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Berlin (ots) - Gefälschte Ärzte-Videos, tatsächlich verkaufte "Wundermittel",
Phishing-Mails und manipulierte Rechnungen: KI-gestützter Betrug ist längst im
Gesundheitswesen angekommen. Wie groß die Gefahr für Patient:innen und Apotheken
ist, diskutierte APOTHEKE LIVE powered by APOTHEKE ADHOC und Apotheken Umschau
am Montagabend mit Dr. Eckart von Hirschhausen, Dr. Emilie Strzoda und weiteren
Experten.
Wie real die Gefahr ist, schilderten Hirschhausen und die Ärztin und
Med-Influencerin Dr. Emilie Strzoda aus eigener Erfahrung. Beide wurden bereits
Opfer von Deepfakes. Dabei bleibt es nicht bei gefälschter Werbung: Hinter den
Videos stehen reale Verkaufsangebote für dubiose Produkte und vermeintliche
Medikamente. Besonders gefährlich wird es, wenn Betroffenen dabei geraten wird,
ihre reguläre Medikation abzusetzen. Hirschhausen hat die Strukturen hinter dem
Betrug bereits in seiner ARD-Dokumentation "Hirschhausen und die Deepfake-Mafia"
untersucht und unterstützt gemeinsam mit der Apotheken Umschau die Kampagne
#stopmedfakes.
"Durch die ARD-Dokumentation ist mir erst klar geworden, wie täglich Menschen in
Deutschland mit gefälschten Anzeigen und betrügerischen Heilsversprechen in die
Irre geführt werden - und wie Vertrauen, das ich über 30 Jahre als Arzt und
Gesundheitskommunikator aufgebaut habe, millionenfach missbraucht wird", sagt
Hirschhausen. "Gegen virtuellen Betrug hilft nur echte Aufklärung, und dafür
haben die Apotheken vor Ort eine wichtige Rolle und Chance."
Auch Apotheken geraten selbst ins Visier. Matthias Kunze-Düker von den
Concept-Aptheken berichtete über konkrete Betrugsversuche, Martin Weidemann von
der Treuhand Hannover über betriebliche Schutzmaßnahmen. Rechtsanwalt Dr. Morton
Douglas ordnete ein, welche Möglichkeiten Betroffene bei Identitätsmissbrauch
haben.
Die Diskussion machte zugleich deutlich: Den einen Trick, mit dem sich jeder
Betrugsversuch sofort erkennen lässt, gibt es nicht. Umso wichtiger ist es,
außergewöhnliche Heilversprechen oder überraschende Empfehlungen vermeintlich
bekannter Influencer:innen oder auch Heilberufler:innen im Netz über unabhängige
Quellen zu prüfen. Wer unsicher ist, findet auf der Medfake-Informationsseite
der Apotheken Umschau (https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/medfakes-mit
-prominenten-medizinern-so-laeuft-der-betrug-mit-dubiosen-wundermitteln-1569317.
html) konkrete Warnsignale und Hintergründe - oder sollte direkt bei Ärzt:innen
oder in der Vor-Ort-Apotheke nachfragen.
Aufklärung allein wird das Problem jedoch nicht lösen. Auch Gesetzgeber und
Plattformbetreiber sind gefordert: Gefälschte Gesundheitswerbung verbreitet sich
in Echtzeit, während Lösch- und Meldeverfahren oft zu langsam greifen. Gefordert
werden unter anderem eine konsequentere Anwendung bestehender Plattformregeln
und klarere Vorgaben für Gesundheitswerbung, die mit der Autorität von
Ärzt:innen arbeitet.
Hinweis für die Redaktionen:
Die vollständige Sendung "Medfake: Gefahr für Patienten, Falle für Apotheken"
finden Sie hier (https://www.youtube.com/watch?v=5yepFFNU1mQ)
Weitere Informationen zur Kampagne #stopmedfakes finden Sie bei der Apotheken
Umschau (https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/medfakes-mit-prominenten-m
edizinern-so-laeuft-der-betrug-mit-dubiosen-wundermitteln-1569317.html) .
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