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München (ots) - Bis 1,6 Millimeter Profiltiefe dürfen Winterreifen in
Deutschland benutzt werden. Darunter müssen sie per Gesetz ausgetauscht werden.
Aber: Sind Reifen bei diesem Abnutzungsgrad noch sicher? Der ADAC hat diese
Frage in einer Studie untersucht. Fünf ausgewählte Winterreifen
unterschiedlicher Hersteller und Preisklassen wurden mit Hilfe einer speziellen
Maschine auf zwei und vier Millimeter Restprofil abgetragen. Im Anschluss
mussten sie Handling- und Bremsversuche auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn
absolvieren.
Im Ergebnis zeigt sich ein recht einheitliches Bild: Bis vier Millimeter
Restprofil verlieren die Reifen in vielen Kategorien naturgemäß an Leistung,
allerdings ist dieser Verlust aus technischer Sicht noch vertretbar. Zwischen
vier und zwei Millimetern wird der Leistungseinbruch erheblich stärker und der
Reifen kann sich schnell zu einem Sicherheitsrisiko entwickeln. Insbesondere
Aquaplaning wird bei abnehmender Profiltiefe zum Problem.
Als Basis für den Vergleich wurde die Fahrsicherheitsbewertung des ADAC
Reifentests verwendet. In der Kategorie "Aquaplaning längs" lag der
durchschnittliche Verlust in der Bewertung zwischen Neuzustand und vier
Millimetern Profil bei minus zwölf Prozent. Bei den Reifen mit zwei Millimeter
Restprofiltiefe brach die Leistung im Schnitt um 22 Prozent ein. Beim quer
verlaufenden Aquaplaning, wie es zum Beispiel in Kurven zu finden ist, liegt der
Verlust sogar bei 25 Prozent im Mittel. In der Praxis bedeutet das: Die Reifen
mit zwei Millimeter Profil würden bereits bei deutlich geringeren
Geschwindigkeiten aufschwimmen und der Fahrer könnte dabei die Kontrolle
verlieren. Beim Bremsen auf Schnee lag der Bewertungsverlust zwischen Neuzustand
und zwei Millimetern Profil bei minus 20 Prozent.
Wie stark sich dieser Effekt im Alltag auswirkt, zeigt das exemplarische
Beispiel des Bridgestone: Beim Bremsen auf Schnee von 30 km/h bis Stillstand
hätte der zwei-Millimeter-Reifen gerade etwas mehr als die Hälfte der
Geschwindigkeit abgebaut, während der gleiche im Neuzustand schon stehen würde.
Diese Entwicklungen lassen sich über nahezu alle Kategorien des Reifentest
beobachten. Der ADAC empfiehlt daher allen Autofahrern, dass ein Winterreifen
bei einem Restprofil von vier Millimetern ausgetauscht werden sollte. Der
Leistungseinbruch kann zwar von Hersteller zu Hersteller schwanken, das
grundlegende Muster ist jedoch bei fast allen Reifen gleich. Es zeigt sich in
einigen Kategorien, dass der Leistungsverlust zwischen Neuzustand und vier
Millimetern ähnlich groß ist wie der Verlust zwischen vier und zwei Millimetern
- der Abbau wird also bei geringer Profiltiefe sehr plötzlich stärker. Ein
zunächst gut bewerteter Reifen kann kurz vor Erreichen der gesetzlichen
Mindestprofiltiefe plötzlich so stark einbrechen, dass er als Sicherheitsrisiko
einzustufen ist. Auch ein Premiumreifen ersetzt eine fehlende Profiltiefe nicht.
Die Ergebnisse im Detail finden Sie auf https://www.adac.de/
Pressekontakt:
ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
mailto:aktuell@adac.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7849/6347399
OTS: ADAC
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