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Berlin (ots) - Als erstes Krankenhaus-Suchportal in Deutschland zeigt der
Gesundheitsnavigator der AOK jetzt die Leistungsgruppen an, die den
Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Krankenhausplanung
zugewiesen worden sind. Sie werden automatisch ausgespielt, wenn Interessierte
nach geeigneten Kliniken für entsprechende Operationen und Behandlungen suchen.
Die insgesamt 64 Leistungsgruppen in NRW sind mit speziellen Anforderungen an
die Behandlungsqualität verknüpft und sollen die Spezialisierung der Kliniken
fördern. Sie gelten als "Blaupause" für die bundesweite Krankenhausreform.
"Die Anzeige der zugewiesenen Leistungsgruppen kann Patientinnen und Patienten
vor einer planbaren Operation und einweisende Ärztinnen und Ärzte bei der Wahl
der passenden Klinik unterstützen", sagt Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende
des AOK-Bundesverbandes. Sie seien auch für Versicherte aus den angrenzenden
Bundesländern, die sich in NRW operieren lassen wollen, eine wertvolle
Zusatzinformation. Die am häufigsten angezeigten Leistungsgruppen sind
"Intensivmedizin" mit 292 Standorten, "Allgemeine Innere Medizin" mit 289
Standorten und "Allgemeine Chirurgie", die in NRW insgesamt 268 Kliniken
zugewiesen worden ist. Auf der anderen Seite des Spektrums steht die
Leistungsgruppe "Darmtransplantation", die lediglich eine Klinik anbietet.
Positive Auswirkungen auf Zentralisierung von speziellen Eingriffen
Laut einer Auswertung für den Krankenhaus-Report 2026 des Wissenschaftlichen
Instituts der AOK (WIdO) hat die Einführung der Leistungsgruppen in
Nordrhein-Westfalen bereits positive Auswirkungen auf die Zentralisierung von
speziellen Krankenhaus-Eingriffen. So war infolge der Zuweisung der
Leistungsgruppen insbesondere in der Orthopädie, der Gefäßchirurgie oder der
Krebschirurgie eine deutliche Reduzierung der operierenden Krankenhaus-Standorte
zu verzeichnen. Vor der Einführung der Leistungsgruppen führten laut der Analyse
beispielsweise 247 Klinikstandorte Hüftimplantationen durch, während es nach der
Zuweisung nur noch 137 Standorte waren (minus 45 Prozent). Auch im Bereich der
Knie-Endoprothetik sank die Zahl der operierenden Krankenhaus-Standorte um mehr
als ein Drittel - von 216 auf 136 (minus 37 Prozent). Noch deutlicher war der
Rückgang im Bereich der Krebsoperationen. Bisher waren viele Krankenhäuser mit
jeweils niedrigen Fallzahlen an der Versorgung beteiligt. Künftig werden weniger
als die Hälfte der Krankenhäuser diese Leistungen erbringen. Die Zahl der
Standorte für Krebs-OPs an der Speiseröhre sank von 68 auf 26 (minus 62
Prozent), bei Operationen von Bauchspeicheldrüsenkrebs von 104 auf 44 (minus 58
Prozent). Insgesamt wurden im zweiten Quartal 2025 nur noch 3 Prozent der Fälle
in Nordrhein-Westfalen an Standorten ohne Zuweisung einer Leistungsgruppe
operiert, während es 2023 noch 17 Prozent der Fälle waren.
Reimann: Bündelung von Krankenhaus-Leistungen konsequent umsetzen
"Diese Bündelung von Leistungen an Standorten mit der nötigen Ausstattung und
Routine wird zu besseren Behandlungsergebnissen führen und die
Patientensicherheit fördern", betont die Vorstandsvorsitzende des
AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann. Auch in den anderen Bundesländern gehe es
nun darum, diese qualitätsorientierte Konzentration von Krankenhausleistungen
auf Basis der neuen Leistungsgruppen konsequent umzusetzen. "Die vielen
Ausnahmeregelungen, die mit dem Krankenhausreform-Anpassungsgesetz beschlossen
worden sind, lassen allerdings befürchten, dass sich dieser Prozess in vielen
Bundesländern noch länger hinziehen wird", so Reimann.
Beratungsangebot unterstützt Versicherte bei der Klinikwahl
Verknüpft sind die neuen Leistungsgruppen-Informationen im Gesundheitsnavigator
mit einem Hinweis auf das medizinische Beratungsangebot "Clarimedis" der AOK, wo
sich Versicherte per Telefon oder Online-Formular zu ihrem bevorstehenden
Eingriff informieren können. Das Beratungsteam unterstützt bei der Klinikwahl
und informiert auf Wunsch darüber, welche Leistungsgruppen für die anstehende
Behandlung relevant sind. Neben den Leistungsgruppen finden die Nutzerinnen und
Nutzer in der Krankenhaussuche des Gesundheitsnavigators zudem exklusive
Auswertungen zur Behandlungsqualität für insgesamt 13 Behandlungen und
Operationen. Sie basieren auf dem vom WIdO entwickelten Verfahren zur
"Qualitätssicherung mit Routinedaten" (QSR) und ermöglichen die Suche nach
Kliniken, die bei den ausgewerteten Eingriffen besonders niedrige
Komplikationsraten aufweisen.
Zum Gesundheitsnavigator der AOK: http://www.aok.de/gesundheitsnavigator
Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:
Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
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OTS: AOK-Bundesverband
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