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Berlin (ots) - Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker begrüßen einzelne
Neuerungen in der Arzneimittelversorgung, die am heutigen Freitag im Bundesrat
im Rahmen einer Verordnung beschlossen werden sollen. Zugleich lehnen sie die
finanzielle Schwächung der Apotheken ab, die ebenfalls am heutigen Freitag
wenige Kilometer entfernt im Bundestag per Gesetz auf den Weg gebracht werden
soll.
Im Bundesrat liegt den Ländern die "Verordnung zur Änderung der
Apothekenbetriebsordnung und weiterer Verordnungen" zur Abstimmung vor. "Mit
dieser Mantelverordnung kann ein für die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung
von Bürgerinnen und Bürgern bedeutendes Apothekenreformpaket abgeschlossen
werden", sagt Thomas Preis, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände: "Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz hat der
Bundestag den Leistungsumfang der Apotheken erst kürzlich durch Impfungen und
neue Dienstleistungen erweitert. Zeitgleich hat die Bundesregierung das Honorar
nach 13 Jahren Stillstand endlich angepasst. Um die Arzneimittelversorgung der
Patientinnen und Patienten aber langfristig zu sichern, muss die
Apothekenvergütung auch regelmäßig direkt mit den Krankenkassen ausgehandelt
werden dürfen, um nicht weiterhin von den Kostensteigerungen abgekoppelt zu
sein. Wir begrüßen diese Neuerung - ein weiterer, jahrelanger Honorarstillstand
wäre für die Apotheken und ihre 160.000 Angestellten nicht mehr zu verkraften."
Der ABDA-Präsident begrüßt das Ende des Skontoverbots: "Das ist ein wichtiger
Schritt, bei dem Lieferanten wieder handelsübliche Skonti gewähren dürfen, wenn
die Apotheke ihre Rechnung innerhalb einer festen Frist begleicht." Aber Preis
warnt auch: "Da die Mantelverordnung auch einige Versorgungsstrukturen
reformiert, gilt es bei den Auswirkungen genau hinzuschauen. Wenn eine
Zweigapotheke kein eigenes Labor mehr haben muss oder die Öffnungszeiten von
Apotheken verkürzt werden können, kann das zu einer Verschlechterung der
Versorgung führen. Das kritisieren wir, denn die Bürgerinnen und Bürger in allen
Regionen Deutschlands müssen sich auf eine wohnortnahe und vollumfängliche
Arzneimittelversorgung verlassen können."
Zum heute im Bundestag vorliegenden Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze
in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz)
sagt Preis: "Die unbefristete Erhöhung des Apothekenabschlags lehnen wir ab. Sie
führt zu einer Schwächung der Apotheken und weiteren Apothekenschließungen. Die
Apotheken haben den Kassen schon sehr viel Geld gespart, weil ihre Honorierung
über ein Jahrzehnt nicht erhöht wurde. Das hat zu einer massiven
Schließungswelle geführt. Aber immer weniger Apotheken führen zu einer
Verschlechterung der Versorgung der Menschen in unserem Land."
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OTS: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
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