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Sperrfrist: 02.07.2026 18:00
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ARD-DeutschlandTREND: Gut jeder Zweite traut der Rentenreform nicht zu, die
Alterssicherung für die Zukunft stabiler zu machen
Gut jeder dritte Deutsche (35 Prozent) ist der Meinung, dass die angedachte
Rentenreform die Alterssicherung in Deutschland für die Zukunft stabiler machen
wird. Gut die Hälfte (52 Prozent) glaubt das nicht. Das hat eine repräsentative
Umfrage von infratest dimap unter 1.317 Wahlberechtigten für den
ARD-DeutschlandTREND von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben.
Die Bundesregierung hat angekündigt, die Vorschläge einer von ihr eingesetzten
Alterssicherungskommission vollständig umsetzen zu wollen. Auf besonders große
Zustimmung trifft dabei das Vorhaben, Selbstständige, Politiker und Vorstände
von Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen zu
wollen: Fünf von sechs Deutschen (84 Prozent) finden das richtig, jeder Zehnte
(11 Prozent) lehnt das ab. Mehrheitliche Zustimmung erfährt auch der Plan einer
kapitalgedeckten Zusatzrente, bei der die Beitragssätze für Arbeitnehmer und
Arbeitgeber leicht erhöht werden und dieser Teil verpflichtend am Kapitalmarkt
angelegt wird: Für 56 Prozent geht dieser Vorschlag in die richtige Richtung,
für 32 Prozent in die falsche. Am größten ist die Zustimmung in diesem Punkt bei
Anhängern von Union (73 Prozent) und Grünen (72 Prozent). Auch unter
SPD-Anhängern sind 64 Prozent dafür. Bei den Anhängern der Linken ist jeder
Zweite (50 Prozent) dafür, 44 Prozent sind dagegen. Bei den AfD-Anhängern ist
jeder Zweite (50 Prozent) dagegen, 38 Prozent sind dafür.
Eine Koppelung des regulären Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung,
wodurch bei steigender Lebenserwartung auch das Renteneintrittsalter moderat
steigt, lehnt eine Mehrheit (63 Prozent) ab. Jeder Dritte (32 Prozent) ist
dafür. Auch in diesem Punkt zeigen sich unter den Partei-Anhängern deutliche
Unterschiede: Mehrheitlich befürwortet wird eine Koppelung des
Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung von Anhängern der Union (55
Prozent) und der Grünen (52 Prozent), mehrheitlich abgelehnt von Anhängern der
AfD (84 Prozent), der Linken (72 Prozent) sowie der SPD (55 Prozent).
Eine Abschaffung der so genannten Rente mit 63, also des abschlagsfreien
vorzeitigen Renteneintritts für besonders langjährig Versicherte, lehnen sieben
von zehn Deutschen (70 Prozent) ab. Ein Viertel (26 Prozent) spricht sich dafür
aus. Mehrheitliche Ablehnung erfährt der Vorschlag unter Anhängern von AfD (85
Prozent), Linke (81 Prozent), Grünen (67 Prozent) und SPD (63 Prozent). Einzig
die Unions-Anhänger sind in dieser Frage gespalten: Hier sind 48 Prozent dafür
und 46 Prozent dagegen.
Knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) hat derzeit sehr große bzw. große
Sorgen vor Geldproblemen im Alter; die andere Hälfte (50 Prozent) hat
diesbezüglich weniger bzw. gar keine Sorgen. In den ostdeutschen Bundesländern
(59 Prozent) ist diese Sorge ausgeprägter als in den westdeutschen Bundesländern
(45 Prozent).
Mehr als drei Viertel (78 Prozent) machen sich zudem sehr große bzw. große
Sorgen um den Wirtschaftsstandort in Deutschland. Fast jeder vierte
Erwerbstätige (23 Prozent) hat sehr große bzw. große Sorgen, den Arbeitsplatz zu
verlieren; drei von vier Erwerbstätigen (74 Prozent) haben diesbezüglich weniger
bzw. gar keine Sorgen.
Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland
- Fallzahl: 1.317 Befragte
- Erhebungszeitraum: 29. Juni bis 1. Juli 2026
- Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%
Die Fragen im Wortlaut:
- Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hat vergangene
Woche Vorschläge für eine Neuausrichtung der Rentenpolitik in Deutschland
vorgelegt.
Wie stehen Sie dazu? Geben Sie bitte für jeden Vorschlag an, ob dieser aus Ihrer
Sicht in die richtige oder falsche Richtung geht.
1. Abschaffung der so genannten Rente ab 63, also des abschlagsfreien
vorzeitigen Renteneintritts für besonders langjährige Versicherte
2. Einbeziehung von Selbstständigen, Politikern und Vorständen von
Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rentenversicherung
3. Koppelung des regulären Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, d.h.
bei steigender Lebenserwartung steigt moderat auch das Renteneintrittsalter
4. Eine kapitalgedeckte Zusatzrente, bei der die Beitragssätze für Arbeitnehmer
und Arbeitgeber leicht erhöht werden und dieser Teil verpflichtend am
Kapitalmarkt angelegt wird
- Angenommen, die Bundesregierung setzt wie angekündigt die Expertenvorschläge
zur Rente vollständig um. Was erwarten Sie? Wird die Reform...?
1. die Alterssicherung für die Zukunft stabiler machen
2. für mehr Gerechtigkeit zwischen den Generationen sorgen
- Machen Sie sich sehr große Sorgen, große Sorgen, wenig Sorgen oder gar keine
Sorgen, ...?
1. dass Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren (Auswertung: nur Erwerbstätige)
2. dass Sie im Alter Geldprobleme haben werden
3. um den Wirtschaftsstandort Deutschland
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Tel. 0221 220 7100
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OTS: ARD Das Erste
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