|
Bonn (ots) - Wie lange können wir uns noch dieses teure Gesundheitssystem
leisten? Das ist die große Frage, auf die die Bundesregierung mit der
Gesundheitsreform antwortet. Ein zentraler Kernbestandteil der Reform ist das
sogenannte GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, auch GKV-Spargesetz genannt,
mit dem Gesundheitsministerin Nina Warken die Krankenkassen um Milliarden
entlasten will. Große Einschnitte soll es dabei aber vor allem bei der
Pharmaindustrie geben. Was das aber für Folgen für Unternehmen aber auch uns
Patienten haben kann, weiß Helke Michael.
Sprecherin: Aus Sicht der Pharmaindustrie erschwert das GKV-Spargesetz
Investitionen in Arzneimittelforschung und die Entwicklung neuer Therapien in
Deutschland massiv, weil es weniger Planungssicherheit und geringere finanzielle
Spielräume geben wird, so Hannes Hönemann von Pharma Deutschland.
O-Ton 1 (Hannes Hönemann, 28 Sek.): "Mittelständische deutsche
Pharmaunternehmen, deren Produkte wir alle aus den Apotheken kennen, die
bekommen für ihre verschreibungspflichtigen Medikamente jetzt weniger Geld. Die
Unternehmen werden also prüfen, ob sie die Produktion von einigen Präparaten
einstellen oder ins Ausland verlagern wollen. Und weil es schwerer ist, mit
guten Arzneimitteln Geld zu verdienen, wird auch weniger investiert. Und das
kann zur Folge haben, dass klinische Studien, Forschungsprojekte und sogar
Produktionskapazitäten eher in andere Länder abwandern, als in Deutschland
bleiben."
Sprecherin: Es wird also weniger Arzneimittel Made in Germany geben. Für uns
Patienten kann das zur Folge haben, dass bestimmte Medikamente schwerer oder gar
nicht zu bekommen sind.
O-Ton 2 (Hannes Hönemann, 26 Sek.): "Es kann passieren, dass Sie als Patient
oder als Patientin länger auf neue Therapien warten, die zwar schon entwickelt
sind, aber eben noch nicht in Deutschland eingesetzt. Und es kann sein, dass
gerade Kinderarzneimittel oder versorgungskritische Medikamente, welche die
besonders wichtig sind bei chronischen Krankheiten, häufiger nicht geliefert
werden können. Die Gefahr, dass Patientinnen und Patienten eher die günstigste
Lösung als die beste Lösung bekommen, wird steigen."
Sprecherin: Am Ende könnte das deutsche Gesundheitssystem vielleicht günstiger -
vor allem aber schlechter werden, weil die Versorgung mit Medikamenten unsicher
wird und wir den Anschluss an den medizinischen Fortschritt verlieren.
O-Ton 3 (Hannes Hönemann, 18 Sek.): "Dazu kommt, wenn die Preise von den
Krankenkassen immer weiter gedrückt werden, dann bedeutet das auch Druck auf die
Preise für die bewährten Arzneimittel, die viele Patientinnen und Patienten
täglich brauchen. Die negativen Folgen eines solchen Gesetzes treten zwar
vielleicht schleichend ein, aber sie werden auf jeden Fall zu spüren sein."
Sprecherin: Um das zu verhindern und gleichzeitig die Kosten unseres
Gesundheitssystems zu senken, sollte man, aus Sicht von Pharma Deutschland,
lieber auf Prävention setzen.
O-Ton 4 (Hannes Hönemann, 11 Sek.): "Man kann impfen, man kann diese ganzen
chronischen Krankheiten, die uns alle betreffen wie Blutdruck, Diabetes und so,
viel schneller erkennen und dann behandeln. Und zwar eben auch mit Arzneimitteln
aus Deutschland."
GKV-Spargesetz der Bundesregierung soll die Krankenkassen um Milliarden Euro
entlasten - fällt aber am Ende wahrscheinlich uns Patienten auf die Füße und
könnte unsere Versorgungssicherheit gefährden, außerdem den Innovations- und
Wirtschaftsstandort Deutschland.
Pressekontakt:
Hannes Stefan Hönemann
Leitung
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
T. 030 | 3087596-138
M. 0171 | 561 82 03
mailto:hoenemann@pharmadeutschland.de
Anna Frederike Gutzeit
CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
M. 0170 - 4548014
E. mailto:gutzeit@pharmadeutschland.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/54882/6296259
OTS: Pharma Deutschland e.V.
|