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Berlin (ots) - Wenn es im Intimbereich juckt oder brennt, denken viele Frauen
zuerst an Scheidenpilz. Das ist naheliegend: Candida albicans ist ein häufiger
Auslöser solcher Symptome. Doch nicht immer bereitet der Hefepilz Probleme. "
Candida albicans gehört bei vielen Frauen zum normalen vaginalen Mikrobiom und
verursacht zunächst keine Beschwerden", sagt die Berliner Gynäkologin Dr.
Sybille Görlitz-Novakovic. Entscheidend ist nicht allein, ob Candida vorhanden
ist - sondern ob er auf ein gestörtes Milieu trifft. Gerät das fein abgestimmte
Zusammenspiel aus Milchsäurebakterien, pH-Wert, Vaginalhaut, Hormonen und
lokaler Abwehr aus dem Gleichgewicht, kann dies eine stärkere Vermehrung von
Candida albicans begünstigen. Dann reagiert das Gewebe in Vulva und Vagina
entzündlich: Typisch sind starker Juckreiz, Brennen, Schwellung und oft ein
weißlich-bröckeliger, geruchloser Ausfluss.[1]
Welche Faktoren das Gleichgewicht stören
Das vaginale Mikrobiom funktioniert wie ein kleines Ökosystem. Eine wichtige
Rolle spielen Milchsäurebakterien: Sie tragen zu einem sauren Milieu bei, das
Teil des natürlichen Schutzsystems ist und das Wachstum vieler unerwünschter
Keime beeinflusst. Wird dieses Schutzsystem geschwächt, können Hefepilze ihre
Chance nutzen.Hormonelle Veränderungen gehören zu den wichtigsten
Einflussfaktoren. Östrogene unterstützen die Vaginalhaut und schaffen günstige
Bedingungen für Milchsäurebakterien. Diese tragen zu einem sauren pH-Wert bei
und helfen gemeinsam mit weiteren Schutzmechanismen, das vaginale Gleichgewicht
stabil zu halten. Rund um den Menstruationszyklus, während Schwangerschaft und
Stillzeit, bei hormoneller Verhütung oder in den Wechseljahren kann sich dieses
Gleichgewicht verändern, häufig auch zu Lasten der Milchsäurebakterien. In
solchen Phasen kann der pH-Wert ansteigen, wodurch das Risiko für Infektionen
erhöht sein kann. [2]
Antibiotika können das Gleichgewicht ebenfalls stören. Sie bekämpfen schädliche
Bakterien, reduzieren aber auch nützliche Milchsäurebakterien. Fehlen diese,
kann das saure Schutzmilieu instabiler werden - Candida kann sich leichter
vermehren.
Und es gibt noch mehr Umstände, die eine Candida-Infektion begünstigen können.
Eine Diabeteserkrankung gehört dazu, ebenso ein geschwächtes Immunsystem,
Stress, die Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit - besonders jetzt im Sommer -
sowie enge Kleidung. "Neben dem vaginalen Milieu spielt auch die Haut der Vulva
eine wichtige Rolle", ergänzt Görlitz-Novakovic. "Wenn ihre Schutzbarriere
intakt ist, ist sie weniger anfällig für Krankheitserreger. Deshalb betrachten
wir heute nicht nur den Erreger selbst, sondern das gesamte vulvovaginale
System." Doch nicht jede Frau mit Juckreiz oder Brennen hat tatsächlich eine
Pilzinfektion.
Wenn es doch nicht Pilz ist
Juckreiz und Brennen können auch andere Ursachen haben. Häufig steckt eine
gereizte Vulva- oder Vaginalhaut dahinter - etwa durch zu häufiges Waschen,
aggressive Intimprodukte, Rasur, Reibung, Slipeinlagen oder enge Kleidung. Auch
Trockenheit kann zu Brennen, Wundgefühl oder Schmerzen führen, besonders in den
Wechseljahren, nach der Geburt, in der Stillzeit oder unter bestimmten
Medikamenten.[2],[3]
Eine weitere mögliche Ursache ist Lichen sclerosus, eine chronische
Hauterkrankung im Vulvabereich. Sie kann starken Juckreiz, Brennen, Risse oder
weißliche Hautveränderungen verursachen und sollte ärztlich behandelt werden.
