|
Netphen (ots) - LapID wird 20. Geschäftsführer Jörg Schnermann über eine Idee,
die aus einem Kundengespräch entstand, über den langen Weg von der Prüfstation
zur automatisierten Führerscheinkontrolle - und darüber, warum ein Unternehmen
manchmal investieren muss, ohne zu wissen, ob es aufgeht.
Herr Schnermann, Sie hatten gerade 20-Jahr-Feier. Uwe Latsch, der Gründer, und
Alexander Kirn, der geschäftsführende Gesellschafter, waren auch dabei?
Ja, und bei so einem Anlass erzählen beide gerne noch einmal von den Anfängen.
Auch wenn man sie kennt, ist die Gründungsgeschichte jedes Mal wieder
faszinierend. Man merkt, wie viel Zufall, aber vor allem auch Mut da drinsteckt.
Wie ist denn die Idee zu LapID überhaupt entstanden?
Aus einem konkreten Kundengespräch. Uwe hatte mit INVERS, unserer
Schwesterfirma, bereits den Grundstein für modernes Carsharing gelegt. INVERS
hatte damals schon digitale Lösungen für Fuhrparks im Einsatz: Poolfahrzeuge
buchen per RFID-Karte, inklusive automatisierter Schlüsselausgabe. Als Firmen
diese Technologie für sich entdeckten, kam von einem Fuhrparkmanager die Frage:
Ich muss ja eigentlich auch die Führerscheine meiner Fahrer regelmäßig
kontrollieren. Kann man das nicht verbinden? Uwe hat angefangen zu tüfteln. Die
Idee: einen RFID-Chip direkt auf den Führerschein anbringen, so befestigt, dass
beim Entfernen das Siegel zerstört wird und so Manipulationen erkennbar werden.
Alles rechtssicher. Alles patentiert. Aus dieser einen Anforderung ist LapID
entstanden und in zwanzig Jahren auf über 600.000 Nutzer gewachsen.
Sie haben auch von mutigen Entscheidungen gesprochen. Was meinen Sie damit?
Damals haben wir überlegt: Wie kann man die Führerscheine mit dem RFID-Chip ohne
viel Aufwand prüfen? Die Idee war dann, Prüfstationen aufzustellen. Das war
kostenintensiv. Ein einzelner Standort bringt nichts, wir brauchten Stationen in
ganz Deutschland. Also wurde massiv in Hardware investiert, Partner gewonnen,
Standorte aufgebaut. Heute stehen deutschlandweit über 3.500 Prüfstationen zur
Verfügung, öffentlich wie firmenintern. Eine Wagnisinvestition, die sich gelohnt
hat.
Sie sind seit 12 Jahren dabei. Was haben Sie damals gedacht, als Sie das erste
Mal von LapID gehört haben?
Ganz ehrlich? Trockenes Thema. Das war mein erster Gedanke. Heute ist mir das
fast peinlich. Sobald man einmal verstanden hat, was dahintersteckt: die
rechtliche Komplexität, die technischen Anforderungen, die schiere Breite der
Unternehmen, die das betrifft. Dann merkt man, dass das alles andere als
langweilig ist.
Sie beobachten genau, wie Digitalisierung in deutschen Unternehmen ankommt. Was
hat sich verändert?
Die Erwartungshaltung vor allem. Früher wollten Kunden eine schnelle Lösung.
Heute wollen sie messbare Entlastung: konkrete Zeitersparnis, klare Prozesse,
keine Nacharbeit. Und vor allem Sicherheit, rechtlich wie beim Datenschutz. Wir
haben es mal ausgerechnet: Unsere Kunden sparen insgesamt 88 Prozent ihrer
gebundenen Arbeitszeit pro Jahr, und das ist eine Stellschraube, an der wir
kontinuierlich arbeiten. Wir führen jedes Jahr über 2.000 Gespräche
mitFuhrparkverantwortlichen, alle Informationen landen beim Produktmanagement.
Wir machen Produktentwicklung nicht per Zufall. Sondern hören den Kunden genau
zu und entwickeln auf Basis ihrer Wünsche die Produkte, die ihnen in Zukunft
helfen werden.
Wie schlägt sich das konkret nieder?
Jede neue Funktion muss echte Entlastung bringen: messbar, nutzbar,
rechtssicher. Und das für ein sehr breites Spektrum. Wir arbeiten mit
Handwerksbetrieben genauso wie mit DAX-Konzernen zusammen. Das Grundproblem ist
identisch, denn wer Mitarbeiter in den Straßenverkehr schickt, trägt
Verantwortung. Aber die Anforderungen an die Lösung sind sehr unterschiedlich.
Deshalb ist Flexibilität in der Entwicklung für uns zentral und der Ausdruck von
Innovation, die überall ankommt. Was dabei oft unterschätzt wird: Man muss alle
Beteiligten von Anfang an mitnehmen. Das gilt für Kunden und Partner von LapID
gleichermaßen. Eine Lösung, die niemand versteht oder der niemand vertraut,
bringt nichts.
Sie betonen die Partnerschaften ausdrücklich.
Ja, man muss vor allem die Partner von Anfang an einbinden: Kunden, die neue
Funktionen früh testen und Feedback geben, Vertriebspartner, Tankkarten-Anbieter
oder Leasinggeber, die das dann in den Markt tragen. Unser Rückgrat ist ein
stabiler Direktvertrieb, über den wir unsere Produkte in den Markt bringen. Die
Partner sind ein starker, ergänzender Kanal. Dieses Netzwerk haben wir über 20
Jahre aufgebaut.
Compliance ist ein Feld, in dem Fehler echte Konsequenzen haben.
