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Berlin (ots) - Nur noch 17 Prozent der Bürgerinnen und Bürger trauen dem Staat
zu, seine Aufgaben erfüllen könnte. Die Beschäftigten genießen trotzdem weiter
ein hohes Ansehen.
Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer zu den Ergebnissen der aktuellen dbb
Bürgerbefragung am 30. Juli 2026 in Berlin: "Die Ergebnisse unserer Befragung
sind eine Katastrophe und ein Weckruf für die Regierung. Das Vertrauen in die
Handlungsfähigkeit des Staates ist auf einen neuen Tiefststand gefallen. Die
Politik muss handeln, um diesen Sinkflug zu stoppen."
Für diesen Vertrauensverlust machen die Befragten nicht die Beschäftigten im
öffentlichen Dienst verantwortlich, sondern die Politikerinnen und Politiker.
Geyer: "Die Bundesregierung ist am Zug. Die Bürgerinnen und Bürger in
Deutschland erwarten Reformen, die sich positiv auf ihr Leben auswirken, die
Wirtschaftswachstum schaffen, die Sozialsysteme stärken und dafür sorgen, dass
der Staat wieder besser funktioniert."
Für die Bürgerinnen und Bürger haben die Reform und Stabilisierung der sozialen
Sicherungssysteme, das Wirtschaftswachstum und die Sicherung von Arbeitsplätzen
sowie die Verbesserung der Infrastruktur dabei höchste Priorität. Gerade in
diesen Bereichen bewerten die Befragten die Fortschritte in letzter Zeit als
besonders unzureichend. Beim Thema Migration und innere Sicherheit hat sich die
Lage im vergangenen Jahr entspannt. "Vielleicht liegt hierin auch eine Botschaft
an die Politik. Durch konsequentes Handeln kann der Negativtrend in den Umfragen
tatsächlich gestoppt werden", so der dbb-Chef.
Zum ersten Mal seit Beginn der Befragung gibt mehr als die Hälfte der Deutschen
an, dass sich die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes verschlechtert
hat (51 Prozent). Für den dbb-Chef liegt das vor allem an der steigenden
Aufgabenlast, fehlendem Personal und veralteter Ausstattung. "Wir warnen seit
Jahren davor, dass die Schere zwischen Anforderung und Kapazitäten immer weiter
auseinandergeht. Trotzdem lädt die Politik den Beschäftigten immer mehr Aufgaben
auf. Wir brauchen jetzt eine konsequente Aufgabenkritik des Staates. Die Politik
muss mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren, welche Leistungen der Staat
überhaupt noch erbringen kann und soll und welche eben nicht mehr."
Verbesserungen versprechen sich die Bürgerinnen und Bürger vor allem durch eine
Verringerung und Vereinfachung der vielen Vorschriften (86 Prozent), eine
deutliche Verkürzung der Bearbeitungszeiten (78 Prozent) und durch mehr digitale
Behördenleistungen (72 Prozent). "Hier ziehen Beschäftigte und Bürgerinnen und
Bürger an einem Strang: Alle wollen mehr Digitalisierung und weniger ausufernde
Bürokratie", unterstrich Geyer.
Die generelle Unzufriedenheit mit der "Performance" des Staates legen die
Bürgerinnen und Bürger allerdings weiterhin nicht den Beschäftigten zur Last.
"Aus unserer Sicht ist das einer der wenigen Hoffnungsschimmer der Umfrage. Die
Berufsbilder der Beschäftigten im öffentlichen Dienst liegen weiterhin auf den
Top-Plätzen im Beruferanking", hob Geyer hervor. "Auch das Beamtenimage bleibt
nach wie vor eher von positiven Zuschreibungen wie verantwortungsbewusst,
pflichtbewusst und zuverlässig geprägt."
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