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WIESBADEN (ots) -
- Unternehmensdaten zeigen 13,0 % mehr Übernachtungen als im Jahr 2024
- Daten ergänzen amtliche Tourismusstatistik um Übernachtungszahlen bei
kleineren Anbietern von Ferienwohnungen und -häusern
Im Jahr 2025 haben Gäste aus dem In- und Ausland über die drei großen
Online-Plattformen AirBnB, Booking.com und Expedia insgesamt 68,3 Millionen
Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern in Deutschland gebucht. Gegenüber
den Vorjahren sind Daten der Online-Plattform TripAdvisor nicht mehr
berücksichtigt. Trotz des Wegfalls dieser Daten verzeichneten die verbleibenden
drei Online-Plattformen 13,0 % mehr solcher Übernachtungen als im Jahr 2024. Das
Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 wurde 2025 deutlich übertroffen: Damals hatten
in- und ausländische Gäste 37,2 Millionen Übernachtungen in Ferienunterkünften
über die Plattformen (inklusive TripAdvisor) gebucht. Im Vergleich dazu lagen
die Zahlen des Jahres 2025 um 83,4 % höher. Das Statistische Bundesamt
(Destatis) veröffentlicht diese von der europäischen Statistikbehörde Eurostat
bereitgestellten Unternehmensdaten ergänzend zur monatlichen Tourismusstatistik.
Bei den Ergebnissen ist zu beachten, dass der Trend zur vermehrten Buchung von
Übernachtungen über Online-Plattformen die Daten im Jahresvergleich verzerren
kann und nicht alleine auf ein verändertes Reiseverhalten zurückzuführen sein
muss. Da keine plattformspezifischen, sondern nur aggregierte Daten der
beteiligten Plattformen verfügbar sind, können die Auswirkungen des Wegfalls von
TripAdvisor nicht quantifiziert werden. Bei TripAdvisor handelte es sich
allerdings um die kleinste der beteiligten Plattformen, weshalb die Auswirkungen
auf die Ergebnisse als sehr gering eingeschätzt werden.
Fast alle Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit weniger als 10 Betten
Die Plattformdaten ergänzen die Übernachtungszahlen für Ferienunterkünfte aus
der amtlichen Tourismusstatistik, weil sie überwiegend Buchungen bei kleineren
Anbietern abbilden: So wurden rund 94 % der über die drei Online-Plattformen
gebuchten Übernachtungen in Ferienwohnungen oder -häusern von
Beherbergungsbetrieben mit insgesamt weniger als 10 Betten angeboten. Oft stehen
dahinter private Vermieterinnen und Vermieter, die Unterkünfte im Nebenerwerb
anbieten. Demgegenüber erfasst die amtliche Monatserhebung im Tourismus
ausschließlich Übernachtungen in Betrieben mit mindestens 10 Betten. Zur
Verdeutlichung: Die amtliche Tourismusstatistik weist für Ferienwohnungen und
-häuser 97,0 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 aus. Von den 68,3 Millionen
über die Plattformen gebuchten Übernachtungen sind 94 % oder 64,1 Millionen
nicht in der Tourismusstatistik erfasst und ergänzen somit das Bild bei dieser
Unterkunftsart.
Mehr als doppelt so viele Onlinebuchungen aus dem Inland wie vor der
Corona-Krise
Die Zahl der über die drei Online-Plattformen gebuchten Übernachtungen in
Ferienwohnungen und -häusern von Gästen aus dem Inland stieg 2025 im Vergleich
zu 2024 um 15,3 % auf 48,5 Millionen. Der Zuwachs bei Übernachtungen von Gästen
aus dem Ausland fiel geringer aus. Sie stiegen um 7,8 % gegenüber dem Vorjahr
auf 19,8 Millionen. Auch das Vor-Corona-Niveau konnte der grenzüberschreitende
Tourismus in Ferienwohnungen und -häusern in Deutschland weit übertreffen: Die
Zahl der gebuchten Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland lag 2025 um 44,2 %
über dem Wert des Jahres 2019. Die Übernachtungszahl von Gästen aus dem Inland
war sogar 106,3 % höher als vor der Pandemie.
Fast 3 Millionen Übernachtungen von Gästen aus den Niederlanden
Die meisten Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland entfielen im Jahr 2025,
wie schon im Vorjahr, mit 2,9 Millionen auf Gäste aus den Niederlanden. Auf
Platz 2 folgte mit 2,1 Millionen Übernachtungen Polen, gefolgt von den USA mit
1,3 Millionen auf Platz 3. Die Top-5-Herkunftsländer im Jahr 2025 wurden wie im
Vorjahr von Frankreich (1,3 Millionen Übernachtungen) und der Schweiz (1,1
Millionen) komplettiert.
