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Herzogenrath (ots) - Der Diebstahl hochwertiger Nutzfahrzeuge ist heute längst
kein zufälliges Verbrechen mehr. Professionell organisierte Netzwerke
analysieren moderne Schutzlösungen genau, kennen deren Grenzen und entwickeln
ihre Strategien entsprechend weiter. Viele Fuhrparkverantwortliche verlassen
sich jedoch weiterhin auf Sicherheitsannahmen und -Maßnahmen aus einer Zeit, in
der die Bedrohungslage eine andere war. Christoph Ludewig, Vice President EMEA
bei Geotab, stellt vier verbreitete Irrtümer vor.
Irrtum Nummer 1: "Ein Tracker bedeutet, dass das Fahrzeug geortet werden kann"
Professionell agierende Kriminelle rechnen heute fest mit dem Einsatz von
Trackern und nutzen routinemäßig Signalstörer, die mittlerweile günstig und weit
verbreitet sind.
Das Zeitfenster zwischen dem Erkennen und Deaktivieren eines Trackers und dem
eigentlichen Diebstahl ist zudem oft deutlich kürzer, als viele
Fuhrparkverantwortliche vermuten. Selbst ein hochwertiges Ortungsgerät, egal wie
sorgfältig verbaut, bleibt ein potenzieller Schwachpunkt, wenn es als einzige
Sicherheitsmaßnahme eingesetzt wird: Wird dieses eine Gerät erkannt und
ausgeschaltet, ist die Ortung nicht mehr möglich.
Für Unternehmen sind die Folgen deutlich weitreichender als nur ein gestohlenes
Fahrzeug: Vertragsausfälle, Versicherungsmeldungen und verärgerte Kunden ohne
Fahrzeuge. Daher ist es entscheidend, nicht nur auf einen einzelnen Tracker,
sondern ein Sicherheitskonzept ohne zentrale Schwachstelle zu setzen. Die
Chancen auf eine erfolgreiche Ortung und Wiederbeschaffung steigen deutlich,
wenn mehrere Technologien und redundante Systeme kombiniert werden. Tracking ist
dann nicht nur ein Gerät, sondern Teil einer ganzheitlichen
Sicherheitsstrategie.
Irrtum Nummer 2: "Die ab Werk eingebaute Ortung reicht aus"
Ein weiterer Irrtum behandelt die ab Werk eingebaute Telematik: diese ist in
erster Linie für den Fahrzeugbetrieb ausgelegt, nicht für die
Fuhrparksicherheit. Alle erfassten Signale und Daten funktionieren hervorragend
für den vorgesehenen Zweck - als Schutz vor organisiertem Diebstahl sind sie
allerdings nicht ausreichend. Denn auch ab Werk verbaute Tracker können
beispielsweise einfach über einen Signalstörer außer Kraft gesetzt werden.
Bei manchen Modellen kommt ein weiteres konkretes Sicherheitsproblem hinzu:
Fahrer können bei vielen Fahrzeugen einen Datenschutzmodus aktivieren, der die
Datenübertragung vollständig unterbricht. Was hinsichtlich des Datenschutzes
sinnvoll und legitim ist, kann aus Sicherheitsperspektive eine relevante
Schwachstelle darstellen, die professionelle Kriminelle gezielt ausnutzen. Eine
zweite, unabhängig installierte Ortungseinheit, die auf anderen Signalwegen
operiert, kann hier für die notwendige Redundanz und ein mehrschichtiges
Sicherheitskonzept sorgen, das deutlich widerstandsfähiger ist.
Irrtum Nummer 3: "Diebstahl lässt sich nicht vorhersagen. Man kann nur
reagieren."
