|
Berlin (ots) - Deutschland braucht schnellstens eine Strukturreform im
Gesundheitswesen. Das forderte der Vorsitzende des Bundesverbands der
Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), Oliver Kirst, bei der Ordentlichen
Hauptversammlung des Verbandes heute in Berlin. Nur das wäre eine echte
Gesundheitsreform. Denn: "Das Gesundheitssystem muss besser werden!" Das von der
Bundesregierung geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das ab morgen im
Deutschen Bundestag beraten wird, sei keine Gesundheitsreform, "weil hier nichts
besser wird, sondern höchstens billiger".
Nach den Worten des BPI-Vorsitzenden ist der Gesetzentwurf voller Risiken sowohl
für die Industrie als auch für die Patientenversorgung. Das Gesetz werde, so
Oliver Kirst, die De-Industrialisierung des Standorts Deutschland vorantreiben.
Der geplante "dynamisierte Herstellerabschlag" bedeute das Ende von
Planungssicherheit. "Unter solchen Rahmenbedingungen wird eine Investition zu
einem unkalkulierbaren Risiko", erklärte Kirst.
Eine Therapie, die nicht zur Diagnose passt
Für den BPI-Vorsitzenden macht die Bundesregierung mit ihrem Spargesetz einen
schweren Fehler. "Die Regierung wählt eine Therapie, die nicht zur Diagnose
passt", so Kirst. In der anhaltenden Wirtschaftskrise verliere Deutschland
Investitionsvolumen, Innovationskraft und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Das
Land brauche eine neue Industrieordnung. "Die Gesundheitswirtschaft im
Allgemeinen, die pharmazeutische Industrie im Besonderen, kann ein elementarer
Teil dieser neuen Ordnung sein", sagte Kirst. Schließlich heiße es im
Koalitionsvertrag zu Recht, die pharmazeutische Industrie sei eine
Leitindustrie. "Wir können am Standort Deutschland als Wachstumsmotor und
Innovationstreiber eine viel bedeutendere Rolle spielen, wenn die
Rahmenbedingungen stimmen. Diese Bedingungen stimmen heute schon nicht und
werden sich morgen weiter verschlechtern", kritisierte der BPI-Vorsitzende.
Zur Diagnose gehört für den Verbandsvorsitzenden auch, dass die
Patientenversorgung längst nicht mehr verlässlich sei. Darüber hinaus sei das
Gesundheitssystem auf Krisen - von Schlimmerem ganz zu schweigen - nicht
vorbereitet.
Gesundheitspolitik ist Standortpolitik ist Sicherheitspolitik
"Nach dieser Diagnose muss Gesundheitspolitik immer auch Standortpolitik und
immer auch Sicherheitspolitik sein", betonte Kirst. Das
"Beitragssatzstabilisierungsgesetz" sei nichts von alledem: "Es schadet der
Versorgung, es schadet dem Standort, es schwächt die Unternehmen, die im
Krisenfall gebraucht werden."
Die vom BPI geforderte Strukturreform steht nach den Worten Kirsts auf vier
Säulen: Prävention, Innovation, Digitalisierung und Finanzierung. Er verwies auf
die Vorarbeit, die der BPI zusammen mit mehr als 20 Partnern aus allen Bereichen
des Gesundheitswesens mit dem Konzept "Gute Gesundheit 2030" geleistet habe.
Die (https://ots.de/zMoMu6) digitale Pressemappe (https://www.bpi.de/index.php?e
ID=dumpFile&t=f&f=84632&token=aba3cc76e8b96f7a7dbaa39121e71002b3358b0f) finden
Sie hier. (https://ots.de/zMoMu6)
Hier finden Sie: die Rede des BPI-Vorsitzenden Oliver Kirst, Jubiläumsausgabe
"75 Jahre BPI" unseres Pharmareports, das Konzept "Gute Gesundheit 2030", die
BPI-Sicherheitsstrategie sowie Fotos des BPI-Vorsitzenden Oliver Kirst und des
BPI-Hauptgeschäftsführers Dr. Kai Joachimsen.
Pressekontakt:
Hermann Hofmann, Tel. 0176 127909-36, mailto:presse@bpi.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/21085/6292574
OTS: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie
|