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Leipzig (ots) - Unterhaltung mit Haltung: Die neue MDR-Comedy-Doku für die ARD
Mediathek "Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber - Die behinderte Job-Challenge"
thematisiert Inklusion dort, wo sie oft besonders herausfordernd ist: im
Arbeitsalltag. Mit viel Selbstironie, überraschenden Begegnungen und jeder Menge
Humor stellen sich die drei Comedians Tan Caglar, Timur Turga und Okan Seese
Aufgaben, die sie an ihre Grenzen bringen. Der eine ist fast blind, der andere
sitzt im Rollstuhl, der dritte ist gehörlos. Die MDR-Produktion kann ab 3.
August 2026 in der ARD Mediathek gestreamt werden.
Was nach einer völlig unmöglichen Idee klingt, wird zu einem außergewöhnlichen
ARD-Format: Inklusion wird nicht erklärt, sondern erlebt. Direkt, komisch,
unangepasst und ohne Mitleids-Bonus. Die drei Comedians werfen sich in
Situationen, in denen andere oft begründen würden, warum etwas nicht geht. Sie
probieren es einfach aus - mit Witz und einer großen Portion Selbstironie.
Die Challenges führen Timur, Tan und Okan mitten hinein in Arbeitswelten,
Alltagssituationen und öffentliche Räume, in denen Barrieren nicht abstrakt
sind, sondern ganz konkret: zu eng, zu unübersichtlich, zu holprig, zu schnell.
Kein Kommentar erklärt aus dem Off. Die drei erzählen selbst, was passiert, was
nervt, was weh tut - und worüber man trotzdem lachen kann.
"Ich bin Landwirtin und das ist der schönste Job der Welt, weil er einfach einen
Sinn hat", sagt Landwirtin Lydia vom Hof Prautzsch in Krippehna. Doch wie soll
sich ein Rollstuhlfahrer in einem solchen Beruf beweisen? Tan Çaglar nimmt in
"Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber" diese Job-Challenge an - und trägt es nach
anfänglicher Skepsis mit Humor: "Ich dachte, ich bin bei 'Bauer sucht Frau'. Am
Ende wurde ich ja dann sogar abgeschleppt." Aber ganz so einfach ist es nicht,
alle Anforderungen im Rollstuhl zu bewältigen, denn auf dem Bauernhof wird
Barrierefreiheit schnell zur Theorie. Tan muss Rinder versorgen, Schafe füttern
und sich mit Bienen anlegen - während sein Rollstuhl auf dem Feld an Grenzen
kommt. Mit Humor, Sturheit und echten Steherqualitäten im Sitzen kämpft er sich
durch den Tag. Wie kann hier Teilhabe gelingen?
Okan Seese muss sich als Tauber in der Gastronomie beweisen und übernimmt den
Service in einem vollbesetzten kubanischen Restaurant. Salsa-Musik,
Sonderwünsche, Hektik, volle Tische: Kommunikation steht unter maximalem Druck.
Wie nimmt man Bestellungen auf, wenn man nichts hört? Und was passiert, wenn ein
Team lernen muss, anders miteinander zu sprechen? Okan erlebt dabei große
Unsicherheiten - weniger bei sich, dafür umso mehr bei den Gästen im Umgang mit
seiner Gehörlosigkeit. "Sie haben Berührungsängste", stellt er fest und findet:
"Ich bin doch kein Monster!"
Und auch Timur Turga hat es nicht einfach: Wie nur soll er mit lediglich fünf
Prozent Sehkraft in einer Werkstatt arbeiten, in der Oldtimer aufbereitet werden
und es um Akribie und Vorsicht geht? "Überall bewegen sich Farben und Lichter.
Es hat keine richtigen Formen", konstatiert er und hat größte
Sicherheitsbedenken. Trotzdem tauscht Timur seinen Blindenstock gegen den
Hochdruckreiniger und arbeitet einen Tag lang in einer professionellen
Autoreinigung. Zwischen Lack, Felgen, Luxuskarossen und der Angst vor dem
Blechschaden stellt sich die Frage: Wie präzise kann man arbeiten, wenn man kaum
etwas sieht - und wie viel Vertrauen braucht ein Job, der auf Augenschein und
Perfektion ausgelegt ist?
"Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber" ist Comedy-Reality mit Haltung und hoher
Fallhöhe. Humor entsteht aus der Situation, nie auf Kosten der Behinderung.
Genau darin liegt die Stärke des Formats: Es ist laut, schnell, respektlos
gegenüber Vorurteilen - und zugleich erstaunlich warmherzig. "Die Doku zeigt
Barrieren, ohne Menschen zu Opfern zu machen. Sie erlaubt Lachen, ohne
bloßzustellen. Und sie macht sichtbar, wie viel Mut, Improvisation und
Selbstbehauptung in einem Alltag stecken, der für andere selbstverständlich
wirkt", freut sich Christina Herßebroick, Hauptredaktionsleiterin Gesellschaft
beim MDR, und weiter: "Ein starkes Format für die ARD Mediathek: unterhaltsam,
relevant, nahbar und mit drei Protagonisten, die jede Szene tragen."
"Ein Blinder, ein Lahmer ein Tauber - Die behinderte Jobchallenge" ist ein Film
von Peter Werse, Jana Lindner, Alexander Huth und Holger Ruppert für Mia Media
im Auftrag von MDR, BR, SWR und rbb und ist ab 3. August 2026 in der ARD
Mediathek und um 23.20 Uhr im Ersten sowie am 6. August 2026 um 22.10 Uhr im
MDR-Fernsehen zu sehen.
Pressekontakt:
MDR, Kommunikations- und Mediendesk, Tel.: (0341) 3 00 64 55, E-Mail:
mailto:kommunikation-desk@mdr.de
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