|
Osnabrück (ots) - Angesichts der tiefen politischen Verwerfungen in den USA zum
bevorstehenden 250. Jahrestag der Unabhängigkeit hat die Historikerin und
Autorin Christina Morina die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump als
historisch beispiellose Krise der US-Demokratie eingeordnet. "Die zweite
Trump-Amtszeit ist mit all ihren Verwerfungen und Angriffen auf das, was die
liberale Demokratie in den USA bedeutete, fraglos ein Tiefpunkt in der
Demokratiegeschichte des Landes; nur der Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert war wohl
noch schlimmer", sagte Morina, die ein Jahr in den USA gelehrt und über die Zeit
ein Buch verfasst hat, im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz).
Die Auswirkungen von Trumps Präsidentschaft liefen wie Schockwellen durch die
Gesellschaft, wobei die Regierung immer wieder gegen rechtsstaatliche Prinzipien
verstoße und die Verfassung missachte.
Trotz der massiven Angriffe auf die Institutionen durch Trump sieht die
Professorin an der Universität Bielefeld jedoch Signale der Hoffnung. "Dass die
US-Demokratie noch lebt und nicht zerstört ist, liegt daran, dass es sehr viele
Menschen gibt, die sich an allen möglichen Stellen der Gesellschaft den
Versuchen Trumps widersetzen, die Demokratie abzuschaffen - mit Hilfe von
Klagen, Protesten, Spendensammlungen und Solidarität im Alltag", sagte Morina.
Bis weit in ländliche und konservative Regionen hinein gebe es inzwischen eine
"tiefsitzende Empörung und eine Art zivilen Trotz gegenüber den skandalösen
Übergriffigkeiten der Regierung". Zudem hätten der Jeffrey-Epstein-Skandal und
der Iran-Krieg für tiefe Risse an der MAGA-Basis gesorgt.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58964/6306489
OTS: Neue Osnabrücker Zeitung
|