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Bonn (ots) - Die Flutkatastrophe im Ahrtal und in weiteren Teilen Deutschlands
am 14. Juli 2021 hat Deutschland tief erschüttert. Mehr als 180 Menschen
verloren ihr Leben, zahlreiche Orte wurden schwer zerstört und viele Betroffene
kämpfen bis heute mit den Folgen der Katastrophe. Auch fünf Jahre später bleibt
die Erinnerung an die Opfer und die enormen Herausforderungen dieser Katastrophe
lebendig.
Die Ereignisse des Sommers 2021 haben zugleich einen tiefgreifenden Wandel im
Bevölkerungsschutz angestoßen. Das Thema hat in Politik und Gesellschaft eine
neue Aufmerksamkeit erhalten. Bund, Länder und Kommunen haben gemeinsam
zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Deutschland besser auf künftige
Krisen und Katastrophen vorzubereiten.
"Die Flutkatastrophe im Ahrtal war eine Zäsur für den Bevölkerungsschutz in
Deutschland. Sie hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, welche Folgen extreme
Ereignisse haben können. Unser Mitgefühl gilt weiterhin den Angehörigen der
Opfer sowie allen Betroffenen. Gleichzeitig war die Katastrophe ein Auftrag, den
Bevölkerungsschutz konsequent weiterzuentwickeln. Vieles wurde seitdem
verbessert - diesen Weg müssen wir gemeinsam weitergehen", sagt Grit Tüngler,
Präsidentin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Gemeinsam Krisen bewältigen: Bund und Länder setzen auf einheitliche Standards
Eine zentrale Lehre aus der Flutkatastrophe betrifft die Zusammenarbeit im
Krisenmanagement. Große Schadenslagen machen nicht an Verwaltungsgrenzen halt.
Umso wichtiger ist es, dass Verantwortliche in Kommunen, Ländern und Bund nach
gemeinsamen Standards arbeiten und in Krisen schnell handlungsfähig sind.
Deshalb haben Bund und Länder in den vergangenen Jahren die
Krisenmanagementausbildung grundlegend weiterentwickelt. Erstmals wurden
gemeinsame und verbindliche Ausbildungsstandards vereinbart, die eine
ebenenübergreifende Zusammenarbeit stärken. Für den Bund hat hier die
Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung des BBK
federführend den Prozess begleitet. Ziel ist es, dass Führungsstäbe, Lagezentren
und Entscheidungsträger künftig auf einer gemeinsamen Grundlage arbeiten,
Informationen einheitlich bewerten und Entscheidungen schneller abstimmen
können.
Mit der finalen Abstimmung auf der Frühjahrs-IMK in diesem Jahr wurde jetzt der
wichtige Schritt hin zu einem bundesweit anschlussfähigen Krisenmanagement
vollzogen - bei gleichzeitiger Berücksichtigung der jeweiligen Zuständigkeiten
und Besonderheiten der Länder.
Klare Zuständigkeiten, starke Unterstützung
Der Katastrophenschutz liegt in Deutschland in der Verantwortung der Länder.
Auch die Kommunen übernehmen insbesondere im Brand- und Rettungswesen wichtige
Aufgaben für die Sicherheit der Bevölkerung. Der Bund ist vor allem für den
Zivilschutz im Spannungs- und Verteidigungsfall zuständig.
Gerade bei großflächigen Schadenslagen zeigt sich jedoch die Bedeutung eines
engen Zusammenwirkens aller Ebenen. Der Bund mit dem BBK unterstützt die Länder
dabei unter anderem durch Information, Beratung, Koordination, gemeinsame
Lagebilder sowie durch die Bereitstellung von Ressourcen und Fähigkeiten. Die
vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz
nur im engen Schulterschluss von Bund, Ländern und Kommunen gelingen kann.
Warnungen erreichen die Bevölkerung heute schneller
Eine weitere wichtige Konsequenz aus der Flutkatastrophe war die
Weiterentwicklung des Warnsystems. Mit der Einführung von Cell Broadcast können
Warnmeldungen heute direkt auf Mobiltelefone in einem betroffenen Gebiet
gesendet werden - schnell, niedrigschwellig und unabhängig von einer
installierten App.
