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Berlin (ots) - Aus Sicht von Pharma Deutschland sind gesetzliche Schnellschüsse
der Krankenkassen kontraproduktiv für die industrielle Wirtschaft
Die heute bekannt gewordenen Halbjahreszahlen der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) zeigen ein klares Bild: Trotz wiederkehrender Rufe
nach immer neuen Sparmaßnahmen und Leistungskürzungen verbuchen die
Krankenkassen ein sattes Plus von rund 2,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr
2026. Die von Kassenvertretern betriebene Rhetorik einer angeblich
katastrophalen Finanzlage steht in krassem Widerspruch zur wirtschaftlichen
Realität.
"Die erneute Forderung nach noch härteren Sparmaßnahmen zulasten der Patienten
und der Arzneimittelversorgung ist angesichts von Milliarden-Überschüssen nicht
nachvollziehbar. Sie entlarvt die Panikmache, die das Ziel verfolgt,
insbesondere den Bereich der Arzneimittel überproportional zu belasten," sagt
Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
Die Einnahmen steigen mit 6,6 Prozent wesentlich stärker als die Ausgaben für
Arzneimittel mit 5,2 Prozent. Anstatt die erwirtschafteten Überschüsse
konstruktiv in die Sicherung einer modernen und zukunftsfähigen
Patientenversorgung zu investieren, wird die Debatte weiterhin von einseitigen
Sparforderungen dominiert. Insbesondere die Fixierung auf das
Beitragssatzstabilisierungsgesetz und die explizite Forderung, den
Herstellerabschlag für Arzneimittel ohne Aufweichungen beizubehalten, gefährden
die Versorgungssicherheit in Deutschland.
Die stetigen Forderungen nach weiteren Einschnitten führen zu einem Klima der
Rechtsunsicherheit und mangelnden Planbarkeit für die pharmazeutische Industrie.
Wenn gesetzliche Rahmenbedingungen primär als Instrumente zur kurzfristigen
Haushaltskonsolidierung statt zur langfristigen Stärkung der
Gesundheitsversorgung genutzt werden, schwächt dies die Gesundheitsversorgung
und den Wirtschaftsstandort Deutschland massiv.
Aus Sicht von Pharma Deutschland sollten daher die Ergebnisse der
Finanzkommission für eine strukturelle Weiterentwicklung der GKV abgewartet und
eingehend diskutiert werden. Eine Politik, die auf ständige, kurzfristige
Eingriffe in die Preisstrukturen setzt, erzeugt Chaos in den Lieferketten und
schreckt Investitionen in den Forschungsstandort Deutschland ab.
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Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de gibt es
mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
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