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Berlin (ots) - Wenn die Fußball-Weltmeisterschaft am 11. Juni 2026 in
Nordamerika beginnt, läuft eine der globalisiertesten Berufsgruppen der Welt
auf. Eine Datenanalyse des Finanzportals Finalarm und von DataPulse Research
zeigt, wie stark sich der Arbeitsmarkt für Fußballprofis seit 1990 geöffnet hat:
Bei der WM 2026 stehen 72 % der Nationalspieler bei einem Verein außerhalb ihres
Heimatlandes unter Vertrag, fast dreimal so viele wie 1990 (26 %).
Auch die deutsche Nationalmannschaft internationalisiert sich wieder: Bei der WM
2010 standen noch alle Nationalspieler bei Bundesliga-Klubs unter Vertrag, 2026
spielt rund ein Drittel (33 %) im Ausland. Im internationalen Vergleich ist das
weiterhin ein niedriger Wert.
Die Analyse betrachtet Fußball als Arbeitsmarkt und stützt sich auf Kaderdaten
von 14 WM-Stammteilnehmern zwischen 1990 und 2026 sowie auf den Anteil von
Spielern aus dem Ausland oder mit Migrationshintergrund in Europas fünf
Top-Ligen. Datengrundlage sind transfermarkt.de, die offiziellen WM-Kader
(Wikipedia, 1990 bis 2022) und das Panini-Album zur WM 2026.
" Fußball ist einer der am besten dokumentierten Arbeitsmärkte der Welt: In kaum
einem Arbeitsmarkt lässt sich so genau nachzeichnen, wie Spitzenkräfte dorthin
wandern, wo die besten Bedingungen warten", heißt es bei DataPulse Research, das
die Analyse durchgeführt hat. "Spannend ist vor allem, wer zu Hause bleibt. Die
Länder mit den stärksten Ligen, allen voran England, halten die meisten ihrer
Nationalspieler im eigenen Land. "
Bosman als Wendepunkt eines liberalisierten Arbeitsmarktes
Bis Mitte der 1990er-Jahre durften pro Mannschaft nicht mehr als drei
ausländische Spieler auflaufen. Das Bosman-Urteil des Europäischen Gerichtshofs
vom 15. Dezember 1995 hob diese Beschränkung für EU-Profis auf und stellte
Sportler arbeitsrechtlich anderen Arbeitnehmern gleich. Den größten Schub gab es
direkt danach: Zwischen 1995 und 1997 stieg der Anteil von Top-Spielern aus dem
Ausland oder mit Migrationshintergrund in den Top-Ligen um 16 Prozentpunkte. In
den europäischen Spitzenligen wuchs der Anteil von 23 % (1990) auf 71 % (2025).
Die WM 2026 in Zahlen
- Schweiz : 100 % der Stammspieler im Ausland aktiv
- Argentinien : 94 %, Brasilien : 89 %
- Frankreich und Südkorea : jeweils 83 %
- Deutschland : 33 %, England : 22 %
- Saudi-Arabien : 11 %, der niedrigste Wert im Feld
Südkorea zeigt den Trend zur Internationalisierung am deutlichsten: 1990
spielten alle WM-Nationalspieler in der heimischen K-League, 2026 sind es 83 %
im Ausland.
Starke Ligen halten ihre Talente eher im Land
Auffällig niedrige Legionärsanteile finden sich dort, wo die stärksten Ligen
beheimatet sind. England stellt laut UEFA-Fünfjahreswertung die stärkste Liga
und hält mit 78 % die meisten WM-Nationalspieler im eigenen Land. Spitzenklubs
in Spitzenligen binden heimische Talente und ziehen zugleich internationale an.
Was die Zahlen bedeuten
Der Fußball ist heute stärker globalisiert als fast jede andere Branche.
Spitzenkräfte wandern dorthin, wo die besten Bedingungen warten. Ein Rezept für
WM-Erfolg lässt sich aus den Daten jedoch nicht ableiten: Zuletzt waren Teams
mit hohem Legionärsanteil erfolgreich, davor aber auch Nationen, die ihre Stars
in der Heimatliga halten.
Die vollständige Studie mit interaktiven Grafiken zu allen 48 WM-Nationen ist
abrufbar unter: https://www.finalarm.de/studien/wm-legionaere/
Über die Studie / Methodik
Die Studie untersucht den Anteil der Legionäre (Nationalspieler, die zum
Zeitpunkt des Turniers bei einem ausländischen Verein unter Vertrag stehen) in
den WM-Kadern von 14 Stammteilnehmern (1990 bis 2026) sowie den Anteil der
Spieler aus dem Ausland oder mit Migrationshintergrund in den fünf europäischen
Top-Ligen (1990 bis 2025). Der WM-Wert ist ein spielergewichteter Durchschnitt.
Datenquellen: transfermarkt.de, WM-Kader auf Wikipedia (1990 bis 2022),
Panini-Album (Mai 2026) und Opta Power Ranking. Das Bosman-Urteil liberalisierte
den Spielerverkehr innerhalb der EU; ein Teil des Anstiegs der frühen
1990er-Jahre spiegelt zudem die Mobilität nach dem Kalten Krieg wider. Für 2026
erfasst das Panini-Album 18 statt 26 Spieler pro Nation.
Über Finalarm
Finalarm ist ein deutschsprachiges Finanzportal, das Verbraucher mit
Finanzvergleichen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten
Wirtschaftsthemen bei finanziellen Entscheidungen unterstützt.
Über DataPulse Research
DataPulse Research ist ein unabhängiges Datenstudio mit Fokus auf
Datenjournalismus und datengetriebene Visualisierungen. Wir machen komplexe
Zusammenhänge verständlich und setzen Zahlen in einen klaren Kontext. Unsere
Studien erscheinen regelmäßig in Medien wie Zeit, FAZ, Tagesschau, Welt, Focus,
Bild, Statista und Wikipedia.
Pressekontakt:
DataPulse Research
mailto:presse@datapulse.de
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OTS: Finalarm
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