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Berlin (ots) - Wolodymyr Selenskyj hat die Ukrainer auf die Straße gebracht.
Seit zwei Tagen protestieren Menschen landesweit in größeren Städten. Was
staatsfreundliche Medien als Beweis für eine lebendige Demokratie zu verkaufen
versuchen, ist in Wahrheit ein Zeichen der zunehmenden Entfremdung von
Bevölkerung und Regierung.
Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte den Aufstand gewagt und sich gegen
seinen Präsidenten gestellt, der ihn absetzen wollte. Der Aufstand ist vorerst
gescheitert. Ein deutliches Warnsignal war er dennoch.
Selenskyj hat mit der Demission Fedorows den Machtkampf innerhalb der Armee
entschieden, bei dem sich vereinfacht gesagt sowjetische Tradition und morderne
Kriegsführung gegenüberstanden. Selenskyj hat sich für die Tradition entschieden
und schadet damit sich selbst und der ganzen Ukraine.
Der ukrainische Präsident zeigt, dass ihm die öffentliche Meinung immer weniger
interessiert. Fedorow hatte sich mit seinem Drohnenkrieg bei den Menschen
beliebt gemacht, weil trotz der Kill Zone die Überlebenswahrscheinlichkeit der
Soldaten stieg. Selenskyj ist das egal.
Fedorows Demisssion wirft damit auch ein schlechtes Licht auf die ukrainische
Propaganda. Gegenüber seinen westlichen Partnern preist Selenskyj seine Truppe
unermüdlich als stärkste, beste und modernste Armee Europas an. Nun also die
Reformkehrtwende oder zumindest der Stopp. Die brutale Mobilisierung von
Männern, die anschließend im Fleischwolf der Schützengräben verheizt werden,
erhält Vorrang.
Auch der Druck auf die Soldaten steigt. Im Netz berichten Militärs Schikanierung
durch ihre Vorgesetzten, weil sie sich für Fedorow aussprechen. Kritische
Stimmen sollen zum Schweigen gebracht werden. Sie haben in den Augen von
Präsident und Generalstab in ihrer demokratischen Armee keinen Platz.
Sie sollen kämpfen in einem Krieg, der am Boden nicht zu gewinnen ist, für keine
Seite. Der ukrainischen Führungseben ist das egal.
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