Die meisten Übernachtungen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen
Über die drei Online-Plattformen wurden 2025 mit 10,6 Millionen die meisten
Übernachtungen in Bayern gebucht, was einem Anteil von 15,5 % an allen
Übernachtungen entspricht. Es folgen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen
mit jeweils 8,1 Millionen und Niedersachsen mit 8,0 Millionen Übernachtungen.
Schaut man sich die Verteilung der Gäste aus dem In- und Ausland an, so sind
einige Unterschiede zwischen den Bundesländern erkennbar. In
Mecklenburg-Vorpommern wurden 92,3 % der Übernachtungen von Gästen aus dem
Inland gebucht, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 88,7 % und Thüringen mit 83,8
%. Im Gegensatz dazu entfielen in Berlin 67,7 % aller Übernachtungen auf Gäste
aus dem Ausland, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 42,3 % und
Baden-Württemberg mit 40,8 %.
Methodische Hinweise:
Die hier vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Unternehmensdaten werden
im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Eurostat und den drei großen
Plattformbetreibern AirBnB, Booking.com und Expedia zur Verfügung gestellt.
Erfasst werden dabei die Übernachtungen, die über eine dieser Plattformen in
Ferienwohnungen und -häusern in Deutschland gebucht wurden. Die
Übernachtungszahlen beziehen sich auf den Wirtschaftszweig NACE 55.2, der
Ferienwohnungen und -häuser sowie ähnliche Unterkünfte zur Kurzzeitvermietung
umfasst. Die Hotellerie und Campingplätze werden in den Plattformdaten nicht
erfasst.
Bis zum Berichtsjahr 2024 standen auch die Daten der Plattform TripAdvisor zur
Verfügung. Diese hat die Vereinbarung zum Ende 2024 gekündigt. Da keine
plattform-spezifischen, sondern nur aggregierte Daten der beteiligten
Plattformen verfügbar sind, können die Auswirkungen des Wegfalls von TripAdvisor
nicht quantifiziert werden. Alle genannten Veränderungen stellen unter diesen
Voraussetzungen die Untergrenze der Entwicklungen dar. Bei TripAdvisor handelte
es sich allerdings um die kleinste der beteiligten Plattformen, weshalb die
Auswirkungen auf die Ergebnisse als sehr gering eingeschätzt werden.
Der generelle Trend zur vermehrten Buchung von Übernachtungen über Plattformen
kann zu einer Verzerrung dieser Daten im Jahresvergleich führen. So nimmt die
Nutzung der Plattformen jedes Jahr zu und auch die Zahl der dort angebotenen
Unterkünfte steigt. Erkenntnisse darüber, welcher Anteil des Anstiegs der
Übernachtungsbuchungen über die drei Plattformen auf das tatsächliche
Reiseverhalten der touristischen Gäste zurückzuführen ist und welcher Anteil auf
das ausgeweitete Angebot der Plattformen, liegen dem Statistischen Bundesamt
nicht vor.
Das Alleinstellungsmerkmal der Plattformdaten ist, dass es keine
Mindestbettenzahl gibt, ab der ein Betrieb erfasst wird. In der amtlichen
Beherbergungsstatistik werden dagegen lediglich Betriebe mit mindestens 10
Betten beziehungsweise Stellplätzen erfasst. Die Daten gewähren somit einen
Einblick in einen Bereich, der bisher in der amtlichen Statistik kaum abgebildet
wird. Bezogen auf die in der monatlichen Tourismusstatistik insgesamt erfassten
Übernachtungszahlen (497,4 Millionen im Jahr 2025) würden die Plattformdaten mit
weniger als 10 Betten (64,1 Millionen) nur eine Ergänzung von rund 13 %
ausmachen. Schaut man sich jedoch nur die Betriebsart der Ferienwohnungen- und
-häuser an, so könnten die Plattformdaten mit weniger als 10 Betten (64,1
Millionen) die in der amtlichen Tourismusstatistik ausgewiesenen Übernachtungen
(97,0 Millionen) um etwa zwei Drittel ergänzen.
Erfasst werden Übernachtungen, die über die drei Plattformen online gebucht
wurden. Daten zu Buchungen, die über weitere Plattformen oder direkt bei den
Unterkünften erfolgen, sind nicht verfügbar. Die dargestellten Zahlen sind daher
als Untergrenze der tatsächlich erfolgten Übernachtungen in Ferienwohnungen und
-häusern anzusehen.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Tourismus
Telefon: +49 611 75 4851
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
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www.destatis.de/kontakt
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6322471
OTS: Statistisches Bundesamt
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