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Köln (ots) - Berlin 1961: Warum flieht Elke Rosin kurzentschlossen nach
West-Berlin? Warum bleibt Jörg Hildebrand in der DDR, obwohl er das politische
System ablehnt? Und warum bewacht Uwe Rutkowski als Volkspolizist die
Grenzschließung, obwohl seine Zweifel wachsen? Mit der neuen Augmented
Reality-App "OstWest Zeitzeugen - Mauerjahre in AR" machen WDR und MDR die
Geschichte der deutschen Teilung 65 Jahre nach dem Mauerbau für Schülerinnen und
Schüler erlebbar und laden Jugendliche aus ganz Deutschland dazu ein, selbst
Fragen an eine Zeitzeugin und zwei Zeitzeugen zu stellen. Die App ist ab dem 11.
August 2026 verfügbar.
Augmented Reality-App zum Mitmachen
Mithilfe von Augmented Reality begegnen die Jugendlichen den Zeitzeuginnen und
Zeitzeugen virtuell im Klassenraum oder zu Hause. Die historischen Erzählungen
werden durch Fotos, Texte, Audios, Illustrationen und weitere multimediale
Elemente ergänzt. Die Zeitzeugen erscheinen dabei virtuell im realen Raum und
erzählen ihre Geschichten auf Augenhöhe mit den Nutzerinnen und Nutzern. Die App
knüpft damit an die erfolgreichen AR-Angebote "WDR AR 1933-1945" und "Zeitzeugen
1945 - Trümmerjahre in AR" an und wurde erneut gemeinsam mit der Hochschule
Düsseldorf entwickelt.
Das Besondere: Die App ist nicht abgeschlossen - sie lebt davon, dass sich
Schülerinnen und Schüler beteiligen. Die erste App-Version zum 65. Jahrestag des
Baus der Berliner Mauer schafft die Grundlage zum interaktiven Dialog zwischen
Jung und Alt, zwischen Ost und West. In bewusst kurz gehaltenen Augmented
Reality-Erlebnissen berichten die Zeitzeugen, wie die Trennung Berlins 1961 zum
Wendepunkt in ihren Leben wurde. So erinnert sich Zeitzeugin Elke Rosin in der
App: "Als die Grenze am 13. August geschlossen wurde, haben wir gemerkt, dass
das jetzt für immer geschlossen bleiben würde. Nach dem Essen sagten meine
Eltern: Sucht eure Sachen zusammen, die euch wichtig sind. Wir gehen jetzt in
den Westen.'" Ihre und weitere Erzählungen münden in einen Aufruf: Schick auch
du deine Frage an Elke, Jörg und Uwe!
WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau: "Auch viele Jahre nach der Wiedervereinigung
erleben wir noch immer, dass die deutsche Teilung nachwirkt. Gemeinsam mit
Schülerinnen und Schülern aus Ost und West haben wir ein Angebot entwickelt, das
Geschichte verständlich und erlebbar macht. Dieses Mitmach-Projekt lädt junge
Menschen ein, eigene Fragen zu stellen. Die App zeigt, wie die ARD ihren
Bildungsauftrag im Digitalen umsetzt: innovativ, partizipativ und nah an den
Lebenswelten junger Menschen. Gleichzeitig machen wir damit auch den Schulen ein
attraktives Angebot für den Geschichtsunterricht."
MDR-Intendant Ralf Ludwig: "Ich freue mich sehr über diese Kooperation zwischen
MDR und WDR, weil wir damit unsere gemeinsame gesamtdeutsche Verantwortung als
öffentlich-rechtlicher Rundfunk zeigen. Und wir möchten Schulklassen noch bis
Anfang Oktober ganz herzlich einladen, sich mit ihren Fragen an der
Weiterentwicklung der App zu beteiligen. Die Erfahrungen und das Wissen der
Zeitzeuginnen und -zeugen für jüngere Generationen zu erhalten und emotional
erfahrbar zu machen, ist extrem wichtig. Damit beugen wir auch falschen
Narrativen und Legendenbildungen zur deutschen Teilung vor."
Weiterentwicklung bis 2029
"OstWest Zeitzeugen - Mauerjahre in AR" wurde gemeinsam von WDR und MDR
entwickelt. Von Beginn an waren Schülerinnen und Schüler von Partnerschulen in
Köln, Bergheim, Neuss, Halle und Leipzig an der Konzeption beteiligt. Hunderte
haben darüber hinaus bei Online-Umfragen mitgemacht. Und auch Lehrkräfte
brachten ihre Perspektiven ein. Schülerin Wanja (18) freut sich über die
Teilhabe: "Ich fand es richtig cool, dass wir gefragt wurden und nicht einfach
fertigen Inhalt vorgesetzt bekommen haben. Dass unsere Meinung auch eine Rolle
spielt - denn im Endeffekt ist es ja für uns Schüler."
Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland können von August bis Anfang
Oktober 2026 eigene Fragen an die Zeitzeugen einreichen. Die Fragen werden mit
Unterstützung der "Stiftung Berliner Mauer" und der
"Landesschüler*innenvertretung NRW" gesammelt und in weiteren Interviews
beantwortet. Ausgewählte Jugendliche aus Ost- und Westdeutschland erhalten die
Möglichkeit, ihre Fragen den Zeitzeugen persönlich im Studio zu stellen. Die
Antworten erscheinen in einem Update zur Bildungsmesse "didacta 2027".
Jugendliche können ihre Fragen ganz einfach über unser Online-Formular (https://
forms.cloud.microsoft/pages/responsepage.aspx?id=YNY_RdUCu0qWU-hvHcEVqgGfUcCf5e9
AlhxBP8NCiixUMVRPVTFQTlhDTlA5Q09FNjRCQUlGNFo5TS4u&route=shorturl) einreichen.
Mit der schrittweisen Veröffentlichung weiterer Kapitel bis 2029 soll
sichergestellt werden, dass neue Impulse aus dem Dialogprozess zwischen Ost und
West in die wachsende App einfließen können. Diese ständige Co-Creation sorgt
dafür, dass die geplanten Erweiterungen, u.a. um eine interaktive Wissenswelt,
tatsächlich attraktiv für Schülerinnen und Schüler sind.
Für den Einsatz im Unterricht
Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe
aller weiterführenden Schulformen, dies kann aber je nach Lehrplan abweichen.
Begleitend stehen kostenfreie Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die
gemeinsam mit "planet schule" und Lehrkräften entwickelt wurden. Die App ist
barrierefrei gestaltet und bietet unter anderem Untertitel,
Screenreader-Kompatibilität, Tastaturbedienbarkeit und kontrastreiche
Darstellungen. Sämtliche Inhalte sind außerdem auf einer begleitenden Website
frei zugänglich.
"OstWest Zeitzeugen - Mauerjahre in AR" ist ab dem 11. August 2026 kostenlos
verfügbar. Weitere Inhalte folgen regelmäßig bis 2029. Alle Informationen sowie
den Download der App finden Sie hier: kurz.ard.de/ost-west-zeitzeugen (https://e
ur02.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fkurz.ard.de%2Fost-west-
zeitzeugen&data=05%7C02%7CBrit.Underwood%40wdr.de%7C3a563884a99949c9e51108ded6a8
dddb%7C453fd66002d54abb9653e86f1dc115aa%7C0%7C0%7C639184217919652762%7CUnknown%7
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