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Berlin (ots) - Pharma Deutschland betont Notwendigkeit für den Start einer
echten Pharmastrategie, um Dominoeffekte zu verhindern
Zu den Entscheidungen von Lilly, die angekündigte Milliardeninvestition am
Standort Alzey zu halbieren und von Boehringer Ingelheim, geplante Investitionen
in Deutschland zurückzustellen, erklärt Pharma Deutschland:
"Der Rückzug von Lilly und Boehringer Ingelheim ist ein starkes Warnsignal und
ein Richtungsweiser für die Wirtschaftspolitik dieser Bundesregierung!
Unternehmen, die ohne Subventionen Milliarden in Deutschland investieren
wollten, ziehen diese Entscheidung zurück. Damit ist unsere Befürchtung wahr
geworden: Ein Pharmadialog, für den sich offensichtlich außer dem
Gesundheitsressort niemand in der Bundesregierung interessiert und ein
GKV-Spargesetz, welches das Standortvertrauen zerstört, kann nicht folgenlos
bleiben. Wenn die Bundesregierung jetzt feststellen sollte, dass sie von den
Entscheidungen überrascht worden ist, sollte der letzten Branche klar werden,
dass dieser Bundesregierung das Bewusstsein für den wirtschaftlichen Aufschwung
fehlt", sagt Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland.
"Wenn Unternehmen nach sorgfältiger Prüfung zum Schluss kommen, in Deutschland
keine guten Investitionsbedingungen zu haben, kann die Bundesregierung davon
ausgehen, dass es solche Überlegungen auch in anderen Unternehmen gibt", warnt
Wieczorek. "Um einen Dominoeffekt zu verhindern, müssen jetzt endlich klare
Signale von der Bundesregierung kommen. Dazu gehört, sich mit Pharmaunternehmen
und Pharmaverbänden an einen Tisch zu setzen und gemeinsam, an tragfähigen
Rahmenbedingungen für den Pharmastandort Deutschland zu arbeiten."
Pharma Deutschland kritisiert, dass zentrale Zusagen aus der Standort- und
Pharmastrategie der Bundesregierung in der Realität nie verlässlich bei den
Unternehmen angekommen seien. Die im November 2025 gestarteten Pharmagespräche
haben sich trotz aller Hinweise von Pharma Deutschland und anderen nie auch nur
annähernd der Frage genähert, welche Rahmenbedingungen die Pharmaindustrie als
Branche braucht, um sowohl die Arzneimittelversorgung in Deutschland
sicherzustellen und weiterzuentwickeln als auch der deutschen Wirtschaft mit
Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen Impulse für mehr Wachstum zu
geben.
Der Verband betont, dass gerade die Pharmabranche bereit sei, langfristig in
Forschung, Entwicklung und Produktion zu investieren - vorausgesetzt, die
politischen Rahmenbedingungen seien kalkulierbar, wettbewerbsfähig und
verlässlich. Die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren,
ist ein wichtiges Ziel. Genauso wichtig ist jedoch die Stärkung von
Wirtschaftswachstum, Innovation und Beschäftigung. Beides wurde im
Koalitionsvertrag als Priorität festgeschrieben. Jetzt ist der Zeitpunkt, beide
Ziele einzulösen. Eine handlungsfähige Regierung muss beides leisten können.
Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de/ gibt
es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
Ihre Ansprechpartner in der Pressestelle von Pharma Deutschland:
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Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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