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Bochum (ots) - Hitzewellen bedrohen Jahr für Jahr die Gesundheit von Millionen
Menschen und gefährden ganze Wirtschaftszweige. Die GLS Bank Gruppe hat
gemeinsam mit ihrer Investmenttochter GLS Investments, dem Verein Deutsche
Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) und Partnern aus dem europäischen
Investorennetzwerk Shareholders for Change 22 börsennotierte Unternehmen in
Europa befragt, wie sie ihre Mitarbeitenden vor Hitze schützen - und wo es noch
Lücken gibt.
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bezeichnet Hitze als größtes
Gesundheitsrisiko der Klimakrise und schätzt, dass weltweit 2,4 Milliarden
arbeitende Menschen und damit über 70 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung
Hitze in besonderem Maße ausgesetzt sind. Allein für die deutsche Wirtschaft
entsteht bis 2030 ein Schaden von rund 112,5 Milliarden Euro, schätzen
Versicherungen.
Während Kreditprojekte im direkten Austausch durch die GLS Bank begleitet
werden, ist das im Kapitalmarkt mit vielen international tätigen Unternehmen
deutlich komplexer. Hier setzt die GLS Investments an: Die Investmenttochter der
GLS Bank Gruppe tritt als aktive Investorin in den Dialog mit den Unternehmen,
in die sie investiert - ein Ansatz, der im Finanzsektor als "Engagement"
bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund legen GLS Bank, GLS Investments, KLUG
und Shareholders for Change nun eine gemeinsame Analyse zu Hitzerisiken und
Hitzeschutz in Unternehmen vor.
Vielfältige Maßnahmen, strategische Lücken
Die 22 befragten europäischen Unternehmen sind Teil des sozial-ökologischen
Anlageuniversums der GLS Investments und haben den strengen
Nachhaltigkeitsprüfprozess der GLS Bank Gruppe durchlaufen. Sie gelten damit als
überdurchschnittlich weit in sozialen und ökologischen Fragen fortgeschritten -
ein Hinweis darauf, dass der Stand in der Gesamtwirtschaft deutlich darunter
liegen dürfte.
Fast alle berücksichtigen Hitze in ihren Gefährdungsbeurteilungen, passen
Arbeits- und Pausenzeiten an, stellen ausreichende Wasserversorgung sicher und
nutzen technische Lösungen wie Klimatisierung oder Verschattung. Besonders dort,
wo Mitarbeitende im Freien oder körperlich arbeiten - etwa in Energie- und
Logistikunternehmen - ist die Maßnahmenvielfalt hoch.
Gleichzeitig bleiben strategische Lücken. Weniger als die Hälfte der Unternehmen
wertet hitzebedingte Gesundheitsausfälle systematisch aus. Hitzestress wird zwar
als Risiko anerkannt, seine gesundheitlichen und produktivitätsbezogenen Folgen
werden jedoch selten datenbasiert gesteuert. Strategische Hitzeschutzkonzepte
und konzernweite Standards existieren häufig erst in Ansätzen. Unternehmen mit
hoher operativer Hitzebelastung haben meist eine realistischere
Selbsteinschätzung und ein breiteres Maßnahmenportfolio als Büro- und
Technologieunternehmen, die Hitze oft noch als "nicht wesentlich" einstufen.
Zentrale Ergebnisse der Erhebung
Die Befragung umfasste 22 europäische, börsennotierte Unternehmen aus dem
Anlageuniversum der GLS Investments. Sie haben 2025 zusammen mehr als 200
Milliarden Euro Umsatz erzielt.
Bei der Risikoerkennung und -bewertung von Hitze zeigt sich:
- 95 % der Unternehmen berücksichtigen Hitze in Gefährdungsbeurteilungen.
- 43 % erfassen systematisch gesundheitliche Folgen von Hitze, etwa
hitzebedingte Krankheitsausfälle.
Governence, Zuständigkeiten und Managementsysteme:
- 76 % verfügen über klare Zuständigkeiten.
- 76 % überprüfen ihre Systeme regelmäßig und verbessern bei Bedarf.
- 71 % verfügen über systematische Hitzeschutzkonzepte.
Bei technischen und baulichen Maßnahmen geben die Unternehmen an:
- 100 % setzen technischen Hitzeschutz wie Klimatisierung oder Verschattung ein.
- 43 % schalten bei Bedarf hitzeintensive Geräte ab.
Organisatorische und individuelle Schutzmaßnahmen sind weit verbreitet:
- 86 % bieten spezielle Schutzausrüstung an.
Information, Schulung & Kultur:
- 90 % verfügen über Frühwarnsysteme bei Hitze (z.B. E-Mails, Apps, Screens).
Eine ausführlichere Auswertung der Erhebung sowie ein gemeinsames Statement mit
drei zentralen Forderungen von Shareholders for Change, KLUG und GLS Investments
ist dieser Meldung beigefügt.
"Selbst nachhaltige Unternehmen haben noch Potenzial bei systematischen
Hitzeschutzmaßnahmen. In unseren Gesprächen weisen wir auf Lücken hin und
empfehlen konkrete Schritte. Hitzeschutz ist für uns ein Kernbestandteil
glaubwürdiger Nachhaltigkeit - er schützt Beschäftigte und stärkt
Geschäftsmodelle", sagt Richard Buch, Engagement-Experte und Senior Analyst im
sozial-ökologischen Research der GLS Investments.
Europaweit im Dialog: Shareholders for Change zu Gast in Bochum
Die Befragung der Unternehmen wurde in Kooperation mit dem Verein Deutsche
Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. durchgeführt. Die Ergebnisse werden auf
dem zweitägigen Netzwerktreffen mit dem europäischen Netzwerk Shareholders for
Change (SfC) diskutiert. In dem Netzwerk haben sich über 20 nachhaltige
Investoren aus verschiedenen europäischen Ländern zusammengeschlossen, die
gemeinsam mehr als 50 Milliarden Euro verwalten. Vertreterinnen und Vertreter
des Netzwerks kommen beim "SfC Summer Meeting" am 28. und 29. Mai in Bochum
zusammen, zu dem die GLS Bank Gruppe in diesem Jahr einlädt.
Die Befragung ist Teil des zweitägigen Meetings sowie des "Engagement-Report
Season 2025".
Links für weitere Informationen
1. Hintergründe zum Hitze Engagement, Ergebnisse der Befragung, Praxisbeispiele
(https://www.gls-investments.de/media/Investments/PDF/Pressemitteilungen/2026
_Anhang_Hitzeschutz_in_Unternehmen_Engagement_Befragung.pdf) (PDF)
2. Öffentliches, begleitendes Statement der beteiligten Organisationen (auf
englisch) (https://www.gls-investments.de/media/Investments/PDF/Pressemitteil
ungen/2026-05-29_Public-statement-heat-protection-SfC-summer-meeting.pdf)
(PDF)
3. Engagement Report 2025 der SfC (https://www.shareholdersforchange.eu/wp-conte
nt/uploads/2026/03/SfC-ENGAGEMENT-Report2025-2.pdf) (PDF)
Pressekontakt:
Lukas Feldmann
M: mailto:presse@gls.de
T: +49 (0) 234 5797 5340
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/64894/6284327
OTS: GLS Bank
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