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Duisburg/Berlin (ots) - 37 bis 42 Millionen Kinder und Jugendliche waren 2024
laut UN-Angaben weltweit auf der Flucht. Doch das sind nur grobe Schätzungen.
Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni fordert die Kindernothilfe hier dringend mehr
Klarheit, damit kein geflüchtetes Kind unsichtbar und damit ungeschützt bleibt.
In vielen Ländern, so die Kinderrechtsorganisation, würden Daten über
vertriebene Minderjährige nicht routinemäßig erhoben und ausgewertet. Warum sie
ihre Heimat verlassen müssen, ob sie auf der Flucht hungern, krank sind, zur
Schule gehen oder ausgebeutet werden, könne in vielen Fällen nicht beantwortet
werden. "Ohne schützendes Umfeld sind Kinder und Jugendliche extremen Gefahren
ausgesetzt. Wenn sie dann noch nicht einmal erfasst werden, öffnet das
Kinderrechtverletzungen Tür und Tor", warnt Kindernothilfe-Vorstand Carsten
Montag.
Dort, wo UN-Erhebungen vorliegen, beobachtet die Kindernothilfe alarmierende
Entwicklungen. So habe sich die Zahl gewaltsam vertriebener Kinder seit 2010
fast verdreifacht - sie lag 2024 weltweit bei geschätzten 48,7 Millionen. Zwei
Drittel von ihnen stammten aus nur fünf Ländern: Afghanistan, Syrien, Venezuela,
Ukraine und Südsudan. Für Vertreibungen innerhalb der Landesgrenzen sei heute
überwiegend der Klimawandel verantwortlich. Gar keine konkreten Zahlen gebe es
überdies zu der extrem gefährdeten Gruppe der unbegleiteten minderjährigen
Geflüchteten.
"Wir wissen auf das Quartal genau, wie viele Menschen ein Smartphone besitzen.
Aber wenn es um Kinder geht, die vor Krieg, Dürre und Epidemien fliehen müssen,
versagen unsere Statistiken", kritisiert Carsten Montag. Angesichts der heutigen
technischen Möglichkeiten sei es beschämend, dass Millionen Kinder und
Jugendliche auf der Flucht unter dem Radar der Behörden blieben. "Sichtbarkeit
ist der erste Schritt zum Kinderschutz. Dafür muss sich die Bundesregierung
nachdrücklich einsetzen, auf EU-Ebene und darüber hinaus."
Für Interviewanfragen steht unsere Pressestelle jederzeit zur Verfügung.
Als eine der größten Kinderrechtsorganisationen in Europa unterstützt die
Kindernothilfe seit mehr als 65 Jahren weltweit Kinder und Jugendliche in
schwierigen Lebenssituationen. Die Kindernothilfe ist Mitglied im Bündnis
Entwicklung Hilft. Weitere Infos unter https://www.kindernothilfe.de/informieren
/wissenswertes/kinderrechte/kinderrechtsansatz
Pressekontakt:
Angelika Böhling, Pressesprecherin
mailto:Angelika.Boehling@kindernothilfe.de
Tel.: 0203.7789-230
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OTS: Kindernothilfe e.V.
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