Die meisten Fuhrparkleiter betrachten Fahrzeugortung noch immer als reaktiven
Prozess: Ein Fahrzeug wird gestohlen, ein Alarm wird ausgelöst und anschließend
beginnt die Suche. Genau in diesem Moment läuft aber bereits der Wettlauf gegen
die Zeit. Moderne Telematiksysteme können dabei deutlich mehr leisten als die
reine Lokalisierung nach einem Diebstahl: Geofencing-Regeln,
Nachtzeitbewegungserkennung und Grenzübertritts-Warnungen liefern frühzeitig
Hinweise auf ungewöhnliche Aktivitäten. Mithilfe KI-getriebener Analyseverfahren
lässt sich zudem die Meldefrequenz in Gebieten und Zeitfenstern mit erhöhtem
Diebstahlrisiko automatisch anpassen und macht ungewöhnliche Bewegungsmuster
sichtbar, lange bevor ein Fahrer meldet, dass etwas fehlt.
Der Unterschied zwischen einer erfolgreichen Wiederbeschaffung und einem
Totalverlust wird oft in Minuten gemessen. Diese entscheidenden Minuten
entstehen dabei nicht durch eine schnellere Suche, sondern durch eine frühere
Erkennung verdächtiger Ereignisse.
Irrtum Nummer 4: "Dieselbe Vorgehensweise funktioniert in jedem europäischen
Markt"
Was in einem Land wirksam ist, muss nicht automatisch auch in einem anderen
funktionieren. Die Rahmenbedingungen für Fahrzeugdiebstahl unterscheiden sich
innerhalb Europas teils erheblich, ebenso die Vorgehensweisen der
dahinterstehenden Tätergruppen. Kriminelle agieren entlang bestimmter Routen und
verlagern gestohlene Fahrzeuge innerhalb kürzester Zeit über Grenzen - zum
Beispiel in Länder, in denen Ortung und Rückführung rechtlich komplex werden.
Polizeiliche Reaktionszeiten, Meldeprozesse und die Zusammenarbeit zwischen
Behörden variieren von Markt zu Markt.
Viele Fuhrparkleiter betreiben darüber hinaus Fahrzeuge in mehreren Ländern und
stehen daher vor einer komplexen Ausgangslage. Denn die Sicherheitsstrategien,
die auf einzelne Länder zugeschnitten sind, stoßen hier schnell an ihre Grenzen.
Daher ist es überaus wichtig, den eigenen Schutzansatz von Anfang an für diese
Komplexität auszulegen und länderspezifische Anforderungen, regionale
Unterschiede und internationale Transportwege zu berücksichtigen.
Fazit
Was alle vier Irrtümer verbindet, ist die zugrunde liegende Annahme, dass der
Schutz von Fahrzeugen eine Produktentscheidung ist und keine Systementscheidung.
Erfolgsversprechende Ansätze gehen jedoch vom Gegenteil aus: Professionell
organisierte Netzwerke testen früher oder später jede Sicherheitsebene - weshalb
Redundanz keine Option ist, sondern Voraussetzung. Mehrschichtiges Tracking auf
unabhängigen Signalwegen, KI-gestützte Erkennung von Bewegungsanomalien, sowie
die Koordination über etablierte Sicherheitsleitstellen bilden den Kern moderner
Sicherheitsstrategien für Flottenmanager.
Über Geotab
Geotab ist ein weltweit führender Anbieter für vernetzte Flottenlösungen,
Videotelematik und KI-gestützte Analysen. Mehr als 100.000 Kunden vertrauen auf
unsere Expertise - von kleinen Fuhrparks über Fortune-500-Unternehmen bis hin zu
Organisationen des öffentlichen Sektors wie der US-Bundesregierung. Geotab
vernetzt rund 6 Millionen Fahrzeuge sowie Assets und verarbeitet täglich 100
Milliarden Datenpunkte. Dank Zertifizierungen wie ISO/IEC 27001:2022, SOC2, FIPS
140-3 und FedRAMP vereinen die offene Plattform und das Partner-Ökosystem von
Geotab Sicherheit, Compliance und Betriebsabläufe in einem zentralen System.
Unsere Mission: eine sicherere, effizientere und nachhaltigere Welt in Bewegung.
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