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Berlin/Essen (ots) - Hybride Bedrohungen durch physische und digitale Angriffe
setzen Deutschland immer stärker unter Druck. Dabei stehen Cyberattacken an der
Spitze der Risikoskala - und werden durch die kriminelle Nutzung Künstlicher
Intelligenz (KI) massiv forciert. Denn KI verschafft neue automatisierte
Möglichkeiten und fungiert so als Katalysator für Cybercrime, wie u. a. der
drastische Anstieg von Phishing- und Ransomware-Offensiven für Datendiebstahl
und Erpressung zeigt. Welche Folgen sich für den Unternehmensschutz ergeben,
diskutierten rund 170 Expertinnen und Experten heute auf der
Sicherheitskonferenz STATE OF SECURITY von KÖTTER Security und German Business
Protection in Berlin.
"KI verändert Wirtschaft, Gesellschaft und Sicherheitsarchitekturen in rasanter
Geschwindigkeit. Sie eröffnet enorme Chancen - zugleich entstehen neue Risiken,
neue Abhängigkeiten und neue Verantwortlichkeiten", betonte Friedrich P. Kötter,
Verwaltungsrat der KÖTTER Security Gruppe, bei der Veranstaltung im Allianz
Forum. "Wenn der Schutz unserer Unternehmen nicht schon länger eine strategische
Führungsaufgabe war, ist er es spätestens jetzt - im Zeitalter Künstlicher
Intelligenz."
Grund: Unternehmen sehen sich heute nicht mehr nur klassischen IT-Angriffen
ausgesetzt. Angriffe treffen zunehmend vernetzte Infrastrukturen, hybride
Arbeitswelten, industrielle Steuerungssysteme und komplexe Lieferketten.
Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen physischer und digitaler
Kriminalität immer stärker. "Unternehmensschutz bedeutet heute, Risiken
ganzheitlich zu betrachten. Es geht um Resilienz, um Prävention und um die
Fähigkeit, auf komplexe Bedrohungslagen vorbereitet zu sein", erklärte Friedrich
P. Kötter. Der Schutz von Unternehmen erfordere deshalb eine proaktive
Strategie, die neben der Infrastruktur auch technische Systeme, Datensicherheit,
rechtliche Compliance, klare Verantwortlichkeiten und gezielte
Mitarbeiterschulungen umfasse.
Er appellierte daher an die Verantwortung jedes Unternehmenslenkers: "Sicherheit
darf nicht erst beginnen, wenn ein Vorfall eingetreten ist. Sie muss integraler
Bestandteil der Unternehmensstrategie sein. Wer Gebäude schützt, muss auch Daten
schützen. Wer IT-Systeme absichert, muss ebenso physische Zugänge, Prozesse und
Mitarbeitende in die Sicherheitsstrategie integrieren." Dabei biete Künstliche
Intelligenz vielfältige Chancen, z. B. in Form KI-gestützter Security-Systeme,
die Anomalien früher erkennen, Risiken priorisieren und Reaktionszeiten deutlich
verkürzen.
Gleichzeitig verwies der Familienunternehmer darauf, dass Unternehmensschutz und
speziell Cybersecurity noch aus einem zweiten Grund zwingend "Chefsache" sein
müssen: So machen neue regulatorische Vorgaben wie speziell die seit Ende 2025
auch in Deutschland geltende EU-NIS2-Richtlinie (Network and Information
Security Directive) die Steuerung und Kontrolle von Sicherheit und
Risikomanagement endgültig zur verpflichtenden Managementaufgabe - inklusive
persönlichen Haftungsrisiken für Geschäftsführungen bei Verstößen gegen die
Sorgfaltspflicht.
Hieran knüpften die weiteren Vorträge und Diskussionen an. Sie richteten den
Blick u. a. darauf, welche Möglichkeiten KI zur Effizienzsteigerung,
Prozessautomatisierung und Risikoerkennung eröffnet - und welche Verantwortung
hieraus resultiert. "Es entstehen z. B. neue Angriffsflächen und
Sicherheitsrisiken, wenn KI-Anwendungen unter hohem Zeitdruck eingeführt werden,
ohne dass Schutzmechanismen und betriebliche Resilienzkonzepte von Beginn an
ausreichend berücksichtigt werden", warnte etwa Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker,
Forschungsdirektor am cyberintelligence institute. "Unternehmen müssen in
unsicheren Zeiten deshalb digitale Innovation und hybride Sicherheit gemeinsam
denken."
Daher rücken regulatorische Anforderungen wie der EU AI Act oder die
NIS2-Richtlinie zunehmend in den Mittelpunkt. "Unternehmen stehen vor der
Herausforderung neue Technologien nicht nur effizient einzusetzen, sondern
zugleich Transparenz-, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen frühzeitig in
bestehende Prozesse zu integrieren", sagte Dr. Carolin Schilling-Schulz,
Rechtsanwältin und Partnerin bei Arnecke Sibeth Dabelstein. "Entscheidend wird
sein, regulatorische Vorgaben als strategischen Bestandteil einer nachhaltigen
Unternehmensentwicklung zu verstehen."
Zu den Referenten und Diskussionsteilnehmern gehörten außerdem Prof. Dr. Key
Pousttchi (Gründer / Institut für Digitale Transformation GmbH), Marvin Schulz
(Mitglied des Bundestages / Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung),
Ralf Schneider (Head of AI Security & Security Consulting / Deutsche Telekom
Security GmbH), Franziska Weindauer (Geschäftsführerin TÜV AI.Lab, ein Joint
Venture der TÜV-Unternehmen Süd, Rheinland, Nord, Hessen und Thüringen) sowie
Matt Kish (Head of Situation & Intelligence Analysis / Head of Data & AI Hub /
Siemens AG Corporate Security). Die Moderation übernahm Christine Kipke.
Pressekontakt:
KÖTTER GmbH & Co. KG Verwaltungsdienstleistungen
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