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Hilpoltstein (ots) - Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für
Vogel- und Naturschutz) übernimmt die Federführung für das derzeit größte
Nationale Artenhilfsprogramm zum Schutz der Wiesenweihe in Deutschland.
Bundesumweltminister Carsten Schneider überreichte vorgestern dem
LBV-Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer für das Verbundprojekt "Nationales
Artenhilfsprogramm für den Schutz der Wiesenweihe" die Förderzusage in Höhe von
über zehn Millionen Euro im Rahmen des Symposiums "Naturschützer mit Herz und
Kompass". Die Fachveranstaltung des Bundesumweltministeriums erinnert an den
verstorbenen Parlamentarischen Staatssekretär Carsten Träger. "Dass der LBV
dieses bundesweite Projekt nun leitet, ist kein Zufall. Wir haben in Bayern über
Jahrzehnte gezeigt, wie praktischer Artenschutz für die Wiesenweihe
funktioniert: fachlich fundiert, nah an den Brutplätzen und gemeinsam mit
Landwirtinnen und Landwirten", so Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender. Aus
dieser Vorarbeit entsteht nun ein fünfjähriges Schutzprogramm für ganz
Deutschland, das am 1. Oktober beginnen soll.
Bundesumweltminister Carsten Schneider : "Die Wiesenweihe gehört zu den vom
Aussterben bedrohten Greifvögeln, es gibt nur noch wenige hundert Brutpaare in
Deutschland. Das vom Bayerischen Landesbund für Vogel- und Naturschutz
koordinierte Artenschutz-Vorhaben wird langfristig zu ihrem Schutz beitragen.
Ich freue mich, dass wir dieses wichtige Projekt über das nationale
Artenhilfsprogramm fördern können. Ein Teil davon wird in Bayern und damit in
der Heimat unseres im März verstorbenen Parlamentarischen Staatssekretärs
Carsten Träger umgesetzt. So werde ich es in besonderer Erinnerung behalten."
Die Wiesenweihe ist eine echte Erfolgsgeschichte des LBV-Artenschutzes. Mitte
der 1990er Jahre lebten in Bayern gerade mal drei bekannte Brutpaare. Heute
brüten hier jedes Jahr mehr als 220 Paare. "Dieses Wissen bringen wir nun in ein
bundesweites Projekt ein", ergänzt Schäffer. Die Wiesenweihe lebt in offenen
Agrarlandschaften und brütet heute in Deutschland überwiegend in
Getreidefeldern. Genau dort kommt es auf schnelle Abstimmung, genaue Beobachtung
und Vertrauen an. Viele Jungvögel können nur ausfliegen, wenn Nester rechtzeitig
gefunden und bei der Bewirtschaftung geschützt werden.
In Bayern gelingt das seit mehr als 30 Jahren durch die Zusammenarbeit von
LBV-Aktiven, Ehrenamtlichen, Landwirtinnen und Landwirten sowie dem Bayerischen
Landesamt für Umwelt. Im Durchschnitt fliegen im Freistaat inzwischen rund 500
Jungvögel pro Jahr aus. "Die bayerische Wiesenweihen brüten mittlerweile sogar
in Frankreich und erfüllen damit sogar die besondere biologische Funktion einer
so genannten Geber-Population", sagt Schäffer.
Die Erfahrungen aus dem bayerischen Wiesenweihenschutz können einen Beitrag dazu
leisten, den Schutz der Art bundesweit mit allen Partnern weiterzuentwickeln.
Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus elf Bundesländern baut der LBV
Schutznetzwerke auf, verbessert Lebensräume und sichert Gelege sowie Jungvögel
gezielt vor Ort. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt soll den Bestand der
gefährdeten Offenlandart in Deutschland langfristig stärken.
Mit der Förderung setzt der Bund zugleich ein klares Zeichen für Artenschutz in
der Energiewende. Die Nationalen Artenhilfsprogramme richten sich besonders an
Arten, die durch den Ausbau erneuerbarer Energien betroffen sind. Dazu zählen
unter anderem kollisionsgefährdete Vogelarten wie Rotmilan, Schreiadler und
Wiesenweihe. Die rechtliche Grundlage dafür schuf der Bund 2022 mit dem Artikel
45d Bundesnaturschutzgesetz.
Die Übergabe der Förderzusage beim Symposium würdigt auch das Vermächtnis von
Carsten Träger, der sich für die Verbindung von Natur-, Arten- und Klimaschutz
eingesetzt hat. Das bundesweite Wiesenweihen-Projekt führt diesen Anspruch
praktisch fort: Es zeigt, dass Energiewende und wirksamer Artenschutz zusammen
gedacht und vor Ort umgesetzt werden müssen.
Projektpartner:
- Dachverband Deutscher Avifaunisten
- Deutsche Wildtier Stiftung, Mecklenburg-Vorpommern
- BUND Landesverband Sachsen-Anhalt
- Landesjagdverband Schleswig-Holstein
- Wiesenweihen- und Naturschutz Nordostdeutschland e.V., Brandenburg
- Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, NRW
- BUND Niedersachsen (als Träger für das NLWKN)
- Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON)
- Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR)
- NABU Landesverband Baden-Württemberg
Über den LBV
1909 gegründet ist der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.
V. - der älteste Naturschutzverband in Bayern und zählt aktuell 117.000
Unterstützerinnen und Unterstützer. Der LBV setzt sich durch fachlich fundierte
Natur- und Artenschutzprojekte sowie Umweltbildungsmaßnahmen für den Erhalt
einer vielfältigen Natur und Vogelwelt im Freistaat ein.
Mehr Infos: http://www.lbv.de/ueber-uns
Kostenfreie Pressebilder:
Förderzusage für das Nationale Artenhilfsprogramm Wiesenweihenschutz: Verena
Auernhammer (LBV-Teamleitung Wiesen- und Feldvogelschutz), Dr. Tobias Reiners
(Vorsitzender DDA), Bundesumweltminister Carsten Schneider, Dr. Norbert Schäffer
(LBV-Vorsitzender), Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin
im BMUKN (v.l.n.r.)| © BMUKN Peter-Paul Weiler (https://landesbundvogelschutz.em
lnk1.com/lt.php?x=4lZy~GDLUIGa68Gq-wA6WOhsAnEpjwDzj-o4YqI6KqWi6KCs-Uy7xOFv1HMj-R
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LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer mit Förderzusage © BMUKN Peter-Paul Weiler
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Wiesenweihe © Zdenek Tunka (https://landesbundvogelschutz.emlnk1.com/lt.php?x=4l
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Markus Erlwein | Stefanie Bernhardt | Franziska Back, E-Mail: presse@lbv.de,
Tel.: 09174/4775 -7180 | -7184 | -7187. Mobil: 0172-6873773.
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OTS: Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) e. V.
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