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Künstliche Intelligenz: Chefetage sieht geringere Risiken als operatives Management

17.06.2026 12:07 Uhr Expleo

Köln (ots) - Europäische Unternehmen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI), doch beim Thema KI-Governance klafft in vielen Organisationen eine bemerkenswerte Lücke: Eigentümer und Top-Manager sind mehrheitlich davon überzeugt, dass ihr Unternehmen im Falle eines KI-bezogenen Zwischenfalls verantwortungsvoll handeln und angemessene Governance-Strukturen nachweisen könnte. Führungskräfte auf operativer Ebene äußern hingegen deutlich mehr Zweifel. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des "Expleo AI Pulse" hervor, für den jeden Monat Führungskräfte in Deutschland, Großbritannien und Frankreich befragt werden.

Vor allem Eigentümer und Unternehmensinhaber antworteten sehr überzeugt auf die Frage, ob ihre Organisation im Falle eines kritischen KI-Vorfalls eine verantwortungsvolle Governance nachweisen können. 85 Prozent von ihnen äußern Vertrauen in die entsprechenden Strukturen und Prozesse. Bei C-Level-Führungskräften liegt dieser Wert bei 71 Prozent, im gehobenen Management bei 70 Prozent und im mittleren Management bei 68 Prozent. Im Junior Management sinkt die Zustimmung sogar auf 53 Prozent.

"Die Unterschiede zwischen den Führungsebenen sind bemerkenswert", sagt Dr. Yusuf Erdogan, Country Lead Digital & Technology bei Expleo Deutschland. "Sie legen nahe, dass die KI-Governance in vielen Unternehmen nicht über alle Ebenen hinweg harmonisiert ist - je nachdem, wie nah die jeweiligen Führungskräfte am operativen Einsatz der Technologie sind."

Erdogan sieht darin ein Warnsignal: "Governance ist nur dann wirksam, wenn sie in der gesamten Organisation verankert ist. Richtlinien und Kontrollmechanismen allein schaffen noch kein Vertrauen. Mitarbeitende und Führungskräfte müssen verstehen, wie KI eingesetzt wird, welche Regeln gelten und wie im Ernstfall gehandelt wird."

Cyberrisiken werden auf unteren Führungsebenen kritischer bewertet

Die unterschiedliche Wahrnehmung von Risiken zeigt sich auch bei einem weiteren Aspekt der Befragung. So machen sich lediglich 47 Prozent der Eigentümer und Unternehmensinhaber Gedanken über die Cybersecurity-Risiken von KI, während dieser Wert im Junior-Management bei 65 Prozent liegt.

"Interessant ist, dass ausgerechnet die Führungskräfte, die näher am operativen Geschäft arbeiten, häufig kritischer auf potenzielle Risiken blicken", erklärt Erdogan. "Dies kann darauf hindeuten, dass Gefahren dort besonders sichtbar werden, wo KI im Arbeitsalltag konkret eingesetzt wird. Für Unternehmen entsteht daraus die Aufgabe, Governance, Sicherheitsmaßnahmen und Verantwortlichkeiten transparent über alle Hierarchieebenen hinweg zu kommunizieren."

Sentiment-Index steigt leicht an

Trotz bestehender Zweifel an der Governance und dem Risikomanagement bleibt die allgemeine Stimmung bezüglich KI positiv. So stieg der europäische AI-Pulse-Sentiment-Score im Mai leicht auf 67 Punkte, nachdem er im April bei 66 Punkten gelegen hatte. Die Werte der drei untersuchten Länder bewegen sich dabei auf einem ähnlich hohen Niveau.

"Die stabile Stimmung zeigt, dass Unternehmen weiterhin großes Vertrauen in die Möglichkeiten und Potenziale von KI haben", sagt Erdogan. "Der Optimismus bleibt bestehen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass Vertrauen langfristig nur durch Sicherheit, Transparenz und gute Governance abgesichert werden kann."

Kernaussagen

- 85 Prozent der Eigentümer und Unternehmensinhaber sind überzeugt, dass ihre Organisation im Fall eines KI-Vorfalls eine verantwortungsvolle Governance nachweisen könnte; im Junior Management sind es nur 53 Prozent - Die Sorge über Cybersecurity-Risiken von KI ist im Junior Management deutlich stärker ausgeprägt als bei Eigentümern und Unternehmensinhabern (65 Prozent vs. 47 Prozent) - Die Ergebnisse deuten auf unterschiedliche Wahrnehmungen von KI-Governance innerhalb von Organisationen hin - Der europäische AI-Pulse-Sentiment-Score steigt leicht auf 67 Punkte

Zur AI-Pulse-Studie

Die "Expleo AI Pulse"-Umfrage wird seit August 2025 jeden Monat in Deutschland, Großbritannien und Frankreich durchgeführt und liefert repräsentative Stimmungsbilder zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Die aktuelle Ausgabe basiert auf der zehnten Erhebungswelle (Feldphase: Mai 2026). Pro Land werden 200 Führungskräfte befragt, insgesamt sind es 600 Personen pro Monat. Die Teilnehmenden stammen aus den Branchen IT, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Handel, Ingenieurwesen sowie Transport und Logistik. Die Studie wird von der Insights-Agentur Opinium im Auftrag von Expleo durchgeführt. Umfangreiche Datensätze und zusätzliche Informationen sind auf Anfrage erhältlich.

Über Expleo

Expleo ist ein weltweit tätiger Anbieter von Engineering-, Technologie- und Beratungsdienstleistungen. Das Unternehmen begleitet führende Organisationen bei ihrer Transformation, unterstützt sie dabei, operative Exzellenz zu erreichen und ihre Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Entwicklung komplexer Produkte, der Optimierung industrieller Prozesse und der Qualitätssicherung von IT-Systemen bringt Expleo tiefes Branchenwissen und technologische Kompetenz in jedes Projekt ein. Zum Portfolio gehören Schlüsselthemen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Hyperautomatisierung, Cybersicherheit und Data Science. Ziel ist es, Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu beschleunigen.

Als verantwortungsbewusstes und diverses Unternehmen steht Expleo für integres Handeln und arbeitet aktiv an einer nachhaltigeren und sicheren Gesellschaft.

Mit rund 19.000 Expert:innen in 30 Ländern erwirtschaftet Expleo einen Jahresumsatz von über 1,4 Milliarden Euro.

Weitere Informationen finden Sie unter https://expleo.com/ .

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Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Expleo
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