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Köln (ots) - Mitten in der Sommerferienzeit sind viele Autobahnen besonders
stark belastet. Hohes Verkehrsaufkommen, Baustellen und Unfälle können lange
Staus verursachen. Muss eine Strecke nach einem schweren Unfall oder wegen
aufwendiger Bergungsarbeiten vollständig gesperrt werden, kommt der Verkehr
mitunter für mehrere Stunden zum Erliegen. Für Autofahrer beginnt dann eine
Geduldsprobe, zumal zunächst häufig ungewiss ist, wann es weitergeht. Der ACV
Automobil-Club Verkehr erklärt, wie sich Autofahrer bei einer Vollsperrung
richtig verhalten, was im Stau erlaubt ist und welche Dinge im Auto nicht fehlen
sollten.
Warum werden Autobahnen plötzlich voll gesperrt?
Nicht jede Vollsperrung entsteht überraschend. Grundsätzlich gibt es zwei
verschiedene Arten von Vollsperrungen: geplante und spontane Sperrungen.
Geplante Vollsperrungen gibt es zum Beispiel bei großen Baustellen,
Brückenarbeiten oder wenn eine Fahrbahn erneuert wird. Sie werden meist
frühzeitig angekündigt, etwa über Verkehrsmeldungen, Umleitungsschilder oder
elektronische Anzeigetafeln.
Anders ist es, wenn eine Autobahn ungeplant komplett gesperrt werden muss.
Dahinter stecken meist ganz unterschiedliche Ursachen.
Typische Gründe sind:
- schwere Verkehrsunfälle
- Gefahrgutunfälle oder ausgelaufene Stoffe
- aufwendige Bergungsarbeiten mit Kränen
- beschädigte Fahrbahnen oder Brücken
- extreme Wetterlagen wie Eisregen oder starke Stürme
Wie lange eine Vollsperrung dauert, lässt sich pauschal nicht vorhersagen.
Kleinere Unfälle sind oft innerhalb kurzer Zeit geräumt. Nach schweren Unfällen,
Gefahrgutunfällen oder aufwendigen Bergungsarbeiten kann eine Sperrung jedoch
mehrere Stunden dauern.
Was viele Autofahrer nicht wissen: Nach schweren Unfällen bleibt eine Autobahn
häufig auch deshalb lange gesperrt, weil die Polizei den Unfall dokumentieren,
Spuren sichern und den Unfallhergang möglichst genau klären muss. Bei besonders
schweren oder komplexen Unfällen können zusätzlich Sachverständige hinzugezogen
werden. Diese wichtige Unfallaufnahme kann die Wartezeit für Autofahrer
zusätzlich verlängern.
Wie verhalten sich Autofahrer bei einer Vollsperrung richtig?
Wenn der Verkehr plötzlich zum Stillstand kommt, ist zunächst Geduld gefragt.
Über die Dauer einer Vollsperrung gibt es anfangs oft noch keine verlässlichen
Informationen. Verkehrsfunk oder Navigations-Apps informieren jedoch regelmäßig
über die aktuelle Verkehrslage und neue Entwicklungen.
Ganz entscheidend: Die Rettungsgasse muss sofort gebildet werden, sobald der
Verkehr stockt oder nur noch mit Schrittgeschwindigkeit rollt. Sie entsteht
zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden
Fahrstreifen. Wer also auf dem linken Fahrstreifen unterwegs ist, weicht nach
links aus. Wer auf einem der übrigen Fahrstreifen unterwegs ist, fährt nach
rechts.
Ebenso wichtig ist es, auch bei stockendem Verkehr ausreichend Abstand zum
Vordermann einzuhalten. Selbst im Stillstand sollten Autofahrer nicht zu dicht
auffahren, damit Rettungsfahrzeuge notfalls rangieren können.
Gerade am Stauende besteht ein hohes Risiko durch auffahrende Fahrzeuge. Wenn
Autofahrer bemerken, dass sich der Verkehr abrupt verlangsamt oder sie sich
einem Stauende nähern, sollten sie kurzzeitig den Warnblinker einschalten. So
werden nachfolgende Fahrer frühzeitig gewarnt.
Und noch ein Punkt, den viele unterschätzen: Auch wenn sich eine Vollsperrung
über Stunden hinziehen kann, sollten Autofahrer im Fahrzeug aufmerksam bleiben.
Der Verkehr kann sich jederzeit wieder in Bewegung setzen. Fahrer sollten
deshalb nicht einschlafen, sondern jederzeit reagieren können.
Wie lässt sich die Wartezeit bei einer Vollsperrung vorbereiten?
Auf eine Vollsperrung selbst können sich Autofahrer kaum vorbereiten. Ob
schwerer Unfall oder Bergungsarbeiten: Solche Ereignisse entstehen meist
unerwartet und lassen sich weder vorhersagen noch vermeiden. Autofahrer können
jedoch dafür sorgen, dass sie auch bei einer mehrstündigen Wartezeit gut
versorgt sind.
Schon mit wenigen Dingen, die dauerhaft im Auto liegen, lassen sich mehrere
Stunden Stillstand deutlich angenehmer überbrücken. Ausreichend Getränke,
haltbare Snacks oder eine Decke können dabei genauso hilfreich sein wie ein
geladenes Smartphone oder wichtige Medikamente.
