|
Münster/Hannover (ots) - Die Preise für gebrauchte Wohnimmobilien sind in
Niedersachsen im ersten Quartal 2026 weiter gestiegen. Insbesondere bei
Eigentumswohnungen fielen die Angebotspreise mit einem Plus von fünf Prozent
deutlich höher aus als im Vorjahreszeitraum. Eigenheime und Reihenhäuser
verteuerten sich um drei bzw. zwei Prozent und blieben damit im Rahmen der
allgemeinen Inflationsentwicklung. Die aktuellen Immobilienpreise für
Niedersachsen hat das Institut empirica im Auftrag der LBS NordWest ausgewertet.
"Auch in der aktuellen Preissituation muss Wohneigentum als zentraler Baustein
der privaten Altersvorsorge für breite Bevölkerungsschichten möglich bleiben",
betont Frank Demmer, Vorstandsvorsitzender der LBS NordWest. "Daher begrüßen wir
ausdrücklich das jetzt verabschiedete Altersvorsorgereformgesetz, mit dem die
Förderung für die Bildung von Immobilieneigentum ebenfalls deutlich verbessert
wird."
Wie die Auswertung von empirica zeigt, sind in Niedersachsen die
Ausgangsbedingungen für den Erwerb von Wohneigentum je nach regionaler
Preissituation sehr unterschiedlich.
Ein- und Zweifamilienhäuser
So kosten gebrauchte Eigenheime in Hannover im Mittel 600.000 Euro, der
Höchstwert unter den niedersächsischen Großstädten. Die Angebotspreise in der
Landeshauptstadt sind allerdings gegenüber dem Vorjahresquartal um sieben
Prozent gefallen. Dennoch muss ein Haushalt stolze 11 Jahresnettoeinkommen für
den Kauf eines gebrauchten Hauses aufbringen. Auf dem zweiten Platz der
Preisskala liegt Göttingen mit einem mittleren Angebotspreis von 539.000 Euro,
gefolgt von Osnabrück (508.000 Euro). In beiden Städten sind 9,5 örtliche
Haushaltsnettoeinkommen für einen Hauskauf erforderlich.
Unter den zehn größten niedersächsischen Städten hat Wilhelmshaven die
günstigsten Hauspreise. Für ein gebrauchtes Eigenheim werden hier im Mittel rund
333.000 Euro verlangt, das Siebeneinhalbfache eines örtlichen
Jahresnettoeinkommens.
Auch auf Landkreisebene belegt die Region Hannover bei den Eigenheimpreisen den
Spitzenplatz. Gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser werden hier für einen
mittleren Preis von 470.000 Euro angeboten. Ähnlich teuer ist es im Landkreis
Harburg (465.000 Euro), der von seiner Nähe zu Hamburg profitiert. Knapp unter
400.000 Euro kosten Eigenheime im Landkreis Lüneburg.
Am günstigsten kommen Hauskäufer im Landkreis Goslar zum Zug. Der mittlere
Angebotspreis für ein gebrauchtes Objekt liegt hier bei 220.000 Euro und ist um
zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken.
Reihenhäuser und Doppelhaushälften
Vor allem in den Großstädten bieten Häuser in verdichteter Bauweise eine
kostengünstige Alternative zum freistehenden Eigenheim. In Hannover können
Immobilieninteressenten gebrauchte Reihenhäuser und Doppelhaushälften zu einem
mittleren Preis von 449.000 Euro erwerben. Knapp dahinter folgt Göttingen mit
Reihenhauspreisen von 435.000 Euro, während in Oldenburg für ein gebrauchtes
Objekt bereits ein Fünftel weniger (354.000 Euro) als in der Landeshauptstadt
verlangt wird. Die günstigste Großstadt für Reihenhauskäufer ist Salzgitter mit
einem mittleren Preis von 220.000 Euro.
Unter den Landkreisen hat die Region Hannover die höchsten Reihenhauspreise
(398.000 Euro), dahinter liegen Harburg (369.000 Euro) und Stade (350.000 Euro).
Nur etwas mehr zwei örtliche Jahresnettoeinkommen müssen Haushalte Im
günstigsten Landkreis Northeim aufwenden, um ein gebrauchtes Reiheneigenheim für
einen mittleren Preis von 153.000 Euro zu erwerben.
Eigentumswohnungen
Bei den Wohnungspreisen bleibt Hannover mit 239.000 Euro die teuerste Großstadt,
obwohl die Angebote für Gebrauchtobjekte entgegen dem Niedersachsentrend um vier
Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Mittlere Angebotspreise um die 200.000
Euro werden ebenfalls in Oldenburg (215.000 Euro) und Braunschweig verlangt. Nur
etwa die Hälfte (115.000 Euro) kosten gebrauchte Eigentumswohnungen in
Salzgitter, der günstigsten niedersächsischen Großstadt.
Die höchsten Wohnungspreise in der Fläche finden sich in den nordwestlichen
Landkreisen Aurich und Cloppenburg (jeweils 279.000 Euro). Ein ähnliches
Preisniveau wird auch im Landkreis Leer erreicht (269.000 Euro). Besonders
günstig sind gebrauchte Eigentumswohnungen hingegen im Landkreis
Lüchow-Dannenberg. Hier sind bei einem mittleren Angebotspreis von 119.000 Euro
für den Wohnungskauf lediglich zwei örtliche Jahresnettoeinkommen erforderlich.
Für den aktuellen Kaufpreisspiegel hat das Institut empirica im Auftrag der LBS
NordWest die Immobilienangebote in den niedersächsischen Tageszeitungen sowie in
den Online-Portalen ausgewertet.
Pressekontakt:
LBS NordWest
Jörg Sawatzki
mailto:joerg.sawatzki@lbs-nw.de
0511 926 68 66
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/172636/6284406
OTS: LBS NordWest
|