|
Berlin/Gaza (ots) - In den vergangenen 1.000 Tagen haben Kinder im Gazastreifen
Freunde und Familienmitglieder, ihre Häuser und Schulen sowie ihr Gefühl von
Sicherheit verloren. Trotz der angekündigten Waffenruhe ist der Krieg lange
nicht vorbei. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt und der katastrophalen
humanitären Lage in dem besetzten Gebiet fordern Kinder ihre Rechte ein und
berichten von ihren Hoffnungen.
"Wir könnten jeden Moment sterben", sagt die 14-jährige Amani*. "Ich hoffe, dass
der Krieg aufhört, damit ich meine Schulbildung in Gaza fortsetzen kann. Ich
möchte in Liebe und Frieden leben." Amani ist damit nicht allein - nach Angaben
der Vereinten Nationen haben 96 Prozent (https://eur05.safelinks.protection.outl
ook.com/?url=https%3A%2F%2Fnews.un.org%2Fen%2Fstory%2F2026%2F03%2F1167166&data=0
5%7C02%7Cmarie.schwarzer%40savethechildren.de%7C44b7efc2648547089e8b08ded7578bfa
%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0%7C0%7C639184968649618258%7CUnknown%7CTWF
pbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWF
pbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=WGNYQjPuMor4U4KMQHpE%2Bz4DBW%2BLm9iE3Av
%2B8dldz1A%3D&reserved=0) der Kinder im Gazastreifen das Gefühl, ihr Tod könne
jederzeit bevorstehen.
Die Bilanz der vergangenen 1.000 Tage ist verheerend: Laut den Vereinten
Nationen wurden mindestens 21.000 Kinder (https://www.unicef.org/sop/reports/uni
cef-state-palestine-humanitarian-situation-update) von den israelischen
Streitkräften getötet. Die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher sein. Allein
seit der Verkündung der Waffenruhe im Oktober wurden weitere 275 Kinder getötet.
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht einer UN-Untersuchungskommission wirft
israelischen Sicherheitskräften vor, palästinensische Kinder im Gazastreifen
gezielt angegriffen zu haben, was zu Völkermord, Verbrechen gegen die
Menschlichkeit und Kriegsverbrechen geführt habe.
Neben der Gewalt geht auch die Vertreibung weiter: Rund 800.000 (https://eur05.s
afelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.unicef.org%2Fsop%2Freport
s%2Funicef-state-palestine-escalation-humanitarian-situation-report-no47%3Futm_s
ource%3Dchatgpt.com&data=05%7C02%7Cmarie.schwarzer%40savethechildren.de%7C44b7ef
c2648547089e8b08ded7578bfa%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0%7C0%7C63918496
8649505848%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsI
lAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=q%2FSWEnw2PPr
LmXcdG80xMHAq2UIYxwwT38iBAxvNS0U%3D&reserved=0) Kinder - etwa vier von fünf -
mussten mindestens einmal ihr Zuhause verlassen. Die sogenannte "Gelbe Linie",
die den Gazastreifen seit der Waffenruhe teilt, verschärft das Problem und
drängt die Bewohner*innen auf weniger als 40 Prozent des Gebiets zurück. Über
7.000 (https://eur05.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.ccc
mcluster.org%2Fresources%2Fgaza-displacement-site-verification-assessment-baseli
ne-findings-may-2026-humanitarian&data=05%7C02%7Cmarie.schwarzer%40savethechildr
en.de%7C44b7efc2648547089e8b08ded7578bfa%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0%
7C0%7C639184968649524615%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiI
wLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata
=jExZoCPpuzyYpFt1JXEjOaq9LIyZKbDRSE7P8mzEiTk%3D&reserved=0) Kinder wurden auf
der Flucht oder bei Angriffen von ihren Familien getrennt. Schätzungsweise
370.000 Häuser (https://eur05.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%
2Fthedocs.worldbank.org%2Fen%2Fdoc%2Fe539cbf23b348c3d4fc69b8a7e9c9d7d-0280062026
%2Foriginal%2FGaza-RDNA-2026-Final-April-19.pdf&data=05%7C02%7Cmarie.schwarzer%4
0savethechildren.de%7C44b7efc2648547089e8b08ded7578bfa%7C7e675e17e6ed49b38fb7700
5366df847%7C0%7C0%7C639184968649878682%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiO
nRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%
7C%7C%7C&sdata=B1feFaCaHiIFCzysW0uQqfiE76aRIEFZW%2FYZJkjdfZo%3D&reserved=0)
wurden beschädigt, was fast 77 Prozent aller Wohneinheiten des Küstenstreifens
entspricht.
Gleichzeitig verschärft sich die Hungerkrise. Rund 245.000 Kinder (https://www.o
chaopt.org/sites/default/files/Gaza_Reported_Impact_Snapshot_10_June_2026.pdf)
sind von Mangelernährung bedroht oder bereits betroffen. Während die Not wächst,
kommt weiterhin viel zu wenig humanitäre Hilfe bei den Familien an. Lebensmittel
sind knapp oder für die meisten Familien unbezahlbar.
Der Krieg hat Kindern im Gazastreifen auch ihr Recht auf Bildung genommen. Alle
625.000 Schulkinder können seit drei Jahren nicht mehr regulär zur Schule gehen.
Doch ihre Träume geben sie nicht auf: "Das Wichtigste ist, dass wir Kinder
gehört werden, damit die Menschen wissen, was wir durchmachen", sagt die
16-jährige Reem*. Sie möchte Ärztin werden. "Ich habe viele, viele Träume. Schon
vor dem Krieg habe ich immer davon geträumt, zu reisen und im Ausland zu
studieren. Daran hat sich nichts geändert. Ich halte immer noch an diesem Traum
fest."
Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, sagt:
"1.000 Tage Krieg haben Kindern ihre Sicherheit, ihre Bildung und oft auch ihre
Familien genommen. Was ihnen niemand nehmen konnte, ist ihre Hoffnung. Dass
Kinder im Gazastreifen heute von Frieden träumen müssen, statt ihre Zukunft zu
planen, ist auch Zeichen eines politischen Versagens der internationalen
Gemeinschaft. Kinder brauchen keinen weiteren Tag voller Gewalt. Sie brauchen
einen endgültigen Waffenstillstand, Schutz und eine Chance auf ein Leben in
Würde."
Save the Children fordert Regierungen weltweit auf, Waffenlieferungen an Israel
unverzüglich auszusetzen. Es darf keine Unterstützung für völkerrechtswidriges
Vorgehen gegen die palästinensische Bevölkerung geben. Verantwortliche für
Verbrechen an Kindern müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Zugang zu
humanitärer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen muss uneingeschränkt
gewährleistet werden.
"Ich wünsche mir, dass der Krieg aufhört, dass jeder von uns nach Hause
zurückkehren kann und dass unser Leben wieder so wird, wie es früher war", sagt
die 14-jährige Bissan*.
Save the Children ist seit 1953 in den besetzten Palästinensischen Gebieten
tätig. Gemeinsam mit lokalen Partnern hat die Kinderrechtsorganisation im Jahr
2025 fast 890.000 Menschen dort unterstützt, darunter fast 430.000 Kinder.
*Namen zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: mailto:presse@savethechildren.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106106/6306955
OTS: Save the Children Deutschland e.V.
|