Besonders wenn Kinder mitfahren, lohnt es sich, eine kleine Notfallausstattung
im Auto zu haben. Viele der Dinge helfen übrigens nicht nur bei einer
Vollsperrung, sondern auch bei einer Panne oder einem längeren Stau.
ACV Checkliste
Das sollte im Auto dabei sein:
- Ausreichend Trinkwasser oder andere alkoholfreie Getränke
- Haltbare, energiereiche Snacks, zum Beispiel Müsliriegel oder Nüsse
- Ladekabel oder Powerbank für das Smartphone
- Regelmäßig benötigte Medikamente
- Warme Decke oder Jacke, auch im Sommer
- Beschäftigung für Kinder, zum Beispiel Bücher, Hörspiele oder kleine Spiele
- Feuchttücher, Taschentücher und Müllbeutel
- Gegebenenfalls eine kompakte Notfalltoilette, zum Beispiel Urinbeutel
Ist Aussteigen bei einer Vollsperrung erlaubt?
Wenn eine Vollsperrung mehrere Stunden dauert, möchten viele Autofahrer
zumindest kurz aussteigen, sich die Beine vertreten oder auf die Toilette gehen.
Grundsätzlich gilt jedoch: Das Betreten der Autobahn ist für Fußgänger verboten.
Zulässig ist das Aussteigen jedoch, wenn eine Unfallstelle abgesichert werden
muss. In einer akuten gesundheitlichen Notlage kann es ebenfalls gerechtfertigt
sein, das Fahrzeug zu verlassen.
Bei langen Vollsperrungen wird kurzes Aussteigen in der Praxis mitunter zwar
geduldet. Eine grundsätzliche Erlaubnis besteht jedoch nicht. Wer das Fahrzeug
aufgrund einer besonderen Situation dennoch kurz verlassen muss, sollte in
unmittelbarer Nähe bleiben, die Rettungsgasse jederzeit freihalten und die
Autobahn nicht zum Aufenthaltsort machen, etwa für Spaziergänge, das Gassigehen
mit dem Hund oder das Aufstellen von Campingstühlen.
ACV Info
Toilette im Wohnmobil: Was gilt bei einer Vollsperrung?
Für Mitfahrer bietet ein Wohnmobil mit einer vom Innenraum zugänglichen Toilette
bei einer Vollsperrung einen praktischen Vorteil: Bei längerem vollständigem
Stillstand kann die Toilette genutzt werden, ohne das Fahrzeug zu verlassen und
die Autobahn zu betreten. Ein Fahrer sollte währenddessen aber am Steuer bleiben
und jederzeit bereit sein, wieder anzufahren.
Sobald sich der Verkehr bewegt, müssen alle Insassen auf den dafür vorgesehenen
Sitzplätzen sitzen und angeschnallt sein. Der Gang zur Toilette ist während der
Fahrt nicht erlaubt.
Bei einem Wohnwagen ist die Situation anders. Um dessen Toilette zu erreichen,
müssten die Insassen das Zugfahrzeug verlassen und die Autobahn betreten. Das
ist grundsätzlich verboten. Die Toilette im Wohnwagen sollte während einer
Vollsperrung deshalb nicht genutzt werden.
Darf der Standstreifen bei einer Vollsperrung genutzt werden?
Grundsätzlich nein. Der Standstreifen ist für Pannenfahrzeuge und Rettungskräfte
freizuhalten und darf nicht zum Umfahren des Staus genutzt werden. Ausnahmen
gelten, wenn Verkehrszeichen die Nutzung erlauben, die Polizei ausdrücklich dazu
auffordert oder ein Ausweichen auf den Standstreifen erforderlich ist, um eine
Rettungsgasse zu bilden.
Eigenmächtiges Wenden und Rückwärtsfahren sind ebenfalls verboten. Nur wenn die
Polizei die Fahrzeuge bei einer länger andauernden Vollsperrung kontrolliert
zurückführt, darf ihren ausdrücklichen Anweisungen gefolgt werden.
Wer den Standstreifen als schnellen Ausweg missbraucht, riskiert empfindliche
Bußgelder. Außerdem können lebensrettende Minuten für schwer verletzte Personen
verloren gehen, wenn Autofahrer diese wichtige Rettungsstraße blockieren.
Darf der Motor bei einer Vollsperrung laufen?
Ist absehbar, dass es bei einer Vollsperrung längere Zeit nicht weitergeht,
sollten Autofahrer den Motor ausschalten. Fahrzeugmotoren dürfen im Stand nicht
unnötig laufen, um vermeidbare Abgase und unnötigen Lärm zu vermeiden. Außerdem
lässt sich so Kraftstoff sparen.
Bei extremer Hitze oder Kälte kann der Betrieb von Klimaanlage oder Heizung
jedoch erforderlich sein, um gesundheitliche Gefahren zu vermeiden. Der Motor
sollte dann nur so lange wie unbedingt nötig laufen.
Wichtig zu wissen: Wer ein Smartphone, Tablet oder ein anderes elektronisches
Gerät in die Hand nehmen möchte, darf dies nur tun, wenn das Fahrzeug steht und
der Motor vollständig ausgeschaltet ist. Das automatische Abschalten durch eine
Start-Stopp-Automatik genügt ebenso wenig wie das bloße Ruhen des elektrischen
Antriebs eines E-Autos.
Pressekontakt:
Philipp Mathey
Pressesprecher
An der Wachsfabrik 5
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OTS: ACV Automobil-Club Verkehr
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