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Erfolgreich positioniert im Wettbewerb: Genossenschaftliche FinanzGruppe erwirtschaftet Gewinn von 11,6 Milliarden Euro im Jahr 2025

15.07.2026 12:41 Uhr BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

Berlin (ots) -

- Kolak: Ergebnis unterstreicht Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe - Reform der Sicherungseinrichtung erfolgreich abgeschlossen - Zukunft gestalten - finanzielle Bildung und technologische Innovation als Handlungsfelder

Die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken hat sich im Geschäftsjahr 2025 in der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands gut behauptet. Der konsolidierte Gewinn vor Steuern lag bei 11,6 Milliarden Euro. "Unsere Banken haben solide gewirtschaftet und sind für ihre Kunden in diesen anspruchsvollen Zeiten da. Das zahlt sich aus: in langjährigen Beziehungen zu Millionen von Menschen und Unternehmen und in einem weiter gewachsenen Kundengeschäft", sagte die Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak, anlässlich der Präsentation des gruppenweiten Jahresabschlusses. Das Ergebnis unterstreiche die Wettbewerbsfähigkeit der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Zugleich verwies Kolak auf zunehmende Herausforderungen aus dem konjunkturellen Umfeld und den spürbar steigenden Wettbewerbsdruck am deutschen Bankenmarkt. "Wir arbeiten daher mit voller Energie für unsere Zukunftsfähigkeit und stellen die Kunden dabei in den Mittelpunkt."

Das allgemeine Wirtschaftsklima, die Investitionsbereitschaft und das Verbrauchervertrauen seien jedoch weiter gedämpft, so Kolak. Viele Unternehmen litten unter schwankenden Energie- und Rohstoffpreisen, steigendem Fachkräftemangel sowie handelspolitischen Risiken. "Umso wichtiger ist eine Wirtschaftspolitik im Inland, die Orientierung, Tempo und Planungssicherheit bietet", sagte die BVR-Präsidentin. Die jüngsten Beschlüsse der Koalition zu Aufschwung und Beschäftigung und das klare Bekenntnis zu den Vorschlägen der Rentenkommission seien wichtige Zeichen. "Auch die heute im zweiten Entlastungskabinett vorgesehenen Deregulierungsmaßnahmen sind vielversprechende Signale, dass die Regierung Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum wieder stärker in den Fokus rückt", kommentierte Kolak. Jetzt komme es auf die konsequente Umsetzung an. Sie warb zugleich für eine ambitioniertere Reform der Einkommensteuer: "Die vorgesehenen Entlastungen werden bei vielen nicht einmal die kalte Progression ausgleichen. Durch die Anhebung des Spitzensteuersatzes werden leistungsstarke Mittelständler - also diejenigen, auf deren Investitionen es jetzt ankäme - auch noch zusätzlich belastet."

Beim Thema finanzielle Bildung und Vorsorge sieht Kolak nach Jahren des Stillstands Bewegung. Die geplante Frühstart-Rente und das Altersvorsorgedepot seien wichtige Schritte für eine stärkere dritte Säule. Noch fehle Anbietern mit dem Gesetzentwurf allerdings die notwendige rechtliche Verlässlichkeit. "Unsere Häuser stehen in den Startlöchern", so Kolak. Die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken setzt dabei nicht nur auf Vorsorge- und Anlageprodukte, sondern auf ein breites Bildungsangebot. Dazu gehören Unterrichtsmaterialien für Schulen und das Schulserviceportal "Jugend und Finanzen", der Kinderpodcast "Alles über Knete", Formate für junge Menschen in den sozialen Medien sowie die Entwicklung einer eigenen Finanzbildungs-App, die derzeit gemeinsam mit der gruppeneigenen NextGen-Consultancy Neonblau vorangetrieben wird.

