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Köln (ots) - Europäische Unternehmen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz
(KI), doch beim Thema KI-Governance klafft in vielen Organisationen eine
bemerkenswerte Lücke: Eigentümer und Top-Manager sind mehrheitlich davon
überzeugt, dass ihr Unternehmen im Falle eines KI-bezogenen Zwischenfalls
verantwortungsvoll handeln und angemessene Governance-Strukturen nachweisen
könnte. Führungskräfte auf operativer Ebene äußern hingegen deutlich mehr
Zweifel. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des "Expleo AI Pulse" hervor, für
den jeden Monat Führungskräfte in Deutschland, Großbritannien und Frankreich
befragt werden.
Vor allem Eigentümer und Unternehmensinhaber antworteten sehr überzeugt auf die
Frage, ob ihre Organisation im Falle eines kritischen KI-Vorfalls eine
verantwortungsvolle Governance nachweisen können. 85 Prozent von ihnen äußern
Vertrauen in die entsprechenden Strukturen und Prozesse. Bei
C-Level-Führungskräften liegt dieser Wert bei 71 Prozent, im gehobenen
Management bei 70 Prozent und im mittleren Management bei 68 Prozent. Im Junior
Management sinkt die Zustimmung sogar auf 53 Prozent.
"Die Unterschiede zwischen den Führungsebenen sind bemerkenswert", sagt Dr.
Yusuf Erdogan, Country Lead Digital & Technology bei Expleo Deutschland. "Sie
legen nahe, dass die KI-Governance in vielen Unternehmen nicht über alle Ebenen
hinweg harmonisiert ist - je nachdem, wie nah die jeweiligen Führungskräfte am
operativen Einsatz der Technologie sind."
Erdogan sieht darin ein Warnsignal: "Governance ist nur dann wirksam, wenn sie
in der gesamten Organisation verankert ist. Richtlinien und Kontrollmechanismen
allein schaffen noch kein Vertrauen. Mitarbeitende und Führungskräfte müssen
verstehen, wie KI eingesetzt wird, welche Regeln gelten und wie im Ernstfall
gehandelt wird."
Cyberrisiken werden auf unteren Führungsebenen kritischer bewertet
Die unterschiedliche Wahrnehmung von Risiken zeigt sich auch bei einem weiteren
Aspekt der Befragung. So machen sich lediglich 47 Prozent der Eigentümer und
Unternehmensinhaber Gedanken über die Cybersecurity-Risiken von KI, während
dieser Wert im Junior-Management bei 65 Prozent liegt.
"Interessant ist, dass ausgerechnet die Führungskräfte, die näher am operativen
Geschäft arbeiten, häufig kritischer auf potenzielle Risiken blicken", erklärt
Erdogan. "Dies kann darauf hindeuten, dass Gefahren dort besonders sichtbar
werden, wo KI im Arbeitsalltag konkret eingesetzt wird. Für Unternehmen entsteht
daraus die Aufgabe, Governance, Sicherheitsmaßnahmen und Verantwortlichkeiten
transparent über alle Hierarchieebenen hinweg zu kommunizieren."
Sentiment-Index steigt leicht an
Trotz bestehender Zweifel an der Governance und dem Risikomanagement bleibt die
allgemeine Stimmung bezüglich KI positiv. So stieg der europäische
AI-Pulse-Sentiment-Score im Mai leicht auf 67 Punkte, nachdem er im April bei 66
Punkten gelegen hatte. Die Werte der drei untersuchten Länder bewegen sich dabei
auf einem ähnlich hohen Niveau.
"Die stabile Stimmung zeigt, dass Unternehmen weiterhin großes Vertrauen in die
Möglichkeiten und Potenziale von KI haben", sagt Erdogan. "Der Optimismus bleibt
bestehen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass Vertrauen langfristig
nur durch Sicherheit, Transparenz und gute Governance abgesichert werden kann."
Kernaussagen
- 85 Prozent der Eigentümer und Unternehmensinhaber sind überzeugt, dass ihre
Organisation im Fall eines KI-Vorfalls eine verantwortungsvolle Governance
nachweisen könnte; im Junior Management sind es nur 53 Prozent
- Die Sorge über Cybersecurity-Risiken von KI ist im Junior Management deutlich
stärker ausgeprägt als bei Eigentümern und Unternehmensinhabern (65 Prozent
vs. 47 Prozent)
- Die Ergebnisse deuten auf unterschiedliche Wahrnehmungen von KI-Governance
innerhalb von Organisationen hin
- Der europäische AI-Pulse-Sentiment-Score steigt leicht auf 67 Punkte
Zur AI-Pulse-Studie
Die "Expleo AI Pulse"-Umfrage wird seit August 2025 jeden Monat in Deutschland,
Großbritannien und Frankreich durchgeführt und liefert repräsentative
Stimmungsbilder zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Die
aktuelle Ausgabe basiert auf der zehnten Erhebungswelle (Feldphase: Mai 2026).
Pro Land werden 200 Führungskräfte befragt, insgesamt sind es 600 Personen pro
Monat. Die Teilnehmenden stammen aus den Branchen IT, Finanzdienstleistungen,
Versicherungen, Handel, Ingenieurwesen sowie Transport und Logistik. Die Studie
wird von der Insights-Agentur Opinium im Auftrag von Expleo durchgeführt.
Umfangreiche Datensätze und zusätzliche Informationen sind auf Anfrage
erhältlich.
Über Expleo
Expleo ist ein weltweit tätiger Anbieter von Engineering-, Technologie- und
Beratungsdienstleistungen. Das Unternehmen begleitet führende Organisationen bei
ihrer Transformation, unterstützt sie dabei, operative Exzellenz zu erreichen
und ihre Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu sichern.
Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Entwicklung komplexer Produkte, der
Optimierung industrieller Prozesse und der Qualitätssicherung von IT-Systemen
bringt Expleo tiefes Branchenwissen und technologische Kompetenz in jedes
Projekt ein. Zum Portfolio gehören Schlüsselthemen wie Künstliche Intelligenz,
Digitalisierung, Hyperautomatisierung, Cybersicherheit und Data Science. Ziel
ist es, Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu beschleunigen.
Als verantwortungsbewusstes und diverses Unternehmen steht Expleo für integres
Handeln und arbeitet aktiv an einer nachhaltigeren und sicheren Gesellschaft.
Mit rund 19.000 Expert:innen in 30 Ländern erwirtschaftet Expleo einen
Jahresumsatz von über 1,4 Milliarden Euro.
Weitere Informationen finden Sie unter https://expleo.com/ .
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OTS: Expleo
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