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Berlin (ots) - Wie familienfreundlich ist Deutschland? Dieser Frage ist der SoVD
mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey nachgegangen. Dabei ist ein
umfangreiches Bild zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur Rolle der
Arbeitgeber und der Frage nach Verfügbarkeit von Kita-Plätzen und
Betreuungsangeboten für Schulkinder nach Unterrichtsende entstanden. Bei
letzterem halten nur 12 Prozent der Eltern die Verfügbarkeit wirklich für
ausreichend. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier sieht hier
dringenden Handlungsbedarf. "Durch die Unterversorgung sind besonders Frauen
benachteiligt, weil sie mangels Betreuungsangeboten oft nur in Teilzeit oder
Minijobs arbeiten können. Darum muss dringend in den quantitativen und
qualitativen Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur für Krippe, Kita und
Grundschule investiert werden - mit verlässlichen Öffnungszeiten, die zu
Arbeitszeiten passen."
Folgerichtig stellen die Eltern auch bei der Frage, wie sich Familie und Beruf
miteinander vereinbaren lassen, Deutschland ein vernichtendes Urteil aus. Nur
rund 11 Prozent halten sie für gut, besonders Frauen sehen hier Defizite.
Während noch 38 Prozent der Männer die Vereinbarkeit als schlecht bewerten,
liegt die Negativquote bei Frauen bei knapp 48 Prozent. "Vereinbarkeit von
Familie und Beruf darf nicht allein vom persönlichen Organisationstalent
abhängig sein, sondern braucht klare politische Rahmenbedingungen. Dazu gehören
zehn Tage Freistellung für Väter bzw. zweite Elternteile rund um die Geburt
eines Kindes mit vollem Entgeltersatz oder auch die öffentliche Förderung
haushaltsnaher Dienstleistungen. Auch die partnerschaftliche Ausgestaltung des
Elterngeldes, die Umsetzung der EU-Entgelttransparentrichtlinie, die Abschaffung
der Lohnsteuerklasse V und eine Reform des Ehegattensplittings würden das
bestehende Ungleichgewicht auflösen", fordert Michaela Engelmeier. "Hier sehen
wir aber auch eine gesellschaftliche, gleichstellungspolitische Dimension: Denn
Sorgearbeit muss endlich gerechter zwischen den Geschlechtern verteilt werden."
Eine verhältnismäßig gute Bewertung mit über 40 Prozent Zustimmung erhalten die
deutschen Arbeitgeber bei der Frage nach ausreichenden Möglichkeiten,
Arbeitszeiten an familiäre Bedürfnisse anzupassen. Aber auch hier bewerten
Frauen deutlich kritischer: Über 40 Prozent sehen Defizite, dagegen nur 33
Prozent der Männer. Noch deutlicher werden die Mängel allerdings bei
Alleinerziehenden, hier sehen nur gut 19 Prozent genügend Chancen, um mit ihren
Arbeitszeiten den familiären Anforderungen gerecht zu werden. "Wir müssen mehr
familienfreundliche Arbeitsbedingungen schaffen - Familienfreundlichkeit sollte
ein Qualitätsmerkmal von Arbeitgebern werden", appelliert die
SoVD-Vorstandsvorsitzende. "Dazu braucht es flexible Arbeitszeitmodelle, die
auch in der Praxis nutzbar sind und den Beschäftigten helfen. Was die
Bundesregierung derzeit diskutiert, nützt vor allem den Arbeitgebern. Nur gute
Vereinbarkeit stärkt Chancengleichheit und verhindert insbesondere die
Benachteiligung von Frauen", so Engelmeier weiter.
Noch detaillierte Ergebnisse und unsere Forderungen finden Sie hier:
https://www.sovd.de/civey-umfrage
Hinweis zur Methodik: Civey hat für den SoVD vom 18.06. bis 06.07.2026 online
2.000 Erwerbstätige Eltern von Kindern bis 18 Jahren im Haushalt befragt. Die
Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ auf Basis einer
modellbasierten, statistischen Methode für kleine Datenräume. Der statistische
Fehler auf Ebene der Bundesländer liegt bei 4,1 - 4,2 Prozentpunkten.
Pressekontakt:
SoVD - Sozialverband Deutschland e. V.
Pressestelle
Peter-Michael Zernechel
Pressesprecher (V.i.S.d.P.)
Stralauer Straße 63
10179 Berlin
Tel.: 030 72 62 22-333
E-Mail: mailto:pressestelle@sovd.de
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OTS: Sozialverband Deutschland (SoVD)
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