Genau. Das prägt alles. Deshalb sind rechtliche Belastbarkeit in Fragen der
Halterhaftung, Datenschutz und Informationssicherheit bei uns von Anfang an Teil
des Produktdesigns. Dafür arbeiten wir mit auf Fuhrpark spezialisierten
Rechtskanzleien, einem externen Datenschutzbeauftragten und einem
Informationssicherheitsbeauftragten zusammen. Unsere Datenschutzprozesse lassen
wir jährlich durch den TÜV Süd auditieren. Zudem sind wir nach ISO 27001
zertifiziert und arbeiten kontinuierlich daran, unsere Informationssicherheit
weiterzuentwickeln. Für uns ist das Teil unseres Leistungsversprechens: Kunden
sollen sich darauf verlassen können, dass LapID-Lösungen auch in sensiblen
Compliance-Fragen belastbar sind.
Wo spielt KI bei LapID heute eine Rolle?
Wir wollen uns nicht abhängig von der Technologie machen, aber dennoch die
Vorteile, die sie bringt, sinnvoll nutzen. Auch deswegen setzen wir KI schon
länger produktiv ein, als viele denken. In der Führerscheinkontrolle prüft sie
automatisiert Hologramme und weitere Sicherheitsmerkmale. Aber wir setzen
inzwischen auch in der gesamten Wertschöpfungskette auf KI: Entwicklung,
Support, Marketing. Immer mit eigenen Hosting-Lösungen, damit keine Daten für
das Training externer Modelle verwendet werden. Gerade erst haben wir unser
KI-basiertes Strafzettelmanagement auf den Markt gebracht - ein weiteres
Beispiel, wie KI das Fuhrparkmanagement effizient unterstützt.
Und wo sind Sie bewusst zurückhaltend?
Bei vollständiger Automatisierung. Wir halten an einer menschlichen
Kontrollstufe fest. Eine vollständige KI-Kontrolle ist in bestimmten Bereichen
rechtlich noch nicht eindeutig gesichert. Und diese menschliche Instanz schafft
Vertrauen: bei Kunden, bei Nutzern, bei Prüfern. Wir sehen das als
Qualitätsmerkmal.
LapID treibt seit Jahren bundes- und EU-weit die Einführung des digitalen
Führerscheins aktiv voran. Warum?
Als Compliance-Experte mit 20 Jahren Erfahrung haben wir die Expertise und sehen
uns in der Verantwortung. Wir haben über die Jahre ein Netzwerk aus Partnern,
Behörden und Kunden aufgebaut, das uns erlaubt, aktuelle regulatorische
Entwicklungen zu prägen.
Stand jetzt haben wir bereits sechsstellig in die Entwicklung einer
funktionsfähigen Lösung investiert, um vorbereitet zu sein, wenn der digitale
Führerschein kommt.
Was bedeutet das für Ihre Kunden?
Wir sind heute in der Lage zu sagen: Technisch ist die Anbindung gelöst, die
Prozesse für unsere Kunden sind vorbereitet und können genutzt werden, sobald
der digitale Führerschein mit der EUDI-Wallet kommt.
Das bringt für unsere Kunden schon einige Vorteile. Sie können ohne Übergang und
Umstellung des Systems die Kontrolle des digitalen Führerscheins starten. Die
Lösung wird nahtlos in unsere Systemlandschaft integriert und ermöglicht dann
die Kontrolle aller Führerscheine, egal ob physisch oder digital.
Letzte Frage: Was soll in 20 weiteren Jahren über LapID gesagt werden?
Dass wir die Fuhrparkwelt gestaltet haben. Nicht nur mitgestaltet. Bei der
Führerscheinkontrolle im Fuhrpark haben wir in den letzten 20 Jahren den
Standard gesetzt. Diesen Anspruch wollen wir beibehalten. Und es wäre schön,
wenn man dann sagt, dass Fuhrpark-Compliance irgendwann so selbstverständlich
digital läuft wie Online-Banking.
Über LapID:
Die LapID Service GmbH ist der marktführende Anbieter zur Automatisierung von
Compliance-Aufgaben im Fuhrpark. Das deutsche SaaS-Unternehmen bietet Lösungen
für die gesetzlich verpflichtende Führerscheinkontrolle, Fahrerunterweisung und
Fahrzeugprüfung nach UVV an. Ergänzt wird das Portfolio mit LearnID powered by
LapID um E-Learning-Unterweisungen für die Bereiche Arbeitsschutz,
Arbeitssicherheit und Compliance. Eine digitale Fahrzeugverwaltung mit digitaler
Fahrzeugakte, Termin- und Aufgabenmanagement für verschiedene Themen, wie
UVV-Prüfung, HU und Reifenwechsel sowie ein digitales Strafzettelmanagement
runden das Angebot ab. Die Auftragsverarbeitung bei LapID ist durch den TÜV SÜD
geprüft, außerdem ist LapID nach dem ISO 27001-Standard zertifiziert. Bei dem
2006 gegründeten Unternehmen arbeiten rund 50 Mitarbeiter an zwei Standorten in
Netphen (Siegerland) und Köln. Deutschlandweit sind über 600.000 Nutzer bei über
5.000 namhaften Unternehmen wie AXA, BAUR, Coca-Cola, und Evonik mit LapID
unterwegs.
Mehr Informationen unter: https://www.lapid.de/ .
Pressekontakt:
LapID Service GmbH | Untere Industriestraße 20 | 57250 Netphen (Siegen) |
www.lapid.de | Sonja Riepe | Marketing & PR | sonja.riepe@lapid.de | 0271 48
972 123
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/149692/6330984
OTS: LapID Service GmbH
|