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Frankfurt am Main (ots) - Im Vorfeld seines 80. Gründungsjubiläums im Januar
2029 lässt der Hessische Rundfunk (hr) seine Geschichte wissenschaftlich
aufarbeiten. Mit der Studie wurde das Leibniz-Institut für Medienforschung
(Hans-Bredow-Institut) beauftragt, das in den kommenden zwei Jahren die
Entstehung des hr im historischen Kontext untersucht. Die Leitung des Projekts
übernimmt der renommierte Medienhistoriker Dr. Hans-Ulrich Wagner.
Der Hessische Rundfunk wurde am 28. Januar 1949 als öffentlich-rechtliche
Rundfunkanstalt lizensiert und trat die Nachfolge des bis dahin in der
amerikanischen Zone tätigen Senders Radio Frankfurt an. Vor diesem Hintergrund
widmet sich die Studie insbesondere folgenden Forschungsschwerpunkten:
- Die politischen Rahmenbedingungen in der sich im Betrachtungszeitraum
konstituierenden Bundesrepublik
- Der historische Kontext der Gründung vor dem Hintergrund von Erfahrungen aus
der Rundfunkgeschichte in der nationalsozialistischen Diktatur
- Kontinuitäten zum Rundfunk im NS-Staat
- Der Umgang mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust in hr-Programmen
der Frühzeit
- Die Positionierung der neuen Rundfunkanstalt im gesellschaftlichen und
politischen Kontext in Hessen und in der jungen Bundesrepublik
Der Fokus der wissenschaftlichen Untersuchung soll dabei sowohl auf
unternehmensgeschichtliche Entwicklungen und Bezüge als auch auf die damals
handelnden Personen gerichtet sein. So wird der Umgang mit der NS-Vergangenheit
einzelner Akteure ebenso thematisiert wie Fragen nach Eigentumsübergängen aus
dem Bestand der liquidierten Reichsrundfunkgesellschaft (RRG). Der
Betrachtungszeitraum endet mit Abschluss der ersten Amtszeit des
Gründungsintendanten Eberhard Beckmann im Jahr 1962.
Auf der Öffentlichen Hauptversammlung des Hessischen Rundfunks am 26.06.2026
stellt hr-Intendant Florian Hager den Forschungsauftrag vor: "Zum 80.
Gründungsjubiläums schauen wir bewusst und ohne Beschönigung auf unsere eigene
Geschichte. Durch das Leibniz-Institut für Medienforschung
(Hans-Bredow-Institut) lassen wir sie unabhängig wissenschaftlich aufarbeiten.
Wir wollen verstehen, woher wir kommen - und daraus Orientierung und Kraft für
die Zukunft gewinnen. Transparenz ist für uns die Grundlage für Glaubwürdigkeit
und Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk."
Mit dem Ziel, einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks in Deutschland zu leisten, unterstützt der hr die Forschungsgruppe um
Dr. Wagner in vollem Umfang. So wird den Forschenden ein weitreichender Zugang
zu Archivbeständen des hr und seiner Gremien gewährt, um Informationen aus den
externen Sammlungen wie dem Bundesarchiv oder den Archiven von Parteien und
parteinahen Stiftungen zu ergänzen. Darüber hinaus trägt der Hessische Rundfunk
die Projektkosten.
Auch der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks unterstützt das Vorhaben. Auf der
Öffentlichen Hauptversammlung am 26. Juni 2026 sprach sich das Gremium dafür
aus, die unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung zu begleiten und den
Forschenden auch Einblick in die Überlieferung der Gremienarbeit zu gewähren.
Dazu sagt die Vorsitzende des Rundfunkrats, Dr. Miriam Dangel: "Der Rundfunkrat
steht für den kritischen Blick der Allgemeinheit auf den Hessischen Rundfunk -
und dieser Blick darf vor der eigenen Geschichte nicht haltmachen. Dass wir
unsere Gründungsjahre unabhängig und ergebnisoffen erforschen lassen und dafür
auch die Unterlagen der Gremien öffnen, ist Ausdruck eines selbstbewussten,
demokratischen Selbstverständnisses. Wer Verantwortung für ein öffentliches Gut
trägt, muss bereit sein, sich auch den unbequemen Fragen der eigenen
Vergangenheit zu stellen. Das stärkt genau jenes Vertrauen, auf das der
öffentlich-rechtliche Rundfunk angewiesen ist."
Nach Abschluss der Forschungsarbeiten werden die Ergebnisse veröffentlicht und
im Rahmen einer Verlagspublikation zum 80-jährigen Bestehen des hr Anfang 2029
aufbereitet.
Zur hr-Presseseite (https://www.hr.de/presse/index.html)
Pressekontakt:
Desk Kommunikation
Tel.: 069 155 3500
E-Mail: mailto:kommunikation@hr.de
HERAUSGEBER
Hessischer Rundfunk
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/177784/6303254
OTS: HR Hessischer Rundfunk
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