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Berlin (ots) - Pharma Deutschland fordert unverzüglichen Start einer echten
Pharmastrategie
Die harten Einschnitte, die sich aus dem heute verabschiedeten
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz für die Pharmaindustrie ergeben, werden
einem massiven Flurschaden in der deutschen Wirtschaftslandschaft hervorrufen.
Das Gesetz wird als Standortdestabilisierungsgesetz in die Geschichte der
Gesundheitspolitik eingehen: Noch nie hat ein Gesetz aus dem
Bundesgesundheitsministerium eine strategisch so wichtige Branche in so kurzer
Zeit mit einer derart geballten Kumulation von Eingriffen belastet, die sich
additiv auf über 50 Prozent addieren können. Und das auf Basis von bereits unter
AMNOG verhandelten Arzneimittelpreisen.
"Dieses Gesetz ist kein Beitrag zur Stabilisierung der GKV, sondern ein Beitrag
zur Destabilisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und ein Schock für die
Branche", sagt der Pharma Deutschland Vorstandsvorsitzende Jörg Wieczorek. "Noch
im November sind wir im Bundeskanzleramt als zu stärkende Leitbranche empfangen
worden. Ein paar Monate später werden wir mit immer neuen Abschlägen, Rabatten
und Preiseinschnitten überzogen. Die Teilnahmslosigkeit, mit der die Spitze des
Wirtschaftsministeriums die Entwicklung schon seit den desillusionierenden
Pharmagesprächen begleitet, ist ein verheerendes Signal an Unternehmen aller
Branchen und nicht nur denen, die hier forschen, produzieren und investieren
wollen."
Pharma Deutschland weist darauf hin, dass die heute beschlossenen Eingriffe den
innovationsgetriebenen Teil der Arzneimittelversorgung treffen, in dem
Arzneimittel für schwere und chronische Erkrankungen entwickelt werden. Um in
einer Zeit multipler Bedrohungslagen nicht weitere systemrelevante Unternehmen
und Produktionsstrukturen zu verlieren, fordert Pharma Deutschland die
Bundesregierung auf, unverzüglich mit der Formulierung einer Pharmastrategie zu
beginnen.
"Die Bundesregierung muss ihren eigenen Anspruch endlich ernst nehmen. Wenn sie
tatsächlich noch eine Pharmastrategie für Deutschland will, dann muss sie die
pharmazeutische Industrie jetzt an den Tisch holen, strukturiert an der
Ausarbeitung beteiligen und sofort mit der Arbeit beginnen und in die Praxis
umsetzen. Alles andere ist industriepolitisch unglaubwürdig und destabilisiert
weiter", so Jörg Wieczorek.
Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de/ gibt
es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
Ihre Ansprechpartner in der Pressestelle von Pharma Deutschland:
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Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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