Gleichzeitig wurde der Ausbau der Sireneninfrastruktur vorangetrieben. Mit den
vom BBK administrierten Förderprogrammen des Bundes wurden bundesweit zahlreiche
neue Sirenen errichtet und bestehende Anlagen modernisiert. Ziel ist ein
Warnmix, der Menschen auch dann erreicht, wenn einzelne Kommunikationswege
ausfallen.
Vorsorge und Resilienz stärken
Eine gut vorbereitete Bevölkerung ist ein wesentlicher Bestandteil beim Umgang
mit extremen Ereignissen. Die große Nachfrage nach den Informationsangeboten des
BBK zeigt, dass das Bewusstsein für Krisenvorsorge in den vergangenen Jahren
gewachsen ist. Besonders der Ratgeber "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen"
stößt auf anhaltend großes Interesse.
Im Herbst 2026 wird das BBK eine weitere Informationskampagne starten, um das
Thema Eigenvorsorge noch stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken.
Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Trinkwassernotversorgung ausgebaut und die
Vorsorge für Ausfälle kritischer Infrastrukturen gestärkt. Mit dem
KRITIS-Dachgesetz hat die Bundesregierung wichtige Rahmenbedingungen geschaffen,
um lebenswichtige Einrichtungen und Versorgungssysteme besser zu schützen.
Bevölkerungsschutz weiter modernisieren
Mit dem im Mai 2026 beschlossenen Pakt für den Bevölkerungsschutz wird dieser
Modernisierungskurs fortgesetzt. Bis 2029 sollen insgesamt zehn Milliarden Euro
in Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung investiert werden. Schwerpunkte
sind unter anderem moderne Ausstattung, leistungsfähige Warn- und
Kommunikationssysteme, die Stärkung des Ehrenamts sowie die Verbesserung von
Aus- und Fortbildung.
Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal bleibt die Erinnerung an die Opfer
Mahnung und Auftrag zugleich. Die Erfahrungen von 2021 haben wichtige
Veränderungen angestoßen. Der Bevölkerungsschutz in Deutschland ist heute besser
aufgestellt als damals - und wird auch künftig weiterentwickelt werden müssen,
um den Herausforderungen einer sich wandelnden Risikolage wirksam begegnen zu
können.
Die Pressestelle des BBK steht Medienvertreterinnen und -vertretern gerne
unterstützend zur Verfügung. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie die
Kontaktinformationen der Pressestelle finden Sie auf der Webseite des BBK unter
http://www.bbk.bund.de/presse .
Über das BBK
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist eine
Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und das
zentrale Organisationselement für den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Es
wurde am 1. Mai 2004 errichtet und hat seinen Hauptdienstsitz seit Juli 2006 in
Bonn-Lengsdorf mit weiteren Standorten in Bonn, Bad Neuenahr-Ahrweiler und
Berlin. Präsidentin ist seit dem 1. April 2026 Grit Tüngler, Vizepräsident ist
seit dem 16. Oktober 2023 Dr. René Funk. An den fünf Standorten beschäftigt die
Behörde aktuell fast 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das BBK ist dafür
zuständig, den zivilen Bevölkerungsschutz neben Polizei, Bundeswehr und
Nachrichtendiensten als vierte Säule im nationalen Sicherheitssystem zu
verankern. Die zentralen Aufgaben sind es, den Schutz für die Bevölkerung für
einen Spannungs- oder Verteidigungsfall zu organisieren, Bürgerinnen und Bürger
für Vorsorge und Selbstschutz zu sensibilisieren sowie die Zivile Verteidigung
auszubauen und das nationale Krisenmanagement zu stärken. Das BBK berät und
unterstützt die anderen Bundes- und Landesbehörden bei der Erfüllung ihrer
Aufgaben. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.bbk.bund.de .
Pressekontakt:
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Pressestelle
Telefon: +49 228 99 550 -1180
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OTS: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
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