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Ulm (ots) - Die Registrierung als Stammzellspender ist vielen Menschen ein
Begriff. Was nach dem Wangenabstrich geschieht, kennt jedoch kaum jemand. Mit
einem neuen 3D-Animationsfilm gibt das Zentrale Knochenmarkspender-Register
Deutschland (ZKRD) anlässlich seiner Jahrestagung 2026 in Ulm einen
anschaulichen Einblick in diesen sonst unsichtbaren Teil seiner Arbeit. Der Film
begleitet eine Stammzellspende vom Wangenabstrich bis zur Transplantation und
zeigt, welche Rolle das ZKRD dabei im Hintergrund spielt.
Am Beispiel von Paul und Anna erzählt der dreieinhalbminütige Film, wie aus
einer Registrierung eine konkrete Stammzellspende werden kann. Paul lebt in
Australien und ist als Stammzellspender registriert, Anna lebt in Deutschland
und ist an Blutkrebs erkrankt. Die beiden Figuren sind fiktiv, der Ablauf ist es
nicht. Weil das ZKRD mit pseudonymisierten Daten arbeitet, kennt es weder die
Namen noch die persönlichen Geschichten der beteiligten Spender und Patienten.
Paul und Anna stehen deshalb für viele mögliche Verläufe, die im Register
täglich beginnen können.
Aufklärung in einer entscheidenden Phase
Diese Wissenslücke gewinnt an Bedeutung. Mit 9.049 Stammzellentnahmen bei
deutschen Spendern erreichte das ZKRD 2025 zwar einen historischen Rekord, ein
Plus von 8,4 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig fiel die Zahl der
Neuregistrierungen 2025 mit 412.371 Menschen auf den niedrigsten Stand seit
2010. Da jährlich zudem viele ältere Spender altersbedingt aus dem Register
ausscheiden, droht die Schere zwischen Bedarf und verfügbaren Spendern weiter
auseinanderzugehen. Wer den Weg einer Stammzellspende kennt, kann fundierter
entscheiden, ob er Teil dieses Netzwerks werden möchte.
Genau hier setzt der neue Animationsfilm an: Stellvertretend für unzählige reale
Verläufe verdichtet er den komplexen Ablauf einer Stammzellspende, von der
ersten Suchanfrage über den weltweiten Datenabgleich bis zur Koordination des
Kuriertransports und der eigentlichen Transplantation. Sichtbar wird dabei auch,
was das ZKRD im Hintergrund leistet. Mithilfe seiner hauseigenen
Hochleistungssoftware OptiMatch® gleicht es Patienten- und Spenderprofile
international miteinander ab, klärt mit den Krankenkassen die Kostenübernahme,
synchronisiert Termine zwischen Kliniken und sorgt dafür, dass das Transplantat
sicher beim Patienten ankommt.
Den Film finden Sie hier: https://youtu.be/APysyRgQKr0
Das ZKRD als Knotenpunkt in einem weltweiten Netzwerk
Seit 1992 ist das ZKRD nach §65f SGB V die zentrale Koordinationsstelle für die
Stammzellspendersuche in Deutschland. Stand 31. Dezember 2025 sind 10.553.069
Spender in Deutschland registriert, weltweit sind es 44.244.323. Mit über 300
Partnerinstitutionen ist das ZKRD vernetzt und gewährleistet so nicht nur den
Datenabgleich, sondern koordiniert auch die übergreifenden Abläufe und
unterstützt das Zusammenspiel aller Beteiligten.
Rund 90 % aller Spenden erfolgen heute als periphere Blutstammzellspenden. Dabei
handelt es sich nicht um einen Eingriff am Knochen, sondern um ein Verfahren,
das einer Blutspende ähnelt. Während der neue Animationsfilm die Suche nach dem
geeigneten Stammzellspender anschaulich vermittelt, dokumentiert der aktuelle
Jahresbericht des ZKRD, der ebenfalls zur Jahrestagung 2026 veröffentlicht
wurde, die Zahlen und Entwicklungen hinter dieser Arbeit.
"Unsere Arbeit findet zu großen Teilen im Hintergrund statt", erklärt PD Dr.
Joannis Mytilineos, medizinischer Geschäftsführer des ZKRD. "Mit dem neuen
Animationsfilm machen wir diese Arbeit dennoch greifbar. Denn wer versteht, was
nach dem Wangenabstrich geschieht, erkennt auch die Bedeutung jeder einzelnen
Registrierung."
Das Motto des ZKRD, "Suchen. Finden. Heilen helfen.", lässt sich nur einlösen,
wenn Menschen wie Paul sich entscheiden zu helfen. Wer sich registrieren lassen
möchte, kann das ab dem 17. Lebensjahr über eine der in Deutschland zugelassenen
Spenderdateien tun. Die Freischaltung der Spenderdaten erfolgt jedoch erst mit
Vollendung des 18. Lebensjahres. Für die Registrierung wird dabei in der Regel
nur ein unkomplizierter Wangenabstrich benötigt. Als potenzieller
Stammzellspender steht man dann bis zu einem Alter von 60 Jahren zur Verfügung.
Ergibt der Abgleich durch das ZKRD eine passende Übereinstimmung mit einem
Patienten und erfüllt der Spender auch die weiteren Kriterien, wird er über
seine Spenderdatei kontaktiert. Geschichten wie die von Paul und Anna entstehen,
weil jemand zur richtigen Zeit "Ja" gesagt hat. Lange bevor er wusste, dass
jemand wie Anna dieses "Ja" einmal brauchen würde.
Weitere Informationen zur Registrierung finden Sie unter:
https://www.zkrd.de/registrierung-spende
Über das ZKRD
Seit seiner Gründung 1992 stellt das Zentrale Knochenmarkspender-Register
Deutschland mit Sitz in Ulm den Knotenpunkt des gesamten Spendersuch-Prozesses
dar. Über die Datenbank des ZKRD läuft der Abgleich der anonymisierten Profile
aller in Deutschland typisierten Spender mit den Daten der Patienten, die eine
Blutstammzelltransplantation benötigen. Mithilfe der hauseigenen Software
OptiMatch bearbeiten die knapp über 50 Mitarbeiter des ZKRD Suchanfragen aus dem
In- und Ausland, um sicherzustellen, dass für jeden Patienten der beste Spender
schnellstmöglich identifiziert werden kann. Durch seine weltweite Vernetzung
kann das ZKRD zusätzlich auf die Datenbanken internationaler Register zugreifen.
Pressekontakt:
Maximilian Tyrai / Lisa Maria Zingel
ISGRO Themenraum GmbH
Tel.: +49 (0) 621 40 17 12-28
mailto:Team-ZKRD@isgro.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/74019/6296955
OTS: ZKRD - Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland
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