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New York City (ots) - Die Welt braucht jetzt ein klares Bekenntnis zu den
erfolgreichen Maßnahmen gegen die HIV/Aids-Pandemie - sonst drohen drastische
Rückschritte. Deutsche Aidshilfe ist Teil der Deutschen Delegation
Bei einem "High-Level-Meeting" verhandeln die Mitgliedsstaaten der Vereinten
Nationen heute und morgen in New York die globale Strategie gegen die
HIV/Aids-Pandemie. Am Ende wird eine Deklaration stehen, die die Richtung der
nächsten fünf Jahre festschreibt.
Die Konferenz ist daher von höchster Bedeutung: Genau die Maßnahmen, die vielen
Millionen Menschen das Leben gerettet und unzählige Infektionen verhindert
haben, werden zurzeit immer mehr zurückgefahren und in Frage gestellt.
Drastische finanzielle Kürzungen und politische Blockaden gefährden die Erfolge
der letzten Jahrzehnte.
"In New York geht es um alles. Die Vereinten Nationen müssen sich klar zur
bisher erfolgreichen Strategie bekennen, denn es droht ein Wiederaufflammen der
Aids-Epidemie", sagt Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe (DAH).
UNAIDS schlägt Alarm: (https://www.unaids.org/en/resources/presscentre/pressrele
aseandstatementarchive/2026/june/20260612_PR_global_aids_brief) Die globalen
Maßnahmen gegen Aids würden zurzeit beschädigt wie nie zuvor. Die Fakten:
Weltweit klaffen seit letztem Jahr große Finanzierungslücken. Die Mittel für
Prävention, Test und Behandlung sind in vielen Ländern massiv zurückgegangen -
schon jetzt mit fatalen Folgen. Gerade haben zudem die USA angekündigt, ihr
Engagement in Südafrika zu beenden - also in dem Land mit den weltweit meisten
HIV-infizierten Menschen.
Zudem gefährden zunehmende Ausgrenzung und Kriminalisierung besonders stark von
HIV betroffener Gruppen die HIV-Programme, die auf Kooperation mit deren
Communitys basieren. Zu diesen Gruppen gehören etwa homosexuelle Männer und
trans Menschen, Drogen injizierende Menschen sowie Sexarbeiter*innen.
Minderheiten in Gefahr
Mehrere Länder wollen die ihnen verhassten Minderheiten nun beim UN-Meeting in
New York auch offiziell aus der gemeinsamen Strategie tilgen: Die
"Schlüsselgruppen", die besondere Unterstützung benötigen, sollen nach ihrem
Willen in der Abschlussdeklaration nicht mehr explizit auftauchen. Auch Bezüge
zu Menschenrechten sollen nach dem Willen mancher Länder verschwinden,
insbesondere zu sexuellen und reproduktiven Rechten. Zugleich wird die Bedeutung
der zivilgesellschaftlichen Organisationen für die HIV-Maßnahmen zunehmend in
Frage gestellt.
Verhandelt wird noch bis zum heutigen Montag, abgestimmt am Dienstag. Wie sich
die Länder konkret positionieren, ist schwer nachvollziehbar. Eine treibende
Rolle spielt Russland, starke Unterstützung kam bisher unter anderem von
Ländern, die Russland nahestehen, sowie Staaten in Afrika und dem Nahen Osten.
Die USA wollen den Bezug zu den UN-Milleniumszielen streichen.
Deutschland setzt ein klares Zeichen
Die Bundesregierung setzt sich bei den Verhandlungen für eine evidenzbasierte
HIV-Politik und mit Nachdruck für die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen
Organisationen ein.
Das zeigt auch die Zusammensetzung der Deutschen Delegation in New York unter
der Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs bei der Bundesministerin für
Gesundheit Dr. Georg Kippels: Mit ihm sind das Aktionsbündnis gegen Aids, die
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und die Deutsche Aidshilfe vor Ort vertreten.
Die Deutsche Aidshilfe, verwurzelt in der Selbsthilfe, betreibt mit staatlicher
Förderung Prävention für die am stärksten von HIV betroffenen Gruppen.
Deutschland ist mit diesem Konzept seit Beginn der Epidemie sehr erfolgreich.
Diese Botschaft soll auch in New York vermittelt werden.
DAH-Vorständin Sylvia Urban: "Seit Jahrzehnten ist völlig klar: Die respektvolle
Einbindung der Menschen, um die es geht, ist der Schlüssel zum Erfolg. Dieses
Wissen und unsere menschenrechtliche Überzeugung werden wir mit vereinten
Kräften verteidigen."
Statt dem Ende von Aids droht dessen Rückkehr
UNAIDS hatte eigentlich das Ziel ausgerufen, die Aids-Epidemie bis zum Jahr 2030
zu beenden. Medizinisch ist das längst machbar. Stattdessen drohen nun wieder
mehr Todesfälle und Infektionen.
Zugleich haben die Vereinten Nationen angekündigt, dass UNAIDS selbst bis Ende
des Jahres abgewickelt werden und in anderen UN-Bereichen aufgehen soll. Damit
würden Strukturen, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, unwiederbringlich
verloren gehen.
"Menschenfeindlichkeit und nachlassendes Engagement könnten die Katastrophe
zurückbringen, die wir gemeinsam fast schon besiegt hatten. In New York brauchen
wir jetzt ein klares Bekenntnis zu einer wirkungsvollen, menschenrechtsbasierten
HIV-Strategie und ihrer Finanzierung", so Sylvia Urban.
Weitere Informationen:
Das Aktionsbündnis gegen Aids, dem die Deutsche Aidshilfe angehört, hat die
aktuelle Situation eingehend analysiert und detailliert dargestellt, worauf es
in New York ankommt (https://www.aids-kampagne.de/presse/pressemitteilungen/2026
-06-19-un-hochrangiges-treffen-zu-hiv-und-aids) .
Pressekontakt:
Deutsche Aidshilfe
Holger Wicht - Pressesprecher
In New York erreichbar unter
0171 274 95 11 per WhatsApp- und über andere Messenger
+1 646 712 14 74 (WLAN-) Call, SMS
per Mail: mailto:holger.wicht@dah.aidshilfe.de
http://www.aidshilfe.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/14407/6298815
OTS: Deutsche Aidshilfe
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