Neben verlässlichen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und einer stärkeren privaten Vorsorge sieht der BVR vor allem technologische Innovationskraft als entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Europa und den Finanzstandort Deutschland. Mit dem Tech Sovereignty Package hat die EU-Kommission Anfang Juni ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt, das Europas Abhängigkeit bei Cloud, Künstlicher Intelligenz und Halbleitern verringern und eigene technologische Alternativen stärken soll. Nun kommt es darauf an, aus diesen politischen Weichenstellungen konkrete Investitionen und marktfähige Lösungen entstehen zu lassen. Digitale Souveränität sollte dabei nicht Abschottung bedeuten, sondern die Fähigkeit, technologische Entwicklungen aktiv mitzugestalten und für Kunden nutzbar zu machen. Die genossenschaftliche FinanzGruppe treibt den Einsatz von KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran - von der Automatisierung ihrer Prozesse über intelligente Datennutzung bis hin zu neuen Anwendungen in Beratung und Service. Zugleich bringt sie ihre Erfahrungen als Betreiber kritischer Finanzinfrastruktur aktiv in die politische Debatte um Cloud-Technologien, Datenhoheit und KI-Regulierung ein.

Mit seinem Reformprojekt Geno Next Level hat der BVR erfolgreich die Sicherungseinrichtung gestärkt und ihre Eingriffsrechte bei Banken im Präventions- und Sanierungsstatus verschärft. Die dafür erforderlichen Änderungen an Statuten hat die BVR-Mitgliederversammlung im Juni mit sehr großer Mehrheit beschlossen. "Das ist ein Meilenstein für die Zukunft unseres Sicherungssystems und ein Beleg für die Handlungsfähigkeit unserer Gruppe", bilanzierte Kolak nach anderthalb Jahren eines von Primärbanken, Regionalverbänden und Verbundunternehmen getragenen Reformprozesses.

In den kommenden Monaten werden sich die Aufsichtsräte und Vorstände aller Genossenschaftsbanken zudem mit dem vom BVR vorgelegten Vorstands- und Aufsichtsratskodex befassen. Dieser soll ein gemeinsames Verständnis verantwortungsvoller Unternehmensführung fördern. Auch die Weiterentwicklung des gruppenweiten Risiko- und Finanzmanagements war Bestandteil von Geno Next Level. Die im Projekt erarbeiteten Leitplanken werden derzeit vom BVR weiter ausgearbeitet.

Erfolgreiches Kundengeschäft

Der Zinsüberschuss - die größte Ertragsquelle der Genossenschaftsbanken - stieg im Jahr 2025 leicht auf 24,5 Milliarden Euro und bestätigt das hohe Vorjahresniveau (24,3 Milliarden Euro).

Dynamischer wuchs erneut der Provisionsüberschuss auf 9,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 9,5 Milliarden Euro). Haupterlösquellen waren weiterhin Erträge aus dem Zahlungsverkehr und dem Wertpapiergeschäft.

Das Handelsergebnis verbesserte sich spürbar und drehte von minus 643 Millionen Euro auf plus 384 Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Wegfall marktbedingter Bewertungseffekte bei eigenen Emissionen. Gegenläufig wirkte die Normalisierung des Ergebnisses aus Finanzanlagen von 930 Millionen Euro auf 142 Millionen Euro. Zwar konnten auch hier Wertaufholungen verzeichnet werden, diese fielen jedoch wesentlich geringer aus als im Vorjahr.

Im Berichtsjahr hervorzuheben ist das Versicherungsgeschäft. Eine erfreuliche Entwicklung im Kundengeschäft sowie eine geringere Schadendynamik führten zu einem deutlichen Ergebnisanstieg von 56 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Ihre Risikovorsorge hält die genossenschaftliche FinanzGruppe im Geschäftsjahr 2025 auf weiter hohem Niveau von 4,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,5 Milliarden Euro). Hierin spiegelt sich das aufgrund der schwachen Konjunktur weiterhin anziehende Insolvenzgeschehen bei Unternehmen und Verbrauchern, aber auch die vorsorgliche Planung der Finanz- und Risikomanager in den Banken wider.

