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Berlin (ots) - Die Kriege in Nahost, Sudan und der Ukraine haben Millionen
Menschen ihrer Heimat beraubt. Viele hunderttausende Menschen leben hier unter
widrigsten Bedingungen und in täglicher Angst vor erneuten Angriffen. Während
über diese Krisen noch berichtet wird, finden andere gar keine Betrachtung: Der
Konflikt zwischen Kambodscha und Thailand führte laut den Vereinten Nationen zu
650.000 Vertriebenen. In Myanmar sind 3,6 Millionen Menschen Vertriebene im
eigenen Land. Auch in Mosambik wurden durch terroristische Gruppierungen im
Norden des Landes über 500.000 Menschen aus ihren Dörfern vertrieben. Im
Südsudan leben 1,3 Millionen Menschen in provisorischen Unterkünften und in Gaza
wurden zwei Millionen Menschen auf 30 Prozent ihres Landes zusammengepfercht.
"Wir erleben im Nahen Osten und anderen Regionen, wie Menschen alles verlieren:
Ihre Angehörigen, ihr Zuhause, ihre Gesundheit und jede Perspektive auf
Sicherheit. Viele Menschen leben in permanenter Angst, Kinder wachsen zwischen
Flucht, Unsicherheit und Traumatisierung auf", fasst Anette Müller,
Johanniter-Regionaldirektorin Asien-Europa, die Situation zusammen. "Humanitäre
Hilfe rettet Leben. Wir alle werden uns daran messen lassen müssen, ob wir jetzt
handeln und den Schutz von Zivilpersonen konsequent einfordern und ausreichend
Mittel zur Hilfe dafür zur Verfügung stellen. Nicht morgen, sondern heute."
Die Johanniter-Auslandshilfe und ihre Partner setzen sich in vielen Ländern
dafür ein, Geflüchteten ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Von mobilen
medizinischen Teams zur Behandlung Betroffener der Konflikte über die Verteilung
von lebensnotwendigen Hilfsgütern wie Decken, Matten oder Kochutensilien bis zu
psychosozialer Unterstützung, Ernährungsprogrammen und cash-for-work-Programmen.
Hilfe in Deutschland: Unterkünfte, Erstversorgung und Sozialberatung
In Deutschland setzen die Johanniter auf den Schutz und eine angemessene
Unterbringung, medizinische und soziale Erstversorgung und Begleitung der neu
ankommenden Menschen. Die Johanniter unterstützen zudem von Beginn an mit
gezielter Sprachförderung und lokalen Angeboten das Ankommen und die Integration
der Menschen in Deutschland.
Shmoos Abdelmonim, Johanniter-Freiwillige im Regionalverband Nordbrandenburg,
beschreibt das Zusammenwirken von Sicherheit und Teilhabe anhand ihrer eigenen
Geschichte: "Der Weltflüchtlingstag ist für mich sehr persönlich. Ende 2022
begann ein neuer Lebensabschnitt in Deutschland - hier haben meine Kinder und
ich Sicherheit und viel Hilfe erfahren. Dafür bin ich sehr dankbar. Die größte
Hürde ist die Sprache. Sie entscheidet oft darüber, ob man Arbeit, Bildung und
Teilhabe findet. Deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich als Übersetzerin und
unterstütze Menschen, die gerade angekommen sind. Ich möchte die Chancen
weitergeben, die mir selbst eröffnet wurden, damit auch andere eine sichere
Perspektive für sich und ihre Familien finden."
Entsprechend setzen sich die Johanniter dafür ein, Sprachzugänge und
Förderangebote deutlich zu stärken: Durch ausreichende Kursplätze und
Kostenübernahmen, den Ausbau lokaler Lernangebote und nachhaltige Strukturen,
die Bildung und berufliche Perspektiven sichern.
Sprache als Schlüssel: Bildungs- und Integrationsangebote ausbauen
Marvin Glagow, Fachbereichsleiter Bildung im Regionalverband Kurhessen der
Johanniter, bestärkt dies aus seiner praktischen Erfahrung vor Ort: "Sprache ist
der Schlüssel zu Integration, gesellschaftlicher Teilhabe und beruflicher
Perspektive. Die aktuellen Einschränkungen beim Zugang zu Integrationskursen
spüren wir deutlich. Menschen erhalten keine Kostenübernahme mehr, Kurse müssen
verschoben oder abgesagt werden. Wer beim Spracherwerb ausgebremst wird, wird
auch bei der Integration ausgebremst - mit Folgen für die betroffenen Menschen,
aber auch für unsere Gesellschaft insgesamt."
Über die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. engagiert sich in Deutschland und weltweit für
geflüchtete und vertriebene Menschen. So leisten über 3.000 Johanniterinnen und
Johanniter im Bundesgebiet Sozialberatung und Alltagsunterstützung, geben
Sprachkurse, helfen bei der Suche nach Ausbildung und Arbeit und organisieren
Begegnungsmöglichkeiten. Die Johanniter betreiben zudem derzeit 134 Unterkünfte
für Geflüchtete mit einer Kapazität für rund 30.000 Menschen.
Die humanitäre Hilfe im Ausland ist eine satzungsgemäße Aufgabe der
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und wird durch die Johanniter-Auslandshilfe
umgesetzt. In derzeit zwölf Ländern führen sie 65 Projekte im Bereich
Gesundheit, Nothilfe und Sicherung der Existenzgrundlagen durch und unterstützen
damit mehr als 1,47 Millionen Menschen.
Hinweis an Redaktionen
Gerne bieten wir Ihnen Interviews mit Menschen in der Flüchtlingshilfe in
Deutschland und weltweit an. Wenden Sie sich an die Pressestelle.
Pressekontakt:
Sandra Lorenz, Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe
Tel.: 0172 / 563 87 40
E-Mail: mailto:medien@johanniter.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/14240/6297086
OTS: Johanniter Unfall Hilfe e.V.
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