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Lippstadt (ots) - Analyse von rund 26.000 Arztpraxen zeigt Unterschiede bereits
bei der Terminsuche - nicht erst bei den Wartezeiten
Der Versicherungsstatus beeinflusst bereits die Chancen, überhaupt einen online
buchbaren Facharzttermin zu finden. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen
Studie der Fachzentrum Finanzen GmbH unter Leitung des Finanz- und
Versicherungsexperten Dieter Homburg. Die Untersuchung analysierte 25.971
Ärzt:innen aus neun Fachrichtungen und kommt zu dem Ergebnis, dass gesetzlich
Versicherte auf einen deutlich kleineren Teil der online sichtbaren
Terminangebote zugreifen können als privat Versicherte.
Von 25.971 ausgewerteten Ärzt:innen boten lediglich 11.297 (43,5 Prozent)
mindestens einen online buchbaren Termin für gesetzlich Versicherte an. 56,5
Prozent der online sichtbaren Terminangebote waren für GKV-Versicherte nicht
zugänglich.
"Die Diskussion über Wartezeiten greift aus unserer Sicht zu kurz", sagt Dieter
Homburg. "Wir sprechen häufig über Wartezeiten. Unsere Daten zeigen jedoch, dass
die Unterschiede bereits davor beginnen - nämlich bei der Frage, welche Termine
Patientinnen und Patienten überhaupt online angezeigt bekommen und buchen
können. Erst wenn wir diesen vorgelagerten Zugang betrachten, lässt sich die
Diskussion über Wartezeiten vollständig einordnen."
Längere Wartezeiten für gesetzlich Versicherte
Auch bei den Wartezeiten zeigen sich deutliche Unterschiede. Während privat
Versicherte im Durchschnitt 29,7 Tage auf einen online buchbaren Facharzttermin
warten, beträgt die durchschnittliche Wartezeit für gesetzlich Versicherte 49,1
Tage. Die Unterschiede variieren stark nach Fachrichtung: besonders groß in
Neurologie (+44,7 Tage) und Urologie (+41,5 Tage), kleiner in Innerer Medizin
(+7,2) und Augenheilkunde (+6,8). Das Muster - GKV wartet länger - bleibt aber
durchgängig bestehen.
Nach den Ergebnissen der Studie stehen beide Beobachtungen in engem
Zusammenhang: Die Ergebnisse zeigen, dass Regionen und Fachrichtungen mit
eingeschränktem Zugang häufig auch längere Wartezeiten aufweisen. Die Studie
beschreibt diesen Zusammenhang auf Basis der erhobenen Daten, erhebt jedoch
ausdrücklich keinen Anspruch darauf, daraus einen ursächlichen Zusammenhang
abzuleiten.
Reale Terminangebote statt Befragungen
Für die Untersuchung wurden ausschließlich tatsächlich online buchbare
Ersttermine ausgewertet. Im Gegensatz zu vielen früheren Untersuchungen basiert
die Analyse nicht auf Befragungen, Selbstauskünften oder Testanrufen, sondern
ausschließlich auf tatsächlich online verfügbaren und buchbaren
Erstterminen.Insgesamt flossen Daten von 25.971 Ärzt:innen aus neun
Fachrichtungen in nahezu allen Bundesländern in die Auswertung ein. Der
Erhebungszeitraum lag zwischen dem 18. Oktober und dem 6. November 2025;
ergänzende Stichproben im Jahr 2026 bestätigten nach Angaben der Autoren die
Stabilität der beobachteten Muster.
"Unser Ziel war nicht, politische Forderungen aufzustellen oder einzelne Akteure
zu kritisieren", sagt Homburg. "Wir wollten zunächst eine Datengrundlage
schaffen. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zu einer sachlichen Diskussion
darüber leisten, wie der Zugang zur ambulanten Versorgung in Deutschland
organisiert ist."
Die Autoren weisen darauf hin, dass ausschließlich der digital sichtbare Zugang
zu ambulanten Facharztterminen untersucht wurde. Telefonische Terminvergaben,
Wartelisten, interne Praxisvergaben sowie Akut- und Notfalltermine konnten
methodisch nicht berücksichtigt werden. Die Ergebnisse erlauben daher keine
Aussagen über die vollständige ambulante Versorgung in Deutschland.
Über die Studie
Die Studie "Zugang zu ambulanten Facharztterminen nach Versicherungsstatus"
untersucht erstmals systematisch den digital sichtbaren Zugang zu ambulanten
Facharztterminen in Deutschland. Grundlage sind reale, online buchbare
Ersttermine von 25.971 Ärzt:innen aus neun Fachrichtungen. Ziel der Untersuchung
ist es, Unterschiede beim Zugang und bei den Wartezeiten zwischen gesetzlich und
privat Versicherten datenbasiert zu analysieren.
Über Dieter Homburg:
Dieter Homburg ist unabhängiger Finanzexperte, Bestsellerautor ("Altersvorsorge
für Dummies") und Geschäftsführer der Fachzentrum Finanzen GmbH. Seit über 25
Jahren beschäftigt er sich mit den Themen Krankenversicherung, Altersvorsorge
und der persönlichen Risikoabsicherung. Seine Analysen werden regelmäßig von
Medien wie Spiegel, Focus und auch Fernsehsendern aufgegriffen. Weitere
Informationen zur Studie unter:
https://www.dieterhomburg.de/studie-facharzttermine/
Pressekontakt:
Ruben Schäfer
E-Mail: mailto:redaktion@dcfverlag.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/164993/6329998
OTS: Fachzentrum Finanzen GmbH
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