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Hamburg (ots) - Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei
Green Planet Energy:
"Die vom Kabinett geplanten Gesetzespakete gefährden Investitionen in saubere
Energie und Klimaschutz in Milliardenhöhe . Während geopolitische Konflikte
erneut vor Augen führen, wie riskant die Abhängigkeit von fossilen
Energieimporten ist, Europa unter Hitzewellen leidet und Wälder in Flammen
stehen, bremst die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren. Vor diesem
Hintergrund sind die Gesetzespakete toxisch. Deutschland braucht dringend mehr
günstigen, heimisch erzeugten Wind- und Solarstrom, um die Elektrifizierung von
Wärme, Verkehr und Industrie voranzutreiben und unabhängiger von teuren und
klimaschädlichen fossilen Importen zu werden.
Auch sozial ist das Paket unausgewogen. Durch den Wegfall der Einspeisevergütung
für kleinere Anlagen drohen viele Mieterstromprojekte unwirtschaftlich zu
werden. Dabei könnten rund 20 Millionen Wohnungen dezentral mit Mieterstrom
versorgt werden. Bislang gibt es lediglich etwa 5.400 Projekte. Die Reform wird
daran wenig ändern und enthält damit Millionen Mieter:innen die Vorteile der
Energiewende und Solarstrom vom Mieterdach vor.
Richtig und notwendig ist, dass die Bundesregierung den Weg für das EEG 2027
jetzt freimacht. Weitere Verzögerungen könnten ab 2027 zu einer Förderlücke beim
Ausbau der erneuerbaren Energien führen. Das kann sich Deutschland weder
energiepolitisch noch wirtschaftlich leisten. Umso schwerer wiegen die zentralen
Konstruktionsfehler der vorliegenden Entwürfe.
Der größte Fehler bleibt der Redispatchvorbehalt , unabhängig von seiner
konkreten Ausgestaltung. Er ermöglicht in Gebieten mit unzureichenden
Netzkapazitäten eine teilweise entschädigungslose Abregelung neuer Wind- und
Solaranlagen. Damit werden die Folgen des verschleppten Netzausbaus auf
diejenigen verlagert, die in heimische Stromerzeugung investieren. Das gefährdet
Investitionen, verschlechtert die Finanzierung neuer Projekte und setzt zugleich
keinen wirksamen Anreiz, den Netzausbau zu beschleunigen.
Besonders widersprüchlich ist, dass neue Anlagen künftig gleich doppelt begrenzt
werden können: in kapazitätslimitierten Gebieten durch den Redispatchvorbehalt
und darüber hinaus durch die flächendeckende systemdienliche Anschlussleistung .
Letztere kann grundsätzlich helfen, vorhandene Netze durch Überbauung
effizienter zu nutzen. Sie muss jedoch gezielt an tatsächlichen Engpässen
eingesetzt und mit Speichern, Elektrolyseuren sowie flexiblen Verbrauchern
verbunden werden. Eine pauschale Begrenzung neuer Wind- und Solaranlagen in ganz
Deutschland wäre dagegen ein Bremsklotz für die Energiewende und ein
Freifahrtschein, den Netzausbau weiter zu verzögern.
Der Grundsatz muss lauten: nutzen statt abregeln . Statt sauberen Strom
ungenutzt zu lassen, muss die Politik dafür sorgen, dass er gespeichert, für
Wärmepumpen und Elektromobilität eingesetzt oder zur Produktion von grünem
Wasserstoff genutzt werden kann. Dafür brauchen wir auch Investitionen und
Geschwindigkeit für den Aufbau einer modernen, digitalen und effizienten
Netzinfrastruktur.
Unsere Forderung
Weiter an fossilen Energien festzuhalten und den Ausbau der Erneuerbaren zu
verlangsamen ist nicht nur klimaschädlich, sondern auch teuer: Jährlich fließen
rund 81 Milliarden Euro für fossile Energieimporte ins Ausland. Der Umbau zu
einem klimaneutralen Energiesystem auf Basis Erneuerbarer Energien kostet laut
Fraunhofer ISE dagegen im Durchschnitt nur 54 Milliarden Euro pro Jahr und
schafft dauerhaft Wertschöpfung im eigenen Land. Die jetzigen Referentenentwürfe
zum EEG 2027 und Netzpaket bremsen Erneuerbare. Deshalb müssen sie im weiteren
Gesetzgebungsverfahren grundlegend nachgebessert werden.
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
STELLUNGNAHME ZUM GESETZESENTWURF EEG 2027 | Green Planet Energy (https://green-
planet-energy.de/presse/artikel/stellungnahme-zu-dem-entwurf-eines-gesetzes-fuer
-einen-planbaren-kosteneffizienten-netzvertraeglichen-und-marktorientierten-ausb
au-der-erneuerbaren-energien-im-stromsektor-eeg-2027)
STELLUNGNAHME ZUM GESETZESENTWURF 'NETZANSCHLUSSPAKET' | Green Planet Energy (ht
tps://green-planet-energy.de/presse/artikel/stellungnahme-zum-gesetzesentwurf-ne
tzanschlusspaket)
Pressekontakt:
Green Planet Energy eG
Politik und Kommunikation
Miriam Piecuch
Tel.: 040/808 110 - 468
E-Mail: mailto:Miriam.Piecuch@green-planet-energy.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16698/6323374
OTS: Green Planet Energy eG
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