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Heidelberg (ots) - Gentechnisch veränderte Lebensmittel lösen hierzulande oft
große Besorgnis aus. Denn in der Regel ist für die Verbraucherinnen und
Verbraucher nicht ersichtlich, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt und
wie stark tatsächlich in das Genom der Pflanzen eingegriffen wurde. Deshalb ist
es richtig, dass die EU bei der Gentechnik künftig stärker differenziert. Gerade
bei jenen Sorten, die auch ganz klassisch durch Kreuzung und Auslese hätten
entstehen können, sind die Risiken gering. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft
in Zeiten des Klimawandels dringend auf Nutzpflanzen angewiesen, die besser
gegen Hitze, Wassermangel und Schädlinge gewappnet sind. Eine längere
Haltbarkeit kann zudem dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel im Müll landen.
Höchst problematisch ist hingegen, dass die Regeln auch Patente auf gentechnisch
verändertes Saatgut erlauben. Hier haben sich offensichtlich die Lobbyisten der
Großkonzerne durchgesetzt. Wer das nötige Kapital besitzt, um Patente in großem
Stil anzukaufen, kann kleinere Unternehmen aus dem Markt drängen und die
Landwirte in eine langfristige Abhängigkeit zwingen. Die EU legt damit die
Ernährungssicherheit auf dem Kontinent in die falschen Hände.
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Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
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