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Bonn (ots) - Die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR)
begrüßen die vom Bundesfinanzministerium geplante Erhöhung der Tabaksteuer. Es
wäre jedoch eine deutlich höhere Anhebung der Steuer auf Liquids geboten, um
insbesondere Jugendliche vor dem Konsum von E-Zigaretten zu schützen. Darüber
hinaus können Steuererhöhungen ihre volle Wirkung nur im Rahmen einer
umfassenden und langfristig angelegten Tabakkontrollstrategie entfalten. Die
Deutsche Krebshilfe und das ABNR appellieren daher an die Bundesregierung, die
in der "Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040" formulierten Maßnahmen
konsequent umzusetzen.
"Tabaksteuern sollten in erster Linie die Gesundheit der Menschen in unserem
Land schützen - und nicht Haushaltslöcher stopfen", so Gerd Nettekoven, Vorstand
Deutsche Krebshilfe. "Entscheidend ist eine langfristige, evidenzbasierte
Strategie mit dem Ziel, tabak- und nikotinbedingte Erkrankungen wirksam zu
verhindern und die Krebsprävention nachhaltig zu stärken." Gleiches gelte im
Übrigen auch für die aktuellen Debatten zur Alkohol- und Zuckersteuer.
"Die Erhöhung der Tabaksteuer ist ein wichtiger Baustein - aber aus einem
Baustein entsteht noch kein Haus", sagt auch Prof. Dr. Sabina Ulbricht,
Vorstandsvorsitzende des ABNR. Die Strategie für ein tabakfreies Deutschland
2040 zeige auf, wie ein sinnvoll aufeinander abgestimmtes Maßnahmenpaket
aussehen sollte, um den Einstieg in den Tabakkonsum zu verhindern und den
Ausstieg zu erleichtern. "Politische Maßnahmen dürfen nicht so gestrickt sein,
dass sie den Umstieg von der Tabak- zur E-Zigarette befördern. Aus diesem Grund
sollten die Steuersätze für alle Produkte vergleichbar sein."
Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040
Die im Strategiepapier formulierten Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass bis
2040 weniger als fünf Prozent der Erwachsenen und zwei Prozent der Jugendlichen
Tabakprodukte oder E-Zigaretten konsumieren. Neben regelmäßigen und spürbaren
Steuererhöhungen sind unter anderem standardisierte Verpackungen, ein
konsequenter Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabak- und Nikotinwerbung -
insbesondere in den sozialen Medien - sowie das Verbot von Aromen bei
E-Zigaretten notwendig. Europäische Nachbarländer wie die Niederlande,
Frankreich und Belgien konnten die Raucherquoten durch die Umsetzung mehrerer
Maßnahmen erfolgreich senken.
Krebsrisikofaktor Rauchen
Rauchen ist der größte vermeidbare Risikofaktor für Krebs: Rund 20 Prozent aller
Krebsfälle werden durch den Konsum von Tabakprodukten verursacht. Jedes Jahr
sterben in Deutschland 131.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.In
Deutschland raucht mehr als jede vierte erwachsene Person. Besonders dramatisch
ist die hohe Raucherquote bei jungen Erwachsenen: Im Alter von 18 bis 29 Jahren
rauchen derzeit über 40 Prozent der Männer und rund 30 Prozent der Frauen.
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