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Gleisdorf (ots) - Kindern fällt es heute oft schwerer, bei einer Sache zu
bleiben. Im Alltag prasseln ständig neue Reize auf sie ein: Handy, Tablet,
schnelle Videos, dauernde Unterhaltung. Das hält das Gehirn in Bewegung, bringt
aber nicht automatisch mehr Ruhe oder Fokus. Im Gegenteil: Wer kaum noch
Langeweile aushalten muss, übt auch seltener, Impulse zu steuern, Frust
auszuhalten und sich selbst zu regulieren. Genau diese Fähigkeiten brauchen
Kinder aber in der Schule, beim Lernen und im Umgang mit anderen.
Kinder brauchen Bewegung, Rhythmus und Körperwahrnehmung, damit ihr Nervensystem
stabiler arbeiten kann. Dieser Beitrag erklärt, warum Fokus nicht nur im Kopf
entsteht, weshalb Geduld verloren gehen kann und was Eltern und Pädagogen
konkret tun können, um Konzentration, Geduld und emotionale Stabilität im Alltag
zu fördern.
Geduld entsteht durch Übung - nicht von allein
Geduld gehört zu den Fähigkeiten, die sich im Laufe der Entwicklung bilden.
Kinder lernen sie immer dann, wenn sie warten müssen oder eine Aufgabe zu Ende
bringen, obwohl sie Zeit und Anstrengung kostet. Genau solche Erfahrungen sind
heute jedoch seltener geworden. Unterhaltung ist nahezu jederzeit verfügbar,
Antworten lassen sich innerhalb weniger Sekunden finden und freie Momente werden
häufig sofort mit neuen Reizen gefüllt.
Dadurch gewöhnen sich viele Kinder daran, dass Bedürfnisse unmittelbar erfüllt
werden. Das ist zunächst verständlich, denn digitale Medien und moderne
Technologien gehören längst zum Alltag. Gleichzeitig fehlt jedoch immer häufiger
die Gelegenheit, auszuhalten, abzuwarten oder selbst nach einer Lösung zu
suchen. Geduld, Frustrationstoleranz und Ausdauer entwickeln sich jedoch genau
in diesen Momenten.
Viele Kinder scheitern heute nicht an mangelnder Intelligenz. Viel häufiger
fehlen ihnen Fähigkeiten wie Konzentration, Ausdauer oder Frustrationstoleranz -
also genau die Grundlagen, die erfolgreiches Lernen überhaupt ermöglichen.
Aufmerksamkeit ist nicht gleich Konzentration
Dass Kinder von einem Video oder einem Spiel gefesselt sind, bedeutet nicht
automatisch, dass sie sich gut konzentrieren können. Aufmerksamkeit lässt sich
durch starke Reize leicht gewinnen. Konzentration dagegen beschreibt die
Fähigkeit, den Fokus bewusst über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten -
auch dann, wenn eine Aufgabe anstrengend wird oder keine sofortige Belohnung
verspricht.
Gerade diese Fähigkeit wird im Alltag immer seltener gefordert. Wer ständig
zwischen Videos, Nachrichten und verschiedenen Inhalten wechselt, trainiert vor
allem den schnellen Wechsel der Aufmerksamkeit. Für längere Texte, knifflige
Rechenaufgaben oder das konzentrierte Üben eines Instruments braucht das Gehirn
jedoch etwas anderes: Ruhe, Ausdauer und die Bereitschaft, bei einer Sache zu
bleiben.
Warum Fokus im Körper beginnt
Konzentration ist deshalb weit mehr als eine reine Denkleistung. Damit Kinder
aufmerksam lernen können, muss auch ihr Nervensystem in einem Zustand sein, der
Ruhe und Aufnahmefähigkeit ermöglicht. Sind sie innerlich gestresst oder werden
permanent mit neuen Eindrücken konfrontiert, fällt es deutlich schwerer,
Gedanken zu ordnen, Impulse zu kontrollieren oder sich über längere Zeit auf
eine Aufgabe einzulassen.
Bewegung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie hilft dem Körper, Anspannung
abzubauen und erleichtert den Wechsel in einen ruhigeren, konzentrierten
Zustand. Vor allem koordinative Übungen, Gleichgewichtsaufgaben oder rhythmische
Bewegungen fördern die Zusammenarbeit verschiedener Hirnareale und unterstützen
gleichzeitig die Körperwahrnehmung. Das schafft wichtige Voraussetzungen für
Aufmerksamkeit, Selbststeuerung und emotionale Stabilität.
Genau hier setzt auch das Trainingskonzept body'n brain an. Spielerische
Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen verbinden körperliche Aktivität mit
kognitiven Herausforderungen. Ziel ist es nicht, Kinder länger still sitzen zu
lassen, sondern ihnen zu helfen, ihren Fokus bewusst zu finden und über einen
längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
Warum Langeweile wichtig bleibt
Viele Eltern möchten ihren Kindern möglichst viel bieten. Die Zeit nach der
Schule ist häufig mit Hobbys, Terminen oder digitalen Angeboten gefüllt. Dabei
gerät leicht in Vergessenheit, dass auch Phasen ohne Beschäftigung einen
wichtigen Beitrag zur Entwicklung leisten.
Langeweile fordert Kinder dazu auf, selbst aktiv zu werden. Sie überlegen, womit
sie sich beschäftigen möchten, entwickeln eigene Ideen und lernen, einen kurzen
Moment der Unzufriedenheit auszuhalten, anstatt sofort nach der nächsten
Ablenkung zu greifen. Genau dadurch wachsen Kreativität, Eigeninitiative und die
Fähigkeit, Bedürfnisse nicht immer unmittelbar erfüllen zu müssen.
Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Trotzdem müssen digitale Medien nicht vollständig aus dem Familienalltag
verbannt werden. Entscheidend ist vielmehr, bewusst Gegenpole zu schaffen.
Regelmäßige Bewegung, feste Tagesstrukturen und bildschirmfreie Zeiten geben dem
Nervensystem Gelegenheit, sich zu regulieren. Ebenso hilfreich ist es, Kindern
Aufgaben zuzutrauen, die sie eigenständig lösen können, auch wenn dabei nicht
alles sofort gelingt.
Wichtig sind außerdem kleine Erfolgserlebnisse. Wer erfährt, dass sich
Anstrengung auszahlt und Herausforderungen bewältigt werden können, entwickelt
Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen. Damit wachsen auch Ausdauer und die
Bereitschaft, bei schwierigen Aufgaben dranzubleiben.
Über Marco Schnabl:
Marco Schnabl ist Gründer und Entwickler von body'n brain®. Er übersetzt Wissen
über das Zusammenspiel von Gehirn, Körper und Nervensystem in einfache,
alltagstaugliche Übungen für Kinder und Erwachsene von 35 bis 80+. Mit über 23
Jahren Praxiserfahrung zeigt er, warum Lernen, Fokus und innere Stabilität nicht
nur Kopfsache sind. Sein Leitgedanke: Der Mensch gehört wieder in den
Mittelpunkt. https://kindertrainer.info/
Pressekontakt:
VITACIA GmbH
Geschäftsführer: Marco Schnabl
E-Mail: mailto:info@body-brain-activity.com
Website: https://kindertrainer.info
Ruben Schäfer
E-Mail: mailto:redaktion@dcfverlag.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/180257/6331054
OTS: Vitacia GmbH
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