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Berlin (ots) - Die Deutsche Bahn ist besser als ihr Ruf, zumindest was die
Halbjahresbilanz 2026 angeht: Erstmals seit sieben Jahren vermeldete der
bundeseigene Konzern unterm Strich einen Überschuss - 147 Millionen Euro -,
zudem nutzten 17 Millionen Passagiere mehr die DB-Züge. Das macht die Bahn
natürlich nicht pünktlicher, sondern sorgt im Gegenteil für noch mehr Stress in
der Infrastruktur, die wegen jahrelang verschleppter Sanierung an der
Belastungsgrenze ist.
Aber ein Fahrgastplus ist natürlich gerade mit Blick auf die Verkehrswende eine
sehr gute Nachricht. Zumal es sich nicht nur um zusätzliche Einmalfahrten,
angeregt durch Schnäppchen, handelt, sondern vor allem um verlagerten Verkehr
von der Straße. Bahnchefin Evelyn Palla verweist auf größere Nachfrage auf
Pendlerstrecken, weil Berufstätige wegen der hohen Benzinkosten das Auto stehen
ließen. Dass der Spritpreis wirkt, ist übrigens auch durch
sozialwissenschaftliche Untersuchungen gut belegt.
Ob der neue Verkehrsminister Steffen Bilger und auch andere Kabinettsmitglieder
diese Botschaft verstehen, steht freilich auf einem anderen Blatt. Anders als
bisher müssten die Infrastruktur-Milliarden vorrangig der Schienensanierung
zugutekommen und dürften auf keinen Fall in den Ausbau von Straßen gesteckt
werden. Zudem sind dauerhaft hohe Spritpreise wünschenswert, auch wenn das in
bestimmten, meinungsstarken Kreisen extrem unpopulär ist und kein Politiker das
derzeit in den Mund nimmt. Auch weil es mit einem höheren CO2-Preis natürlich
nicht getan ist: Der städtische Nahverkehr müsste ausgebaut und preiswerter
werden. Zudem müssten gerade auf dem Land, wo es für Pkw kaum Alternativen gibt,
Elektroautos für niedrige Einkommen bezahlbar werden.
Die positive Entwicklung bei der DB darf auch nicht dem Zufall wie Donald Trumps
Kriegsbefehlen überlassen bleiben. Es braucht eine gut organisierte und
gesteuerte Bahn für Fahrgäste wie für Beschäftigte. Und den Klimazielen würde
dies auch helfen. Das wäre mal eine Reform, die ihren Namen verdient und die der
DB wie auch ihrem Ruf sehr guttun würde.
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