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WIESBADEN (ots) -
- Im EU-Durchschnitt mit 28 % deutlich mehr Menschen betroffen
- In einkommensschwächsten Haushalten 48 % betroffen
Eine Woche in den Sommerferien zu verreisen, ist für viele Menschen in
Deutschland kaum möglich. Gut ein Fünftel (21 %) der Bevölkerung lebte im Jahr
2025 in Haushalten, die sich nach eigener Einschätzung keine einwöchige
Urlaubsreise leisten konnten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand
der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) mitteilt, waren das
rund 17,3 Millionen Menschen. Der Anteil blieb im Vergleich zum Jahr 2024
unverändert. 2023 hatte er bei 23 % gelegen.
Anteil am höchsten in Rumänien mit 61 %, am niedrigsten in Luxemburg mit 11 %
In Deutschland können sich damit nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat
anteilig deutlich mehr Menschen einen Urlaub leisten als im Durchschnitt aller
Mitgliedstaaten der Europäischen Union (28 %). Zwischen den EU-Staaten gibt es
deutliche Unterschiede. Am häufigsten konnten sich die Menschen eigenen Angaben
zufolge in Rumänien (61 %), Griechenland (47 %) sowie Bulgarien und Ungarn (je
39 %) keinen Urlaub leisten. Am seltensten war die Bevölkerung in Luxemburg (11
%), Schweden (12 %) und den Niederlanden (13 %) betroffen.
Im einkommensschwächsten Fünftel der Bevölkerung ist rund jede zweite Person
betroffen
Ob genügend Geld für einen Urlaub da ist, hängt erwartungsgemäß stark vom
Einkommen ab. Das einkommensschwächste Fünftel der Bevölkerung hat ein
Nettoäquivalenzeinkommen von maximal rund 1 600 Euro im Monat. Hiervon konnten
sich 48 % der Menschen 2025 nach eigenen Angaben keine einwöchige Urlaubsreise
leisten. Bei dem nächsthöheren Fünftel mit einem Einkommen zwischen rund 1 600
und höchstens rund 2 100 Euro waren es 28 %. Auch bei höheren Einkommen gibt es
Personen, die sich nach eigener Einschätzung keinen Urlaub leisten können, wobei
der Anteil hier deutlich geringer ist.
Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten und Alleinlebende besonders häufig
betroffen
Haushalte, in denen höchstens eine Person Erwerbseinkommen beziehen kann, sind
besonders häufig betroffen. So gaben beispielsweise unter den Alleinlebenden 29
% an, sich keinen einwöchigen Urlaub leisten zu können. In
Alleinerziehenden-Haushalten galt das für 39 % der Menschen. Zum Vergleich: In
Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder waren 16 % der Menschen betroffen.
In Haushalten mit zwei Erwachsenen mit Kindern waren 18 % betroffen.
Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse entstammen aus der seit 2020 in Deutschland als Unterstichprobe
in den Mikrozensus integrierten europäischen Gemeinschaftsstatistik über
Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on Income and Living
Conditions, EU-SILC). Bei den hier angegebenen Ergebnissen für 2025 handelt es
sich um Endergebnisse, basierend auf dem Mikrozensus-Hochrechnungsrahmen aus dem
Zensus 2022. EU-SILC ist die amtliche Hauptdatenquelle für die Messung von
Armutsgefährdung und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen
Union.
Bei der Erhebung wird abgefragt, ob sich der Haushalt finanziell leisten kann,
mindestens eine Woche pro Jahr Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen. Dazu
zählt auch Urlaub bei Freunden/Verwandten oder in der eigenen Ferienunterkunft.
Es handelt sich jedoch um eine subjektive Einschätzung der Haushalte.
Das Nettoäquivalenzeinkommen ist ein bedarfsgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen, um
die Einkommenssituation von Menschen in unterschiedlichen
Haushaltszusammensetzungen vergleichbar zu machen. Ein Nettoäquivalenzeinkommen
von beispielsweise 1 600 Euro entspricht bei einem Haushalt mit zwei Erwachsenen
einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2 400 Euro (Gewichtungsfaktor
1,5). Bei einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind unter 14 Jahren
entspricht dies rund 2 900 Euro pro Monat (Gewichtungsfaktor 1,8).
Diese Selbsteinschätzung der Haushalte ist eines der Kriterien zur Messung der
materiellen und sozialen Entbehrung (Deprivation).
Kinder sind hier sowohl Minderjährige im selben Haushalt als auch Personen im
Alter von 18 bis unter 25 Jahren, sofern sie ökonomisch abhängig sind.
Weitere Informationen:
Diese und weitere Ergebnisse der Erhebung EU-SILC 2025 sind im Internetangebot
des Statistischen Bundesamtes auf der Themenseite "Einkommen und
Lebensbedingungen, Armutsgefährdung" sowie im Statistischen Bericht und in der
Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 12241) veröffentlicht.
Weitere Informationen zu den europäischen Vergleichsdaten der EU-SILC Erhebung
finden Sie auf unserer Website "Europa in Zahlen". Die Daten zur
Finanzierbarkeit eines einwöchigen Urlaubs im Vergleich finden Sie in der
Eurostat-Datenbank.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
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Weitere Auskünfte:
Pressestelle
Telefon: +49 611 75 3444
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OTS: Statistisches Bundesamt
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