Die erzielten Erträge kompensieren die steigenden Verwaltungsaufwendungen , die sich im Geschäftsjahr auf 22,2 Milliarden Euro nach 20,8 Milliarden Euro im Vorjahr erhöhten. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Personalaufwendungen durch Tariferhöhungen und Neubesetzungen. Die Zahl der Mitarbeitenden der genossenschaftlichen FinanzGruppe stieg 2025 um rund 3.000 Personen auf rund 176.500. Damit setzte sie den strategischen Beschäftigungsaufbau im dritten Jahr in Folge fort. Darüber hinaus stiegen die IT-Ausgaben. Die FinanzGruppe investiert damit weiterhin gezielt in ihre Mitarbeitenden und die digitale Weiterentwicklung ihrer Banken.

Die Aufwand-Ertrags-Relation wuchs hierdurch moderat um 1,5 Prozentpunkte auf 58,3 Prozent und liegt damit weiterhin auf gutem Niveau. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von 4,2 Milliarden Euro belief sich der Jahresüberschuss nach Steuern im Geschäftsjahr 2025 auf 7,4 Milliarden Euro. Die positive Entwicklung im Kundengeschäft spiegelte sich auch in der Bilanz wider: Die Forderungen an Kunden stiegen um 2,9 Prozent, die Kundeneinlagen um 2,7 Prozent. Die konsolidierte Bilanzsumme der genossenschaftlichen FinanzGruppe erhöhte sich damit auf 1,68 Billionen Euro und lag 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die genossenschaftliche FinanzGruppe konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Eigenkapitalbasis, die weiterhin zu 83 Prozent von den Genossenschaftsbanken getragen wird, kräftig ausbauen. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich um knapp 5,3 Prozent auf 158,5 Milliarden Euro. Die Gesamtkapitalquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent. Mit dieser sehr soliden Kapitalausstattung ist die genossenschaftliche FinanzGruppe gut aufgestellt für die Zukunft - sowohl für Risiken als auch für erwartete Finanzierungsbedarfe. Dies bestätigen auch die Ratingagenturen : Sowohl Fitch mit AA- als auch Standard & Poor's mit A+ beurteilen die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken im Branchenvergleich sehr gut - beide mit einem stabilen Ausblick.

Hintergrundinformation zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken:

Die 646 Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken, genossenschaftlichen Kirchenbanken sowie Spezialinstitute vereinen das Kapital der genossenschaftlichen FinanzGruppe - einschließlich der Zentralbank DZ BANK AG - fast vollständig auf sich. Sie betreuen über 30 Millionen Kunden, von denen 17,5 Millionen als Mitglieder Geschäftsanteile an den Kreditgenossenschaften halten. Die Eigentümerstruktur der genossenschaftlichen Bankengruppe ist damit sehr breit und vollständig in privater Hand.

Die Zentralbank und Verbundunternehmen, zu denen neben der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, der DZ HYP AG, der Union Asset Management Holding AG und der R+V Versicherung AG unter anderem auch die Münchener Hypothekenbank eG, VR Smart Finanz, die TeamBank AG und die DZ PRIVATBANK S.A. gehören, stellen den Volksbanken und Raiffeisenbanken Allfinanzprodukte und -leistungen zur Verfügung, die von den Genossenschaftsbanken im Rahmen ihrer jeweiligen Positionierung im Markt bedarfsgerecht angeboten werden können.

Der BVR ist das strategische Kompetenzzentrum der genossenschaftlichen Bankengruppe und vertritt als Spitzenverband der Kreditwirtschaft bundesweit und international die Interessen der genossenschaftlichen Bankengruppe. Der BVR betreibt ferner ein duales System der Institutssicherung. Die 100-prozentige Tochtergesellschaft BVR Institutssicherung GmbH ist amtlich als Einlagensicherungssystem anerkannt und stellt - neben der Institutssicherung - den gesetzlichen Auftrag sicher, im Fall einer Bankinsolvenz die Entschädigung der Einleger nach Maßgabe des Einlagensicherungsgesetzes vorzunehmen. Die Sicherungseinrichtung des BVR gewährleistet als zusätzliches, freiwilliges System ebenfalls die Einlagensicherung über den Weg der Institutssicherung

Pressekontakt:

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin Telefon: (030) 20 21-13 00, mailto:presse@bvr.de, http://www.bvr.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/40550/6314905 OTS: BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenban ken


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
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