Bakterielle Vaginose zeigt sich dagegen meist durch dünnflüssigen Ausfluss und
auffälligen, oft fischigen Geruch; Juckreiz und Brennen stehen hier meist
weniger im Vordergrund.[3]
Was hilft bei Unsicherheit?
Eine Selbstbehandlung mit einem Pilzmittel kommt infrage, wenn die Symptome
bekannt sind und typisch zu Scheidenpilz passen. "Bei ersten Veränderungen, etwa
einem ungewohnten Empfinden, leichtem Brennen oder beginnendem Juckreiz, kann es
sinnvoll sein, frühzeitig gegenzusteuern, statt abzuwarten, bis die Beschwerden
stärker werden", sagt Görlitz-Novakovic. Wer unsicher ist, sollte aber nicht auf
Verdacht behandeln. Denn wenn eine andere Ursache dahintersteckt, hilft ein
Pilzmittel nicht gegen das eigentliche Problem und verzögert die richtige
Behandlung. Hier kann eine Beratung in der Apotheke helfen: Apotheker:in und PTA
können nach typischen Zeichen einer Pilzinfektion fragen, mögliche Auslöser wie
Antibiotika, Intimpflege oder wiederkehrende Beschwerden einordnen und auf
Warnzeichen achten. Dazu gehören neu aufgetretene oder sehr starke Beschwerden,
Schwangerschaft, Schmerzen, Blutungen, Fieber, übelriechender Ausfluss oder
wiederholte Episoden. In diesen Fällen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt
werden.
Akutbehandlung und Prävention
Bei Scheidenpilz kommt häufig der Wirkstoff Clotrimazol zum Einsatz. KadeFungin®
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Nach der Akutbehandlung rückt die Vaginalflora in den Blick: KadeFlora®
Milchsäurebakterien Vaginalkapseln können den Aufbau und Erhalt einer gesunden
Vaginalflora unterstützen, insbesondere bei wiederkehrenden Scheideninfektionen
oder nach einer Antibiotikatherapie. Kommt Scheidenpilz immer wieder, lohnt
zusätzlich der Blick auf mögliche Risikofaktoren. Görlitz-Novakovic weist
außerdem darauf hin, dass Frauen viel tun können, um die Vaginalgesundheit zu
unterstützen. "Wichtig ist vor allem eine schonende Intimpflege, die sich auf
die Vulva beschränkt; Vaginalspülungen sind nicht sinnvoll, weil sie das
vaginale Gleichgewicht zusätzlich stören können", sagt die Gynäkologin.
"Außerdem spielen Faktoren wie atmungsaktive Kleidung, die Vermeidung unnötiger
Antibiotika und eine gute Hautpflege eine Rolle."
Entscheidend ist, was Candida seine Chance gibt: hormonelle Veränderungen, eine
gestörte Hautbarriere, Medikamente oder andere Faktoren, die das Gleichgewicht
im Intimbereich beeinflussen. Wer die Auslöser kennt, kann Beschwerden besser
einordnen und entsprechend gegensteuern.
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Familienunternehmen mit Sitz in Berlin. Als Spezialistin für Frauengesundheit
und Proktologie entwickelt und produziert DR. KADE seit 1886 hochwertige
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Anwendungsgebiete: Zur Normalisierung der gestörten Vaginalflora nach
Antibiotikabehandlung einer bakteriellen Vaginose (bakterielle
Scheideninfektion). Zur Aufrechterhaltung der normalen Vaginalflora bei
wiederkehrenden Scheideninfektionen. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die
Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Stand: 10/2024
DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin
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Anwendungsgebiete: Infektionen der Scheide und des äußeren Genitalbereiches
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Cetylstearylalkohol und Polysorbat. Die Vaginaltablette enthält Polysorbat. Zu
Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre
Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Stand: 12/2025
DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin
[1] Rautemaa-Richardson R et al. State-of-the-Art Review: Managing Vulvovaginal
Candidiasis. Clin Infect Dis 2026; 82(3): 371-382.
[2] Ferrando ML et al. Aging in women -The microbiome perspective. Ageing Res
Rev 2026; 113: 102950.
[3] Wölber L et al. Pruritus vulvae - Ursachen, Diagnostik und Therapie 2020. Dt
Ärztebl 2020; 117(8): 126-133.
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