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https://ots.de/2QADnS
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München (ots) - Jedes dritte Opfer von Menschenhandel ist ein Kind. Mit der
weltweiten Zunahme bewaffneter Konflikte wächst die Zahl der Kinder und
Jugendlichen, die in Krisenregionen vielfältigen Formen der Ausbeutung
ausgesetzt sind. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des
Internationalen Tags gegen Menschenhandel am 30. Juli hin. Dass viele Länder in
den letzten Jahren zudem Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Bekämpfung von
Kinderhandel reduziert haben, begünstigt den Negativtrend. So sind etwa
Kampagnen zur Geburtenregistrierung, eines der wirksamsten Mittel gegen
Kinderhandel, seit 2016 um mehr als die Hälfte eingespart worden. "Wenn Kinder
zur Kriegsbeute und Ware werden, hinterlässt das tiefe körperliche und seelische
Narben, die ein Leben lang bleiben. Die internationale Gemeinschaft muss
dringend in Präventions- und Schutzmaßnahmen investieren und sicherstellen, dass
in Krisenregionen der humanitäre Zugang bedingungslos gewährt wird. Auf
internationaler Ebene ist auch die Rechenschaftspflicht der Täter lückenlos
durchzusetzen", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.
Die Schwächsten der Schwächsten stellen die größte Gruppe der Opfer
Neben Frauen sind Kinder am häufigsten von Menschenhandel betroffen, vor allem
die der Altersgruppe der 9- bis 17-Jährigen. Generell sind die Ausbeutungszwecke
stark geschlechtsspezifisch geprägt, so auch in bewaffneten Konflikten. Mädchen
werden zumeist zur sexuellen Sklaverei, Kinderheirat und Hausarbeit genötigt,
Jungen für Kampeinsätze rekrutiert und zur Kriminalität gezwungen. Das Risiko
des Menschenhandels durch Konfliktparteien ist besonders hoch für unbegleitete
Kinder auf der Flucht und in Geflüchtetencamps. Auch sind Kinder aus
armutsbetroffenen Familien sehr gefährdet und die, die einer ethnischen
Minderheit angehören.
Brennpunkte des Kinderhandels in bewaffneten Konflikten
- Im Südsudan wird der Kinderhandel durch die Vertreibung hunderttausender
Menschen aus dem Sudan, durch den mangelnden Zugang zu humanitärer Hilfe und
Angriffe auf Schulen extrem befeuert. Zu den Konfliktparteien zählen staatsnahe
und oppositionelle Truppen sowie kriminelle Banden. Sie verschleppen Mädchen zum
Zweck der sexuellen Ausbeutung und häuslichen Knechtschaft. Jungen werden etwa
für Kampfeinsätze und Angriffe auf Zivilisten zwangsrekrutiert. Laut des
Hochkommissariats für Menschenrechte kommt in 44 Prozent der Fälle von
Rekrutierung körperliche Gewalt zum Einsatz.
- Infolge politischer Instabilität üben in Haiti allein im Großraum
Port-au-Prince rund 26 rivalisierende Banden übermäßige Gewalt aus. Gemäß UN
betreiben fast alle auch Kinderhandel. Dazu werden gezielt Kinder aus
armutsbetroffenen und marginalisierten Familien anvisiert, die nach
Zugehörigkeit und Schutz suchen. Ihnen werden zum Beispiel regelmäßiger Lohn
oder Drogen versprochen. Dafür müssen Jungen Schutzgelder eintreiben und
Menschen überwachen, teils werden sie gezwungen, Tötungen auszuführen.
- In Myanmar herrscht seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Militärjunta
und Oppositionellen. Vor allem im Bundesstaat Rakhine sind Kinder und
Jugendliche von Rebellengruppen für Kampfeinsätze zwangsrekrutiert worden. Auch
im benachbarten Bangladesch sind Kinder, die der Ethnie der Rohingya angehören,
massiv dem Kinderhandel ausgesetzt. Aus ihrer Heimat Myanmar geflüchtet leben
etwa 600.000 von ihnen in Geflüchtetencamps. Laut UN werden dort insbesondere
unbegleitete Kinder häufig Opfer von Kinderehen und zu Zwangsarbeit und
kriminellen Handlungen gezwungen.
So helfen die SOS-Kinderdörfer
Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich weltweit gegen Kinderhandel, unter anderem
durch politische Arbeit und Aufklärungskampagnen. Mit der Stärkung
armutsbetroffener Familien wird Kinderhandel vorgebeugt. Im Rahmen der
humanitären Hilfe schaffen die SOS-Kinderdörfer in Krisengebieten, speziell auch
in Geflüchtetencamps, Kinderschutzräume, um Kinder vor Menschenhandel zu
bewahren.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: mailto:boris.breyer@sos-kd.org
http://www.sos-kinderdoerfer.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/1658/6323345
OTS: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V.
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