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Berlin (ots) - Produktion und Umsatz der deutschen Papier- und
Zellstoffindustrie weiter rückläufig / Schlechte Standortbedingungen bleiben
zentrale Belastung / Verbandspräsident Hans-Christoph Gallenkamp: "Die
wirtschaftspolitischen Reformen müssen jetzt Fahrt aufnehmen. Ein weiteres Jahr
des Stillstands darf es nicht geben."
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie hat sich
im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zur Vorjahresperiode nicht verbessert. Die
infolge des Iran-Krieges ausgebremste Konjunktur belastete Nachfrage und Preise.
Als Grundstoffindustrie bleibt die Branche eng an die Entwicklung der
gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und internationaler Wertschöpfungsketten
gebunden. Produktion und Umsatz gingen weiter zurück: Die Produktionsmenge sank
auf 9,4 Millionen Tonnen (-1,4 Prozent), der Umsatz auf 6,9 Milliarden Euro
(-7,1 Prozent).
Verpackungspapiere blieben mit 6,4 Millionen Tonnen (+/-0 Prozent) die
mengenmäßig größte Sparte und standen für mehr als 67 Prozent der
Gesamtproduktion. Technische und Spezialpapiere behaupteten sich trotz
geringerer Mengen (722.000 Tonnen, -0,8 Prozent) als wichtige Absatz- und
Erlössäule. Grafische Papiere erreichten mit 18 Prozent den zweitgrößten
Produktionsanteil, gingen aber erneut deutlich um 6,9 Prozent auf 1,7 Millionen
Tonnen zurück. Auch Hygienepapiere lagen mit 658.000 Tonnen 2,0 Prozent unter
dem Vorjahr.
Strukturelle Belastungen nehmen zu
Die Entwicklung in der Papier- und Zellstoffindustrie im ersten Halbjahr
spiegelt das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld wider. Schwache
Investitionen und eine verhaltene industrielle Nachfrage bremsen die
konjunkturelle Erholung. Gleichzeitig wird die Wettbewerbsfähigkeit des
Standorts durch hohe Energiekosten, Bürokratie und steigende Sozialabgaben
belastet, die die Arbeitskosten erhöhen und die Kaufkraft der privaten Haushalte
schwächen. Geopolitische Unsicherheiten beeinträchtigen zusätzlich das Vertrauen
von Unternehmen und Verbraucher:innen und belasten internationale Liefer- und
Handelsströme. Als energieintensive Grundstoffindustrie reagiert die Papier- und
Zellstoffindustrie besonders sensibel auf diese Rahmenbedingungen.
Reformen zügig umsetzen
Entscheidend wird nun sein, wie schnell sich die Konjunktur erholt. Die Politik
sieht der Verband dabei in der Pflicht, die angekündigten Reformen ohne
Verzögerung umzusetzen. Dazu gehören vor allem ein schnellerer Netzausbau, eine
leistungsfähige Infrastruktur und deutlich beschleunigte Genehmigungsverfahren.
Hans-Christoph Gallenkamp, Präsident des Verbands DIE PAPIERINDUSTRIE, fordert:
"Die wirtschaftspolitischen Reformen müssen jetzt Fahrt aufnehmen. Ein weiteres
Jahr des Stillstands darf es nicht geben."
Der Verband fordert dauerhaft wettbewerbsfähigere Energiekosten, schnellere
Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie einen umfassenden Abbau bürokratischer
Belastungen und Berichtspflichten. Auch die sozialen Sicherungssysteme müssen
stabilisiert und stärker auf Beschäftigungs- und Leistungsanreize ausgerichtet
werden. Dies sind die Voraussetzungen für künftige Investitionen in hochmoderne
Produktionsanlagen, um langfristig Wertschöpfung und Beschäftigung am Standort
Deutschland sichern zu können. "Industrielle Wettbewerbsfähigkeit muss wieder
Leitprinzip politischen Handelns werden. Unternehmen investieren nur, wenn die
Standortbedingungen stimmen", so Gallenkamp.
Transformation braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Statt Investitionen in klimaneutrale Produktion zu erleichtern, belasten
zusätzliche Kosten und bürokratische Vorgaben die Unternehmen zunehmend. Das
gilt insbesondere für die geplante ETS-Reform. Der Vorschlag der Europäischen
Kommission, Unternehmen zu möglicherweise unwirtschaftlichen Investitionen in
Höhe der freien Zuteilung zu verpflichten, stößt auf deutliche Kritik der
Industrie. Aus Sicht des Verbands würde dies den Carbon-Leakage-Schutz faktisch
beenden und die Unternehmen genau um den Wert belasten, der ihnen im
internationalen Wettbewerb als Ausgleich zustehen soll. Ebenfalls kritisiert der
Verband, dass zwar richtigerweise die Fallback-Benchmarks korrigiert werden, die
Produktbenchmarks aber außen vor gelassen werden.
"Die Unternehmen stehen zur Transformation. Häufig fehlen jedoch zentrale
Voraussetzungen - von klimaneutralen Energieträgern über ausreichende
Netzkapazitäten bis zu marktreifen Technologien. Wer unter diesen Bedingungen
immer neue Auflagen schafft, gefährdet Investitionen und beschleunigt die
Deindustrialisierung des Standorts", betont Gallenkamp.
Detaillierte Informationen sind unter folgendem Link zu finden: Paper Facts &
Figures 2026/1 (https://www.papierindustrie.de/fileadmin/0001-Gemeinsame-Dateien
/03_dateien/DIE_PAPIERINDUSTRIE_Paper_Facts_and_Figures_2026_1.pdf)
Pressekontakt:
Marilena Hantke
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Markgrafenstraße 19
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16061/6328426
OTS: DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.
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