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Rösrath/Köln (ots) - Die VRFF Die Mediengewerkschaft hat sich auf ihrem 40.
Gewerkschaftstag für die sich rasant ändernde Arbeitswelt im
Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk frisch aufgestellt. Denn Faktoren wie
Reformstaatsvertrag, KEF-Vorgaben und KI haben das Umfeld der Beschäftigten
erneut nachhaltig verändert. Zeitgleich haben die Delegierten bei ihren
zweitägigen Beratungen auch den Geschäftsführenden Bundesvorstand der VRFF neu
gewählt.
Der Arbeitsdruck im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk (ÖRR) ist in den vergangenen
Jahren noch einmal erheblich gestiegen, die Arbeitswelt hat sich grundlegend
verändert. "Tarifpolitik ist deshalb weit mehr als die Frage nach Prozentpunkten
oder Tabellenwerten", erklärt Christian Gesch, bisheriger Vorsitzender der
Bundestarifkommission (BTK) der VRFF.
Auf die zunehmenden Herausforderungen stellt sich die VRFF immer wieder neu ein,
so auch auf ihrem 40. Gewerkschaftstag in Rösrath bei Köln am 15. und 16. Juni.
Einige der Herausforderungen, erläuterte Gesch den Delegierten, seien die
Restrukturierung der ARD, der Einsatz von KI im ÖRR und der Umgang mit dem
Nachwuchs in der Medienbranche.
Mit der Restrukturierung wolle die ARD Doppelstrukturen abbauen, Synergien
nutzen und mehr Effizienz schaffen. "Für die Beschäftigten bedeutet das
tiefgreifende Veränderungen, Verlagerung zwischen den Anstalten und damit
einhergehend auch veränderte Zuständigkeiten und mehr Druck. Dazu kommt der
wachsende politische Druck von außen", erklärt der erfahrene
Tarifverhandlungsführer der VRFF. "Die VRFF vertritt hier konsequent die
Interessen der Beschäftigten."
Und KI verändere längst das Arbeitsleben im öffentlich-rechtlichen Rundfunk:
Prozesse könnten damit effizienter gestaltet werden, Routineaufgaben reduziert
und damit Beschäftigte entlastet werden. Doch bestehende Qualifikationen
verlören dadurch auch an Wert, die Anforderungen an Beschäftigte stiegen
kontinuierlich. "KI kann sogar dazu führen, dass die Arbeit jedes und jeder
Einzelnen strenger als vorher kontrolliert wird". Deshalb, so Gesch "brauchen
wir Regeln für den Einsatz von KI, bevor Fakten geschaffen werden. Transparenz,
Mitbestimmung, Weiterbildung und Schutzrechte müssen zentrale Themen sein."
Eine weitere Schieflage in der Medienbranche: der im ÖRR ausgebildete Nachwuchs
wird - trotz bestandener Prüfung - immer seltener direkt in ein festes
Arbeitsverhältnis übernommen. Dabei herrsche in etlichen Medienberufen
eklatanter Fachkräftemangel. Zusätzlich erhielten die fertig Ausgebildeten immer
mehr Aufgaben und zu wenig konstruktive Rückmeldung. "Befristungen, Unsicherheit
und eine prekäre finanzielle Situation prägen zunehmend den Einstieg in den
Beruf. Eine gefährlich Entwicklung entsteht, wenn Ausbildung nicht mehr als
strategische Investition, sondern als Kostenfaktor betrachtet wird," kritisiert
Gesch die Medienhäuser. "Denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk braucht
besonders in diesen stürmischen Zeiten gut ausgebildete und motivierte junge
Journalisten, Techniker, IT-Spezialisten und Ingenieure, um eine stabile Zukunft
zu haben."
Gesch fügte hinzu: "Unter dauerhaftem Spardruck sind Verbesserungen nur möglich,
weil sie konsequent und solidarisch erkämpft werden". Für diesen Kampf hat sich
die VRFF auf ihrem Treffen inhaltlich neu aufgestellt, wie schon in den
vergangenen Jahren. Der Erfolg zeigt sich: Im Gegensatz zu anderen
Gewerkschaften hat die VRFF viele neue Mitglieder gewonnen. "Das zeigt, dass wir
unsere Arbeit gut machen", erklärt Matthias Kopatz, bisheriger stellvertretender
BTK-Vorsitzender.
Aber auch in den Strukturen der Vereinigung gibt es Veränderung. Denn alle
Aktiven der VRFF üben ihre Gewerkschaftstätigkeit im Ehrenamt, also in ihrer
Freizeit, aus - bis hin zur Bundesspitze der Mediengewerkschaft. Die
Arbeitsverdichtung und die stetig zunehmenden Veränderungen in ihrer Arbeitswelt
sind daher auch für die Delegierten auf dem VRFF-Gewerkschaft direkt spürbar.
Sie haben daher beschlossen, erstmals Doppelspitzen zuzulassen: in den
Betriebsgruppenvorständen und in den Bereichen Tarifkommission, Gender, Jugend
und Senioren auf Bundesebene. "Je mehr sich die Arbeitssituation der
Beschäftigten verschlechtert, umso mehr sind wir als Gewerkschaft gefragt. Mit
der Möglichkeit der Doppelspitze können wir die zunehmenden Aufgaben der
Vorsitzenden in unseren Reihen auf mehr Schultern verteilen", erklärt Christiana
Ennemoser, Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands (GBV) der VRFF.
An der Spitze der Mediengewerkschaft gab es auch personelle Veränderungen: Die
bisherige Bundesvorsitzende Anke Ben Rejeb trat nicht mehr an. Zur neuen
Bundesvorsitzenden wurde Christiana Ennemoser gewählt. Auch der Vorsitz der
Bundestarifkommission wurde neu besetzt: Nach fünf intensiven Jahren an der
Spitze der BTK stand auch Christian Gesch nicht mehr zur Wahl. Diese Kernaufgabe
der VRFF übernehmen nun der erfahrene Tarifverhandlungsführer Peter Winne und
Geschs bisheriger Stellvertreter Matthias Kopatz als Doppelspitze.
Fotos zum Download:
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Über die VRFF:
Alleinstellungsmerkmal der Bundestarifkommission der VRFF ist, dass sie die
Tarif-Kompetenzen aus dem Bereich Medien und öffentlicher Dienst vereint und
dabei vor Ort im Interesse der Mitglieder agiert.
Die VRFF Die Mediengewerkschaft e.V. gehört zum dbb beamtenbund und tarifunion
und vertritt die Interessen der Beschäftigten im Bereich der Medien und des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Gewerkschaft setzt sich ein für faire
Arbeitsbedingungen, unabhängigen Journalismus und eine angemessene Finanzierung
des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Pressekontakt:
VRFF die Mediengewerkschaft
Christiana Ennemoser
Tel: 0160-94648656
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OTS: VRFF die mediengewerkschaft
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