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Caracas/Berlin (ots) - Tausende Schwangere und Mütter benötigen einen Monat nach
den verheerenden Erdbeben in Venezuela Zugang zu medizinischer Versorgung,
nährstoffreichen Lebensmitteln und sicherer Unterkunft, so Save the Children.
"Wir erhalten besorgniserregende Berichte über kleine Babys, die in Camps
erkranken, von Familien, die kaum geschützt vor Regen auf feuchten Matratzen
schlafen und unter schlechten hygienischen Bedingungen leben", sagt Fatima
Andraca, Länderdirektorin von Save the Children in Venezuela.
Die beiden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 zerstörten und beschädigten am Abend
des 24. Juni (Ortszeit) dutzende Gesundheitseinrichtungen. Dadurch wurde auch
die Basis-Gesundheitsversorgung für viele Mütter und Kinder unterbrochen. Frauen
berichteten Save the Children-Mitarbeitenden, dass unter den mehr als 5.000
Todesopfern der Katastrophe auch Geburtshelfende und Kinderärzt*innen waren. Die
Vereinten Nationen schätzen (https://www.unfpa.org/resources/flash-update-earthq
uakes-venezuela-26-june-6-july-2026) , dass 36.700 schwangere Frauen von den
Erdbeben betroffen sind, von denen 4.000 voraussichtlich im nächsten Monat
entbinden werden - das entspricht etwa 130 Neugeborenen pro Tag.
Etwa 21.000 Menschen wurden durch die Erdbeben obdachlos. Auch viele Schwangere
leben seitdem in Notunterkünften, in denen der Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen,
nahrhaften Lebensmitteln sowie sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen
eingeschränkt ist. Gleichzeitig müssen viele den traumatischen Verlust von
Angehörigen verkraften. Untersuchungen zeigen, dass hoher Stress während der
Schwangerschaft die Entwicklung des Babys beeinträchtigen und das Risiko von
Früh- oder Fehlgeburten erhöhen kann. Mangelnde Vorsorge und unzureichende
Ernährung steigern zusätzlich das Risiko von Mangelernährung und niedrigem
Geburtsgewicht.
Yohana*, die mit ihrem ersten Kind schwanger ist, war allein zu Hause in einem
der am stärksten betroffenen Stadtteile von La Guaira, als das Erdbeben
zuschlug. "Als das ganze Haus einstürzte, hatte ich Angst. In all dem Chaos war
ich mir nicht sicher, ob ich verletzt war oder nicht. Aber ehrlich gesagt dachte
ich nur daran, lebend da rauszukommen." Yohana wurde in einer mobilen Klinik,
die von Save the Childrens Partnerorganisation in La Guaira betrieben wird,
medizinisch untersucht. Sie leidet weiterhin unter Ängsten, doch die
Schwangerschaft verläuft gut.
Save the Children fordert, dass Schwangere, Mütter und Kinder bei den
humanitären Hilfsmaßnahmen und dem Wiederaufbau in Venezuela priorisiert werden.
Internationale Regierungen, Geber und humanitäre Partner müssen den
kontinuierlichen Zugang zu Schwangerschaftsvorsorge, Geburtshilfe und Nachsorge
sowie zu nahrhaften Lebensmitteln, sicheren Unterkünften, sauberem Wasser und
sanitären Einrichtungen sowie lebenswichtigen Hilfsgütern sicherstellen.
Save the Children arbeitet in Venezuela mit Behörden und lokalen Partnern
zusammen, um über mobile Kliniken eine medizinische Grundversorgung
bereitzustellen sowie Hygiene-Sets, sauberes Wasser und lebensnotwendige
Hilfsgüter zu verteilen. Die Kinderrechtsorganisation unterstützt zudem Familien
mit Säuglingen unter sechs Monaten durch Ernährungsuntersuchungen, Beratung und
psychosoziale Unterstützung.
Save the Children ist seit 2019 in Venezuela tätig. Als sich die humanitäre
Krise vor einigen Jahren verschärfte, weitete die Organisation ihre
Hilfsmaßnahmen aus. Save the Children leistet Hilfe in den Bereichen Gesundheit,
Ernährung, Bildung, Kinderschutz, Unterkünfte, Wasser, Sanitärversorgung und
Hygiene sowie Ernährungssicherheit und Existenzsicherung.
*Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
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