bleibt ein Massenphänomen mit einer erheblichen Schadensdimension für die
Medienanbieter, die Medienvielfalt und den Fiskus. Es braucht daher dringend
wirksamere Instrumente, die die illegale TV-Nutzung nachhaltig eindämmen und so
die Medienvielfalt schützen."
Der VAUNET fordert:
- Klarere und schnellere Reaktionspflichten: Plattformen und Hosting-Dienste
sollten rechtswidrige Inhalte mit sehr kurzer Reaktionszeit entfernen müssen.
- Wirksamere, dynamische Sperrmaßnahmen: Zugangsanbieter sollten illegale
Live-Streams und Ausweichangebote schnell und flexibel während laufender
Übertragungen unterbinden können.
- Effektivere Verantwortungszuweisung: Rechteinhaber müssen schneller gegen
illegale Angebote vorgehen können - ohne zunächst aufwendig die meist anonym
agierenden Täter identifizieren zu müssen.
Publikation "Fernsehpiraterie-Studie 2025" zum Download
(https://vau.net/wp-content/uploads/2026/05/VAUNET_TV-Piraterie-Studie-2025.pdf)
Methodischer Hinweis
Das Gutachten wurde auf Basis einer passiven Messung der Onlineaktivitäten von
über 2.500 Nutzenden in Kombination mit einer Nutzerbefragung in Form einer
repräsentativen Onlinebefragung von mehr als 500 Nutzenden illegaler linearer
TV-Streams erstellt. Die Onlinebefragung fand vom 04. bis 16. Juni 2025 statt.
Schwerpunkt des Gutachtens und der Analyse sind illegal verbreitete, lineare
Free- und Pay-TV-Streams. Darüberhinausgehende Nutzung und Schäden, die durch
illegale Downloads oder illegales Streaming von Video-on-Demand-Inhalten
entstehen, wurden im Gutachten nicht erfasst. Die Studie setzt an den
Vorgängerstudien von https://vau.net/wp-content/uploads/2023/01/VAUNET-Studie_Fe
rnsehpiraterie-2022-2023-25.01.2023.pdf und https://vau.net/wp-content/uploads/2
022/11/goldmedia-fernsehpiraterie-studie-2018_short.pdf an, die ebenfalls zum
Ziel hatten, den Umfang der linearen TV-Piraterie-Nutzung in Deutschland zu
quantifizieren sowie den daraus resultierenden wirtschaftlichen Schaden zu
ermitteln. Zusätzlich ist zu beachten, dass aufgrund von sozial unerwünschten
Antworten die tatsächliche Nutzung illegaler, linearer TV-Streams gegenüber den
Befragungsergebnissen noch einmal deutlich höher ausfallen kann (Dunkelziffer).
Über VAUNET:
VAUNET ist der Spitzenverband der privaten Audio- und audiovisuellen Medien in
Deutschland und vertritt die Interessen von rund 160 Mitgliedsunternehmen aus
den Bereichen TV, Radio, Web und Streaming. Der Wirtschaftsverband setzt sich
national und international für die politischen und wirtschaftlichen Anliegen der
Branche sowie die Vermittlung ihrer besonderen gesellschaftspolitischen und
kulturellen Bedeutung ein.
Für Rückfragen:
Pressesprecher Hartmut Schultz, Hartmut Schultz Kommunikation GmbH
T | +49 30 3 98 80-101, E | mailto:hs@schultz-kommunikation.com
VAUNET - Verband Privater Medien e.V.
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