Seite zu Favoriten hinzufügen / Link zu ihrer Webseite einrichten 

Deutschland

Top-News



Erhöhung der Tabaksteuer ist ein wichtiger Schritt - aber er darf nicht der einzige bleiben / Deutsche Krebshilfe und ABNR fordern umfassende Tabakkontrollstrategie

2.07.2026 13:27 Uhr Deutsche Krebshilfe

Bonn (ots) - Die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) begrüßen die vom Bundesfinanzministerium geplante Erhöhung der Tabaksteuer. Es wäre jedoch eine deutlich höhere Anhebung der Steuer auf Liquids geboten, um insbesondere Jugendliche vor dem Konsum von E-Zigaretten zu schützen. Darüber hinaus können Steuererhöhungen ihre volle Wirkung nur im Rahmen einer umfassenden und langfristig angelegten Tabakkontrollstrategie entfalten. Die Deutsche Krebshilfe und das ABNR appellieren daher an die Bundesregierung, die in der "Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040" formulierten Maßnahmen konsequent umzusetzen.

"Tabaksteuern sollten in erster Linie die Gesundheit der Menschen in unserem Land schützen - und nicht Haushaltslöcher stopfen", so Gerd Nettekoven, Vorstand Deutsche Krebshilfe. "Entscheidend ist eine langfristige, evidenzbasierte Strategie mit dem Ziel, tabak- und nikotinbedingte Erkrankungen wirksam zu verhindern und die Krebsprävention nachhaltig zu stärken." Gleiches gelte im Übrigen auch für die aktuellen Debatten zur Alkohol- und Zuckersteuer.

"Die Erhöhung der Tabaksteuer ist ein wichtiger Baustein - aber aus einem Baustein entsteht noch kein Haus", sagt auch Prof. Dr. Sabina Ulbricht, Vorstandsvorsitzende des ABNR. Die Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040 zeige auf, wie ein sinnvoll aufeinander abgestimmtes Maßnahmenpaket aussehen sollte, um den Einstieg in den Tabakkonsum zu verhindern und den Ausstieg zu erleichtern. "Politische Maßnahmen dürfen nicht so gestrickt sein, dass sie den Umstieg von der Tabak- zur E-Zigarette befördern. Aus diesem Grund sollten die Steuersätze für alle Produkte vergleichbar sein."

Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040

Die im Strategiepapier formulierten Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass bis 2040 weniger als fünf Prozent der Erwachsenen und zwei Prozent der Jugendlichen Tabakprodukte oder E-Zigaretten konsumieren. Neben regelmäßigen und spürbaren Steuererhöhungen sind unter anderem standardisierte Verpackungen, ein konsequenter Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabak- und Nikotinwerbung - insbesondere in den sozialen Medien - sowie das Verbot von Aromen bei E-Zigaretten notwendig. Europäische Nachbarländer wie die Niederlande, Frankreich und Belgien konnten die Raucherquoten durch die Umsetzung mehrerer Maßnahmen erfolgreich senken.

Krebsrisikofaktor Rauchen

Rauchen ist der größte vermeidbare Risikofaktor für Krebs: Rund 20 Prozent aller Krebsfälle werden durch den Konsum von Tabakprodukten verursacht. Jedes Jahr sterben in Deutschland 131.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.In Deutschland raucht mehr als jede vierte erwachsene Person. Besonders dramatisch ist die hohe Raucherquote bei jungen Erwachsenen: Im Alter von 18 bis 29 Jahren rauchen derzeit über 40 Prozent der Männer und rund 30 Prozent der Frauen.

Pressekontakt:

Deutsche Krebshilfe Pressestelle Buschstr. 32 53113 Bonn Telefon: 02 28/7 29 90-96 E-Mail: mailto:presse@krebshilfe.de Internet: http://www.krebshilfe.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/116010/6306778 OTS: Deutsche Krebshilfe


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Deutsche Krebshilfe
Für den Inhalt übernehmen wir keine Verantwortung