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Alarmismus als Geschäftsmodell: PAN-Studie arbeitet erneut mit fragwürdigen Vergiftungsschätzungen / Methodische Mängel und weitreichende Hochrechnungen zeichnen ein Zerrbild des Pflanzenschutzes

8.09.2026 12:47 Uhr Industrieverband Agrar e.V. (IVA)

Frankfurt/Main (ots) -

- PAN liefert mit weiterer Studie erneut wissenschaftlich fragwürdige Zahlen - Bereits frühere PAN-Studie zu weltweiten Vergiftungsfällen musste nach wissenschaftlicher Kritik an Methodik und Datengrundlage zurückgezogen werden - Daten des BfR zeichnen deutlich anderes Bild und werfen erhebliche Fragen hinsichtlich der Plausibilität der Schätzungen von PAN auf - Europäische Zulassungssysteme und die Anstrengungen der Hersteller beim Anwenderschutz setzen auf wissenschaftsbasierte Regulierung, hohe Sicherheitsstandards und eine sachgerechte Anwendung.

Mit einer weiteren Studie zu angeblich mehr als 400 Millionen jährlichen Vergiftungsfällen weltweit im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln versucht das pflanzenschutzkritische Netzwerk Pesticide Action Network (PAN) erneut, die Debatte über Pflanzenschutz mit fragwürdigen Zahlen zu emotionalisieren. Aus Sicht des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) beruhen die veröffentlichten Schätzungen auf erheblichen methodischen Schwächen und unzulässigen Hochrechnungen. Die Studie liefert daher keine belastbare Grundlage für die Schlussfolgerungen, die PAN daraus ableitet.

Methodische Schwächen untergraben Aussagekraft der Studie

Der IVA sieht die Veröffentlichung der Studie mit erheblichem Prüfbedarf. So wird auch in der aktuellen Untersuchung nicht klar definiert, was überhaupt als Vergiftung gelten soll. Statt medizinisch bestätigter Diagnosen fließen vielfach selbst berichtete Beschwerden in die Berechnungen ein. Exposition und tatsächliche Vergiftung werden damit nicht sauber voneinander getrennt. Bereits eine frühere PAN-Studie zu weltweiten Vergiftungsfällen musste nach wissenschaftlicher Kritik an Methodik und Datengrundlage zurückgezogen werden.

Reale Meldedaten zeichnen ein anderes Bild

Wie weit sich die PAN-Schätzungen von den Erkenntnissen etablierter Überwachungs- und Meldesysteme entfernen, zeigen Daten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Danach betrafen lediglich 1,4 Prozent aller in einer deutschen Pilotstudie ausgewerteten Vergiftungsmeldungen überhaupt Kontakte mit Pestiziden. Davon wiederum entfielen lediglich 17,5 Prozent auf Pflanzenschutzmittel. Die meisten gemeldeten Fälle standen im Zusammenhang mit Augenkontakten mit Desinfektionsmitteln, die als Biozide ebenfalls zur Obergruppe der Pestizide gezählt werden. Diese Daten zeichnen ein deutlich anderes Bild als die von PAN verbreiteten globalen Schätzungen von angeblich mehreren hundert Millionen Vergiftungsfällen pro Jahr und werfen erhebliche Fragen hinsichtlich deren Plausibilität auf.

"PAN konstruiert erneut aus unspezifischen Symptomen, fragwürdigen Hochrechnungen und methodischen Annahmen globale Vergiftungszahlen in dreistelliger Millionenhöhe. Solche Zahlenspiele mögen für Kampagnenzwecke taugen, ersetzen aber keine belastbare wissenschaftliche Analyse. Wer Exposition mit Vergiftung gleichsetzt und dadurch Fallzahlen künstlich aufbläht, schafft kein realistisches Bild der Landwirtschaft, sondern Verunsicherung und verbreitet Alarmismus. Auf einer solchen Grundlage lassen sich keine seriösen politischen Schlussfolgerungen ziehen", erklärt IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer.

Pflanzenschutzmittel zählen zu den am strengsten geprüften und regulierten Produkten

Der IVA verweist darauf, dass Pflanzenschutzmittel in der Europäischen Union zu den am strengsten regulierten Produkten weltweit gehören. Vor einer Genehmigung und einer Zulassung werden Wirkstoffe und Produkte in umfangreichen wissenschaftlichen Verfahren geprüft. Risiken für Anwender, Menschen und Umwelt werden streng bewertet und durch verbindliche Anwendungsauflagen minimiert. Die Zulassungsverfahren dauern viele Jahre und beruhen auf einer umfassenden wissenschaftlichen Risikobewertung.

Anwenderschutz hat für Hersteller hohe Priorität

Gleichzeitig investieren die Hersteller seit Jahrzehnten erhebliche Mittel in den Anwenderschutz. Dazu gehören Schulungsprogramme für Landwirte, Informationen zur sicheren Anwendung, moderne Verpackungs- und Dosiersysteme, technische Maßnahmen zur Verringerung möglicher Expositionen sowie internationale Stewardship-Programme gemeinsam mit lokalen Partnern. Die Branche übernimmt damit weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus Verantwortung für einen sicheren Einsatz ihrer Produkte.

Die Diskussion über Pflanzenschutz darf nicht auf fragwürdigen Hochrechnungen und unlauteren Kampagnenzahlen beruhen. Wer Risiken reduzieren will, muss auf wissenschaftsbasierte Regulierung, hohe Sicherheitsstandards und eine sachgerechte Anwendung setzen. Gerade dafür stehen die europäischen Zulassungssysteme und die Anstrengungen der Hersteller beim Anwenderschutz.

Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) vertritt die Interessen der Hersteller von Betriebsmitteln für einen nachhaltigen Pflanzenbau in Deutschland. Die 46 Mitgliedsunternehmen engagieren sich in den Bereichen Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Pflanzenzüchtung, Biostimulanzien und Schädlingsbekämpfung. Die vom IVA vertretene Branche bietet innovative Produkte für eine moderne Landwirtschaft, professionellen Gartenbau und verantwortungsvolle Privatanwendung.

Pressekontakt:

Industrieverband Agrar e. V., Pressestelle Hans F. Kaufmann Tel. +49 151 14491291 E-Mail: mailto:kaufmann.iva@vci.de https://www.iva.de https://twitter.com/IVA_Presse https://www.linkedin.com/company/industrieverband-agrar-iva

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16070/6347713 OTS: Industrieverband Agrar e.V. (IVA)


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Industrieverband Agrar e.V. (IVA)
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